Religion
Kommentar: Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs droht Irrwege in Europa zu verfestigen
Muslimische Sanitäterin: Nicht auf sichtbare Haare oder Kopfbedeckung sollte es ankommen.

Darf eine Muslimin gekündigt werden, weil sie sich am Arbeitsplatz weigert, ihr Kopftuch abzulegen? Mit dieser Grundsatzfrage befasst sich momentan der Europäische Gerichtshof (EuGH). Voraussichtlich wird ein generelles Verbot religiöser Symbole am Arbeitsplatz dort für rechtens befunden werden. Das wäre bedauerlich und eine verpasste Chance – ist es in Europa doch höchste Zeit, die Diskriminierung der Kopftuchträgerinnen endlich abzulegen.

Historiker beleuchtet die Rolle der Kirche bei der Todesstrafe
Beim Rädern immer dabei: Ein Geistlicher, wie hier bei einer Hinrichtung in Paris 1633. Bild: gemeinfrei

Es war gar nicht das Mittelalter, das so grausam und finster war und an jeder Ecke einen Galgen sah. In seiner „Geschichte des Tötens“ zeigt der Bielefelder Historiker Peter Schuster, dass die Frühe Neuzeit, vor allem das 16. Jahrhundert, blutige Blütezeit der Todesstrafe war. Für historisch Interessierte ist das vielleicht eine Binsenweisheit. Doch die spannende und kontroverse Kernthese des Buches ist: Die Kirche hat entscheidenden Einfluss auf Todesurteile und deren Vollstreckung gehabt.

Kommentar: „Stille Feiertage“: Warum Tanzverbot auch keine Lösung ist
"Always look on the bright side of life": Ist lachen an Karfreitag erlaubt? Illustration: mar, Bildquelle: Youtube

Am Karfreitag feiern gehen – für manche undenkbar. Andere fühlen sich dagegen vom staatlich vorgeschriebenen Tanzverbot drangsaliert. Dabei schließt doch das Eine das Andere nicht notwendigerweise aus … 

Zwei junge Frauen aus Arizona wollen in Herne, dass Menschen durch das Buch Mormon ihr Glück finden
„Die meisten Menschen wollen nicht mit uns reden. Aber wir wollen sie zu nichts zwingen, wir wollen sie nur einladen“: Die Mormoninnen Schwester Carroll (l.) und Schwester Baker zeigen Ausdauer. Während oder nach dem Studium für einige Monate ins Ausland: ein Plan, den viele von uns hegen. Zwei junge Frauen aus dem US-Bundesstaat Arizona sind derzeit in Herne – aus einem Grund, der den meisten Studis wohl nicht in den Sinn käme. Schwester Carroll und Schwester Baker haben eine Mission. Oder genauerFoto: mar

Während oder nach dem Studium für einige Monate ins Ausland: ein Plan, den viele von uns hegen. Zwei junge Frauen aus dem US-Bundesstaat Arizona sind derzeit in Herne – aus einem Grund, der den meisten Studis wohl nicht in den Sinn käme. Schwester Carroll und Schwester Baker haben eine Mission. Oder genauer, sie sind auf Mission: Sie verbreiten, fast 9.000 Kilometer von der Heimat entfernt, Gottes Wort, die frohe Botschaft aus dem Neuen Testament und dem Buch Mormon. 

Christenverfolgung in Nordkorea, Afrika und dem Mittleren Osten
Verbrechen an den Menschenrechten :  Zahlen zur Christenverfolgung laut Opendoors.de aus dem Weltverfolgungsindex 2016. Bild: alx

Menschen werden aufgrund ihres Glaubens immer noch verfolgt – und dazu gehören auch Christen. Dem Weltverfolgungsindex 2016 des Open Doors Deutschland e. V. zufolge seien dies inzwischen 100 Millionen. Zu den TäterInnen gehören Terrororganisationen wie der Islamische Staat oder Boko Haram, noch stärker aber Staaten, wie Nordkorea – der traurige Spitzenreiter.

