Mauerfall
28 Jahre Deutsche Einheit
Angleichung des Bruttoinlandprodukts Ostdeutschland an den Westen: Auch weiterhin nachholbedarf. Quelle: DIW 2017/Jahresbericht zur Deutschen Einheit 2018

Strukturunterschied. 28 Jahre sind Ost- und Westdeutschland mittlerweile wiedervereinigt. Doch Probleme und Strukturunterschiede auf mehreren Ebenen gibt es weiterhin, wie der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit zeigt.

28 Jahre Deutsche Einheit
Gehisst: Die Flagge der Einheit wehrt seit 1990 ununterbrochen auf dem Reichstag.          Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1003-400 / Grimm, Peer / CC-BY-SA 3.0  https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en

Tradition. Jedes Jahr ein Festakt: Der Tag der Deutschen Einheit wird seit 28 Jahren am 3. Oktober gefeiert. Mit dem Mauerfall hat das Datum jedoch nichts zu tun. Eine kurze Geschichte der deutschen nationalfeiertage.

Ab 18. August im Kino: „Comrade, Where Are You Today?“
Nach der Uni ist vor der Revolution: Kirsi Marie Liimatainenn sucht in ihrem Film nach den einstigen KommilitonInnen des Marxismus-Leninismus. Foto: W-Film

Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen reist in ihrem Dokumentarfilm um die Welt und sucht nach einstigen WeggefährtInnen, mit denen sie in der FDJ-Jugendhochschule der DDR von einer besseren Welt träumte. Was ist aus den alten GenossInnen und Idealen geworden? Ein spannendes Panorama über soziale Bewegungen in der Gegenwart.

Essay: Ein Tag als Prisma der deutschen Geschichte
Am 9. November 1848: Die Hinrichtung des Revolutionärs Robert Blum, hier auf einem Gemälde von Carl Steffeck. Foto-Quelle: Wikimedia Commons

In Deutschland ist der 3. Oktober als „Tag der Deutschen Einheit“ der gesetzliche Nationalfeiertag. Eine bessere Alternative für die Erinnerungskultur wäre stattdessen jedoch der 9. November, der Tag des Mauerfalls. Und zwar nicht einfach trotz der negativen Ereignisse, die ebenfalls auf dieses Datum fallen – wie die Reichspogromnacht 1938 –, sondern gerade auch wegen ihnen, als Tag der kritischen Reflexion über die deutsche Geschichte.

Interview: Berliner AktivistInnen wollen Europäischen Mauerfall – und treffen auf Polizeipanzer
Aufbruchstimmung: Nach einer Ansprache von Shermin Langhoff am Gorki-­Theater, Berlin. Foto: Hanna Aders

Am  Vorabend des 9. November brachen vom Berliner Maxim-Gorki-Theater aus einhundert AktionskünstlerInnen und PolitaktivistInnen rund um das Zentrum für politische Schönheit zu den Außengrenzen der EU auf. 14 Kreuze zum Gedenken an die ‚Mauertoten‘ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Ost- und Westberlin wurden am 25. Jahrestag des Mauerfalls für die Aktion ‚entliehen‘ und an drei Orten entlang der EU-Grenze aufgestellt: am Grenzzaun der spanischen Enklave Melilla in Marokko, in Griechenland sowie in Bulgarien. Dies entfachte eine breite mediale Debatte darum, was (politische) Kunst darf und was nicht. Erklärtes Ziel der AktivistInnen war es zudem, den europäischen Grenzzaun einzureißen, um so für den „Ersten Europäischen Mauerfall“ zu sorgen. Die beiden politischen AktivistInnen Kathrin und Jan waren mit dabei und berichten im Interview mit Gastautor Philipp Adamik für die :bsz.

Feierlichkeiten in der Bundeshauptstadt: Tag der Deutschen Einheit
Verschiedene Generationen: Die ganz Kleinen kennen nur das wiedervereinte Deutschland, ihre Eltern erlebten teilweise beide Seiten. Foto: tims

Am vergangenen Wochenende fanden die großen Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung in Berlin vor dem Brandenburger Tor statt. Tausende junge Menschen feierten ein großes Stück deutscher Geschichte, :bsz-Reporter Tim Schwermer feierte mit und berichtet.