Metal
NACH:GEHÖRT

Unleashed sind zurück. Nach drei Jahren bringen die Death-Metaller aus Schweden mit dem Album THE HUNT FOR WHITE CHRIST  einen weiteren Brecher heraus. Und wieder steht alles unter dem Zeichen des Thorshammer. Nach „As Yggdrasil Trembels“, „Odalheim“ und „Dawn of the Nine“ dreht sich auch auf der neuen Platte alles um die nordische Mythologie und eine Menge selbst erdachter Fiktion. Doch nicht nur thematisch, vor allem musikalisch machen sich die Todesmetaller selbst alle Ehre. Wo sich andere Bands von Album zu Album neu erfinden, verfeinern Unleashed ihren beinahe dreißigjährigen, unbarmherzigen Stil höchstens. Damit reihen sie sich ein in einen Reigen von Größen wie Bolt Thrower, Motörhead oder W.A.S.P., die es ebenfalls allesamt verstehen, sich nur zu verbessern, ohne sich zu verändern. Für Fans der ganz alten, richtig harten Schule des schwedischen Death Metal ist „The Hunt for the White Christ“ ein Muss, für all diejenigen, die posermäßigen Whimp-Metal ohne Wumms wollen, ist das Album die Hölle.            

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Bring Me The Horizon entern den Metal-Thron im Bochumer RuhrCongress
Hier Ranken, da Messer: Jeder Song wurde passend zum Inhalt visualisiert. Foto: lor/ Maxi Lorenz

Ein Bass, so laut, dass er tief in der Brust vibrierte und das Atmen erschwerte. Wie in Trance sprang die Menge, riss die Arme hoch, wenn es der Maestro auf der illuminierten Bühne verlangte. Die Metal- und seit 2015 auch ein bisschen Pop-Band Bring Me The Horizon gab sich in Bochum die Ehre – Redakteurin Andrea war dabei.  

Eine geile, entspannte Party: Das Duisburger Gratis-Metalfestival Rage against Racism
Rock’n’Roll gegen Rassismus: Die Band Kärbholz begeisterte als Freitagsheadliner ihre Fans auf dem 13. Rage against Racism in Duisburg-Rheinhausen. Foto: alx

Metal-Fans sind paradox. Einerseits gelten sie als konservativ und können seit 40 Jahren die Diskussion führen, ob Keyboards etwas im Metal verloren haben. Andererseits bilden sie eine sehr offene und tolerante Szene. Unpolitisch geht es da meist zu. Gegen Fremdenfeindlichkeit aber darf man ein Zeichen setzen! Das Festival Rage against Racism hat sich in den letzten Jahren zum Pflichttermin für viele Fans gemausert. Eine vielseitige Bandauswahl und die lockere Atmosphäre lockten auch diesmal – trotz Hagelschauer – Tausende nach Duisburg-Rheinhausen.

Harte Riffs und harte Worte: Zwei gar nicht so unähnliche Welten beim „Book meets Metal“
"Book meets Metal"-Festival in Hagen. Quelle: Metal Maniacs Society e. V.

Heavy Metal: Tumbe Musik für tumbe Typen? Mit diesem Vorurteil will die Metal Maniacs Society e. V. aus Hagen aufräumen und zeigen, dass „Metaller nicht dem allgemeinen Vorurteil entsprechen, sondern nette, mitdenkende und mitfühlende Menschen sind, die sich auch für etwas Gutes einsetzen.“ Darum organisieren sie am 4. Oktober den Lesung/Konzert-Abend Book meets Metal. Ein spannendes Konzept: Mit Musik begleitete Lesungen, anschließend das volle Metalbrett, das Ganze moderiert von Rockliterat und Poetry-Slammer Micha-El Goehre und garniert von einem Bücherflohmarkt und alles für einen guten Zweck.
 

Israelische Band Orphaned Land beehrte die Matrix mit orientalischen Klängen
Spielt mit religiösen Anspielungen: Orphaned-Land-Frontmann Korbi Farhi. Foto: Frost Fotografie

Wenn es nach ihnen und ihren Fans ginge, würden sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie kommen aus Israel und beantragten die Staatsbürgerschaft der muslimischen Türkei, ihre Themen sind Völkerverständigung und die gemeinsamen Ursprünge der drei Buchreligionen Judentum, Islam und Christentum – und sie spielen progressiven, vielschichtigen Death und Doom Metal. Die Rede ist von Orphaned Land, die am 25. September in multireligiöser Tourkonstellation ihre Botschaft lautstark in der Bochumer Matrix verkündeten.