AStA kippt erstmals Votum der FSVK komplett
Man kann zwar nicht nicht kommunizieren – aber durchaus aneinander vorbei: FSVK-Sprecherin Julia Janik und AStA-Vorsitzender David Schmidt wünschen sich bessere Kommunikation. Foto links: lux; Foto rechts: alx

Nachdem sich die FachschaftsvertreterInnenkonferenz (FSVK) sich im Juli gegen den Antrag eines Fachschaftsrates (FSR) auf Bezuschussung einer internen, religiösen Feier ausgesprochen hatte, genehmigte der AStA diese nun nachträglich. Es ist das erste Mal, dass der AStA eine Beschlussempfehlung der FSVK komplett nicht umgesetzt hat.

Satire: Förderung religiöser Feiern: Jesus, Jedi-RitterInnen und Fliegendes Spaghettimonster suchten FSVK heim
Gleichberechtigung bei religiösen Festen: Auch Jedis und das Fliegende Spaghettimonster wollen an die Fördertöpfe. Karikatur: ck

„Na, auch hier?“, raunte das Fliegende Spaghettimonster (FSM), als neben ihm mehrere verstorbene Jedis als blau schimmernde Gespenster erschienen. Die Gruppe übernatürlicher Wesen schwebte in der hinteren Ecke des Raumes, war aber für alle anderen Anwesenden ohnehin unsichtbar. „Warum wir hier sind?“, fragte Yoda und wies auf die gut zwei Dutzend jungen Leute, die angeregt diskutierten: „Das nicht ist Senat der Republik.“ – „Nein, wir sind hier im AusländerInnenzentrum der RUB, die jungen Leute dort, das ist die FachschaftsvertreterInnenkonferenz oder kurz FSVK. Naja, und die diskutieren quasi über Religionsfreiheit, und in dem Zusammenhang haben sie uns genannt.“ Yoda verdrehte die Augen. Das FSM hielt ihm eine Tüte hin: „Popcorn?“

22. Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft vom 14.–17. Mai erstmals in Bochum

Zum ersten Mal kommt es nach Bochum, das Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft (14. bis 17. Mai). Die 22. Nachwuchstagung unter dem Motto „Moving Religion“ ist keine trockene Ansammlung von Vorträgen, sondern nimmt ihre Teilnehmenden aus ganz Deutschland mit auf Exkursionen und bietet praxisorientierte Workshops an. Auch wer nicht am Symposium teilnimmt, ist zur RelWis-Party am 15. Mai eingeladen. Für Schlafplätze ist die Orga – Studis der RUB-Religionswissenschaft – dankbar.

Kommentar: Vom gesellschaftlichen Verhältnis zu Religionen

Das Bundesarbeitsgericht hat vergangene Woche entschieden, dass kirchliche Einrichtungen muslimischen Mitarbeiterinnen das Tragen eines Kopftuchs verbieten dürfen. Es ging um eine Krankenschwester, die lange in einem evangelischen Krankenhaus in Bochum gearbeitet und dann aufgrund von Elternzeit und Krankheit eine längere Pause gemacht hatte. 2010 wollte sie bei der Rückkehr an ihren Arbeitsplatz unbedingt ein Kopftuch tragen – und wurde deswegen freigestellt.

Interkulturelles Abendessen: Iftar fand zum 7. Mal statt
Zum Interkulturellen Fastenbrechen ist die Mensa brechend voll. Foto: alx

Rund 800 Studierende und Interessierte feierten am 17. Juli das abendliche Fastenbrechen (Iftar) im Ramadan. AusrichterInnen des interkulturellen Abendessens war der AStA und das AAR (Autonome AusländerInnenreferat), die einen abwechslungsreichen Abend boten. JedeR, auch wer nicht fastete, war eingeladen teilzunehmen, in der offenen Atmosphäre den Tag ausklingen zu lassen und das Fasten zu brechen.

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