Rigaer Straße
Teilsieg: BesetzerInnen beziehen wieder Räumlichkeiten an der Rigaer Straße 94
1990 besetzt, danach zum Teil vermietet: Das Hausprojekt „Rigaer94“ in Berlin. Foto: Fabian Gross

Nachdem die Teilräumung des linken Hausprojekts an der Rigaer Straße vom Berliner Landgericht für rechtswidrig erklärt wurde, kehrten die BewohnerInnen wieder in die Räumlichkeiten zurück. Doch der Konflikt geht in die nächste Runde.

Hausbesetzungen sind kein neues Phänomen: Eine Einordnung
Alternativen zum Sytem? In Hausprojekten sollen oft auch konkrete Utopien gegen Wohnungsnot und Neoliberalismus umgesetzt werden. Foto: Flickr / ctot_not_def

Angesichts steigender sozialer Ungleichheit in Deutschland und den in die Höhe schießenden Mietpreisen in Großstädten erscheinen die Geschehnisse in der Rigaer Straße 94 in Berlin zunächst einmal als ein sehr zeitgenössisches Problem: Menschen, die den verbliebenen, bezahlbaren Wohnungsbestand gegen InvestorInnen verteidigen. Eine Aufwertung des Gebäudes und die wohl mögliche Benutzung des Wohnblocks als Spekulationsobjekt lassen so die Mieten in die Höhe steigen und führen zum Auszug der BewohnerInnen. Der Protest scheint sich daher gegen die bestehenden neoliberalen Verhältnisse zu richten – diese Betrachtung der Ereignisse greift jedoch zu kurz.