Rollenspiel
Der neue Piranha-Bytes-Titel eckt an, aber überzeugt
Seit jeher sind Piranha Bytes Spiele wegen ihrer hölzernen Animationen in der Kritik. Auch in ELEX erinnern Kämpfe eher an World of Warcraft, statt an ein zeitgemäßes Rollenspiel. Bild: THQNordic

Rezension. ELEX polarisiert. Einerseits begeistert KritikerInnen die hohe Immersion, andererseits kritisieren sie die Animationen und das fummelige Kampfsystem. Aber hebt gerade das ELEX nicht von anderen Spielen ab?

"Deponia – Das Rollenspiel" bringt Point&Click-Adventure vom Computerbildschirm in die Pen&Paper-Welt
"Ihr betretet eine Kneipe. Mit Staub verdünnte Batteriesäure ist heute im Angebot": So kann ein Abenteuer in „Deponia – Das Rollenspiel“ beginnen. Cover: Uhrwerk-Verlag

Giftmüll, Staub, Elektroschrott und Schnabeltiere: Zugegeben, die Welt von „Deponia“ ist alles andere als einladend. Aber es ist eine der charmantesten (wenn man Derbheit und Schmutzigkeit Charme abgewinnen kann) und lebendigsten Spielewelten, die in den letzten Jahren die Computerbildschirme erobert haben. Das Hamburger EntwicklerInnenstudio Daedalic Entertainment hat mit den nunmehr vier Point&Click-Adventures RätselfreundInnen zum Lachen und Menschen mit Sinn für Humor zum Grübeln gebracht. Die Schnittmenge dieser beiden Bevölkerungsgruppen mit einer dritten, der der RollenspielerInnen, dürfte nicht gering sein. Beste Voraussetzungen für ein Spin-Off der besonderen Art, eins, das „Deponia“ gerecht wird: „Deponia – Das Rollenspiel“.

Rollenspiel „ULTIMA RATIO“: Dystopisches SciFi-Setting mit schlankem Regelsystem
Nikolas Tsamourtzis und Caroline Misanovic aus dem Entwicklungsteam des dystopischen SciFi-Rollenspiels "Ultima Ratio". Foto: joop

In einem fernen Sternencluster kämpfen die Nachkommen der einstigen menschlichen SiedlerInnen und VertreterInnen fremder Spezies ums Überleben, und das alles unter den Argusaugen einer allmächtigen künstlichen Intelligenz namens MUTTER.

Internet: Für klassische Rollenspiele mehr Chance als Bedrohung
Regelbände bis zum Abwinken: Wie hier auf der letztjährigen Messe SPIEL zu sehen, ist die Auswahl an Rollenspielen riesengroß. Foto: joop

Ob lovecraftscher Horror, viktorianisch angehauchter Steampunk und dystopischer Cyberpunk oder doch die Klassiker Fantasy und Science Fiction – Rollenspiele gibt es in unzähligen Varianten. Dank des Internets gibt es immer mehr von ihnen, weil auch kleine Projekte per Schwarmfinanzierung realisiert werden können. Und immer mehr SpielerInnen entdecken durch das Vorbild gestreamter Spielrunden das Hobby für sich.

Rollenspiel: Bei „Faith“ haben Würfelorgien schlechte Karten
„Faith“-Designer Carlos Gomez gibt den Game Master: Die Demo-Spielrunde wurde beim Plündern eines Raumwracks von Weltraummonstern überrascht.  Foto: joop

Dass Rollenspiel nicht immer etwas mit dem Rollen eines Würfels zu tun haben muss, beweist „Faith: The Sci Fi RPG“ (Role Playing Game). Statt Würfelpech gilt Kartenglück. 

33. Internationale Spieltage vom 8. bis 11. Oktober
Pen&Paper-Rollenspiele wie Das Schwarze Auge oder hier Pathfinder expandieren mit ihren Spielwelten auch das Brett- und Kartenspielsegment. Foto: joop

Wären die Internationalen Spieltage selbst ein Spiel, käme die diesjährige Edition – bereits Nummer 33 – in einer noch größeren Box daher als letztes Jahr, denn sie braucht ja Platz für ein gewachsenes Spielbrett, mehr Figuren, Würfel, Kärtchen und sonstiges Zubehör, damit auch die vielen zusätzlichen MitspielerInnen am Spaß teilhaben können. Alles natürlich liebevoll gestaltet, hochwertig produziert, aber eben auch mit entsprechendem Preisschildchen versehen. Das gilt im Großen und Ganzen auch für die über tausend Spieleneuheiten, die bis Sonntag in den Essener Messehallen vorgestellt werden. Die 910 AusstellerInnen aus 41 Nationen – mehr als je zuvor – und nicht zuletzt die erwarteten 160.000 Spielebegeisterten, die auf den Spieltagen zusammenkommen, machen diese zu einem Event der Superlative.

Role Play Convention 2014: Kommerz und Leidenschaft, analog und digital
Willkommen in der Festung des Wahnsinns: Auf der RPC in Köln per Du mit dem Erzengel Tyrael. Foto : mar

Chewbacca ist ein zwei Meter großer Wookie. Trotzdem lebt er auf dem Planeten Erde mit lauter kleinen Menschen. Ergibt keinen Sinn? Wenn in Köln Wookies auf Ents treffen, mittelalterliche Hellebardiere an der Endzeit teilhaben und Erzengel mit Piraten eine Zigarette rauchen, dann kann es dafür nur eine Erklärung geben: Europas größte Rollenspielmesse, die Role Play Convention, kurz RPC, hat wieder ihre Pforten geöffnet. Am 10. und am 11. Mai strömten über 40.000 Menschen in die Koelnmesse, um zu erleben, was es Neues in gleich Dutzenden von Welten gibt.