Prostitution
Umsetzung des Gesetzes zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen
Repressive und demütigende Behandlung: Die Solidarität und den Respekt von SexarbeiterInnen ist seit dem ProstSchG besonders wichtig. Bild: sat

Sexarbeit. Rund fünf Monate sind seit der Einführung des ProstSchG (Prostituiertenschutzgesetz) am 1. Juli vergangen. Auskunft über die Umsetzung des Gesetzes liefert die Bochumer Beratungsstelle für SexarbeiterInnen Madonna e. V.

SexarbeiterInnen kämpfen für ihre Rechte

Recht. Am 1. Juli tritt das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) in Kraft. Im Vorhinein häuft sich bundesweiter Widerstand.

Gesetz mit fatalen Folgen
Fatale Folgen: die Umsetzung des geplanten Gesetzes resultiert in Zwangsouting, zunehmender Stigmatisierung und Einschränkung der Rechte. Foto: Symbolbild

Kommentar. Die langjährige Debatte um Sexarbeit gipfelt nun im vielumstrittenen Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG). Jedoch handelt es sich hierbei um eine Überwachungs- und Repressionsstrategie, die nicht schützt, sondern gefährdet. 

Großes Jubiläum: Von einer ehemals kleinen Selbsthilfegruppe zu einer einflussreichen Beratungsstelle
Schluss mit Stigmatisierung: Arbeitsrechte von SexarbeiterInnen müssen den gleichen staatlichen Schutz genießen wie andere Erwerbstätigkeiten. Foto: sat

Beratung. Am 5. Mai feierte die Beratungsstelle für SexarbeiterInnen 25-jähriges Bestehen. Unter anderem mit Ministerin Barbara Steffens.

Kommentar: Straßenstrich in Dortmund bleibt geschlossen

2011 erklärte Dortmund das gesamte Stadtgebiet zum Sperrbezirk für Straßenprostitution. Die Prostituierte Dany K. klagte deswegen durch alle Instanzen gegen den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Nun bestätigte das Bundesverwaltungsgericht die Rechtmäßigkeit des Verbots. Die pauschale Kriminalisierung der Straßenprostitution löst aber keine sozialen Probleme, sondern verdrängt und verschärft sie lediglich.  

Essay: Ob Köln, Istanbul oder Frankfurt – der Feminismus demonstrierte
Auch lange nach dem Wahlrecht: Der Weltfrauentag bleibt wichtig und spannend. Historisches Plakat 1914.

Sexualisierte Gewalt ist seit der Kölner Silvesternacht ein Dauerthema. Vergangenen Samstag demonstrierten nun etwa 4.000 Menschen in Köln – gegen Sexismus und gegen die fremdenfeindliche Instrumentalisierung der Geschehnisse. Anlass der linken feministischen Demonstration war der vorausgegangene Weltfrauentag am 8. März. Auch andernorts wurde um jenes internationale Datum herum für Frauenrechte demonstriert. In der Türkei stellten sich mutige Frauen trotz Polizeigewalt gleich zweimal gegen das autoritäre Regime.

OVG Münster: Dortmund bleibt frei von Straßenprostitution – soziale Situation der Sexarbeiterinnen dadurch nicht verbessert
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) für NRW in Münster hat am 11. August entschieden: Das stadtweite Verbot der Straßenprostitution ist rechtens, „zum Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstands“. Die Klägerin, die Prostituierte Dany, soll angekündigt haben, dass sie den Rechtsstreit in die nächste Instanz tragen wird. Sexarbeiterinnenverbände sehen das Verbot kritisch. „Die Situation der betroffenen Frauen hat sich durch das Gerichtsurteil doch kein bisschen geändert“, so die Dortmunder Ratsfrau Nadja Reigl (Piraten).
 
Wie steht Amnesty International in Bochum und Dortmund zur Prostitution?

Vergangene Woche hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) beschlossen, sich im Interesse der SexarbeiterInnen zukünftig auch für die Entkriminalisierung der Prostitution einzusetzen. Bereits die interne Diskussion im Vorfeld hatte international Aufsehen erregt und eine heftige Debatte ausgelöst. Die :bsz hat aus diesem Anlass die AI-Gruppen in Bochum und Dortmund zu ihrer Einschätzung des Beschlusses sowie zum Thema Frauenrechte befragt.

Einblicke in ein tabuisiertes und angefeindetes Gewerbe
Klärte über Klischees und Hintergründe auf: Sexarbeiterin Melanie Schwarz. Foto: Patrick Henkelmann

Das Prostitutionsgesetz wird verschärft. Am dritten Februar einigte sich die Große Koalition auf die umstrittenen Eckpunkte des neuen Gesetzes. Währenddessen fand an jenem Abend im Kulturcafé der RUB ein Vortrag statt, bei dem die Prostitutionsdebatte von einer politisch engagierten Sexarbeiterin kritisch beleuchtet wurde. Es gab Aufklärung über die Realität des Gewerbes – und bedrückende Analysen angesichts der kommenden Vorschriften.

Eine treffende Analyse der Prostitutionsdebatten
Neue Gesellschaftskritik aus dem Hause Nautilus. Foto: Patrick Henkelmann

Seit Ende 2012 wird hierzulande wieder kontrovers über die Prostitution diskutiert – und seit Ende 2013 endlich mit stärkerer Medienpräsenz der Sexarbeiterinnen selbst. An sachlichen, fundierten und seriösen Schriften zum Thema mangelt es jedoch. Erfreulicherweise ist ein aktuelles und wichtiges Grundlagenwerk zur Sexarbeit nun auch auf Deutsch erschienen: „Hure spielen“ von Melissa Gira Grant.

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