Paralympics
Valentin Baus: Mit Ehrgeiz und Talent (beinahe) an die Spitze im Rollstuhltischtennis
Strahlen um die Wette: Der Bochumer Valentin Baus blickt nach dem zweiten Platz zuversichtlich in die Zukunft. Foto: lor

Was macht man als Weltmeister und Silbermedaillengewinner bei seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen? Valentin Baus, Paralympionik, Bochumer und künftiger Student, lässt seine Medaille fallen. Aus Versehen, aber das macht zum Glück nichts: Nach wie vor ist das Edelmetall dellenfrei.

Bochumer Valentin Baus gewinnt Silber bei Paralympics
So sehen Gewinner aus: Valentin Baus stattet der RUB mit Maskottchen Tom einen Besuch ab. Foto: lor

Mit 20 Jahren hat Valentin Baus schon mehr geschafft als so manch netflixender Studierender im neunten Bachelorsemester: Im Endspiel gegen Ningning Cao aus der Tischtennisnation China hat er zwar verloren, jedoch bringt der Bochumer Silber im Rollstuhltischtennis mit in den Pott. Ein Gespräch über Maskottchen, Trainingszeiten und Thomas Eiskirch. 

Nach Benefizkonzert für Tischtennisspieler mit Behinderung hat der IbS einen Scheck überreicht
Freuen sich über die gemeinsame Spendenaktion: (von links) Hauke Hoth, Laura-Monica Oprea, Matthias Brüggemann und Valentin Baus. Foto: joop

Er leidet an der sogenannten Glasknochenkrankheit. Seit seinem 13. Lebensjahr sitzt Valentin Baus im Rollstuhl – was ihn nicht vom Sport abhält. Im Gegenteil: Beim Tischtennis ist der deutsche Nationalspieler richtig gut. Damit seine geplante Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 nicht am Mammon scheitert, initiierte der Interessenverband behinderter und nicht behinderter Studierender an Bochumer Hochschulen (IbS) ein Benefizkonzert mit Mambo Kurt und den Metal-Bands Dead Memory sowie Tyranuke (die :bsz berichtete). In der vergangenen Woche hat der IbS einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro an den Tischtennisspieler überreichen können.

IbS organisierte Benefizkonzert für behinderten Sportler
Heavy Metal ist eine Einstellung, keine Musik: Darum gibt es zur Pop-Orgel auch die Pommesgabel. Foto: mar

Wenn Mambo Kurt Heavy Metal auf seiner düdeligen Heimorgel machen kann, warum sollten dann behinderte und nichtbehinderte Studierende nicht zusammen feiern können? Dass das Eine Seltenheitswert hat, ist gut, denn so hat mal wieder ein kreatives Original das KulturCafé der Ruhr-Uni gerockt. Dass es bei Letzterem genauso ist, ist allerdings traurig. Damit sich das ändert, hat die Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender (IbS) am vergangenen Freitag, den 13., ein tolles Konzert auf die Bühne gebracht. Konkreter Anlass war, den im Rollstuhltischtennis spielenden Valentin Baus zu einer wichtigen Paralympics-Qualifikation zu schicken.