Konflikt
Gesundheitssystem im Jemen bricht durch Corona zusammen

Seit 2004 wütet im Jemen der Krieg. Ausgelöst durch die versuchte Verhaftung des religiösen Führers Hussein Badreddin al-Huthi begannen seine Anhänger, Huthi-Rebellen genannt, einen Aufstand, der zu einem Bürgerkrieg eskalierte und die militärische Intervention einer multinationalen Koalition zur Folge hatte. Die durch den Konflikt ausgelöste Hungersnot sowie der durch diverse Epidemien ausgelöste Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen zu einer der schwersten humanitären Krisen. 

 

Vietnam: Chinesische Fabriken brennen – Proteste gegen Ölbohrungen
Harte Arbeit: Vietnamesische ArbeiterInnen in chinesischen Fabriken. Quelle: Flickr, domit (CC-BY-NC-SA v2.0)

Die ganze Welt schaut auf die Ukraine, wo die Lage nach der russischen Annexion der Krim seit Wochen angespannt ist. Gleichzeitig wurden in den ostukrainischen Städten Donezk und Lugansk autonome „Volksrepubliken“ ausgerufen, nachdem dort Umfragen belegten, dass eine angebliche Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung eine Loslösung von der Ukraine befürwortete. Angesichts dieses Konflikts tritt eine weitere aktuelle angespannte Situation in den Hintergrund: der Territorialkonflikt zwischen China und Vietnam.

Indonesiens Gewaltherrschaft in West-Papua
Melbourne 2012: Papua und UnterstützerInnen demonstrieren für ein unabhängiges West-Papua. Foto: Wikimedia Commons / Nichollas Harrison

Um die 3.000 schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten bewachen in tropischem Klima das Areal der größten Goldmine der Welt. Jedes Jahr werden mehrere Milliarden Dollar durch das dort geförderte Gold und Kupfer verdient. Jeden Tag werden dort hunderttausende Tonnen giftige Rückstände erzeugt, welche die Gewässer und das Grundwasser in der Umgebung vergiften. Trotz der starken Bewachung wagen sich regelmäßig kleine Gruppen von Rebellen aus dem nahe gelegenen Dschungel, um Sabotageakte und Anschläge gegen die Mine durchzuführen. Ihren gefährlichsten Gegner stellen die Spezialeinheiten des Militärs dar, von denen sie schon seit langem gnadenlos gejagt werden. Ein schmutziger Krieg wird geführt, in dem verzweifelte Rebellen mit Speeren, Bögen und Jagdgewehren gegen eine moderne Armee samt Elitetruppen, Hubschraubern und Flugzeugen kämpfen. Ein Konflikt mit geringer Intensität, von dem kaum jemand in Europa etwas weiß, der aber bereits über 100.000 Todesopfer gefordert hat. Ein Konflikt zwischen den Interessen eines Staates und der Existenz indigener Völker.

Der Krieg in Mali und aufkeimender Dschihadismus in Nordafrika
„Ihr kommt hier nicht rein!“ – Französische Truppen in Mali: Friedensmission oder Neokolonialismus? Karikatur: ck

Mali und Algerien sind nur die letzten Beispiele in einer Reihe von Entwicklungen, die darauf hinweisen, dass die Staaten Nordafrikas derzeit vor einigen sicherheitspolitischen Herausforderungen stehen. Dem/der entfernten BeobachterIn mag es so vorkommen, dass der scheinbare Aufschwung dschihadistischer Gruppierungen infolge des Arabischen Frühlings Ursache für die komplizierte Situation in den so genannten „schwachen“ Staaten der Region ist. Allerdings sind die Probleme vielschichtiger und speisen sich auch aus tribalen und ethnischen Konflikten sowie den finanziellen Interessen verschiedener Parteien.

Die andere Seite des Urlaubsparadieses
Proben für den Ernstfall: Thailändische Soldaten bei einem Manöver. Foto: SSGT Stan Parker, USAF, Wikimedia Commons

Thailand ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern spätestens seit 2004 auch der Schauplatz eines erbarmungslosen Bürgerkrieges, von dem die meisten TouristInnen nichts mitbekommen oder wissen. In den drei südlichsten Provinzen Thailands – Pattani, Narathiwat und Yala – leben überwiegend muslimische Malaien, während die im Großteil Thailands dominierenden buddhistischen Thais sich dort in der Minderheit befinden. Dort kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Angriffen u.a. auf Lehrpersonal, die Attentäter kündigten den Fortgang der Gewalt an. Bereits seit Ende der sechziger Jahre gibt es in diesen Provinzen von Seiten der Malaien Bestrebungen nach Autonomie oder Abspaltung von Thailand. Die Forderungen entsprechender malaiischer Organisationen wie der PULO (Pattani United Liberation Organization) beinhalten auch die Einführung der Scharia, des islamischen Rechts, in der Region sowie zumindest ein Referendum über die Abspaltung der Provinzen zwecks Gründung eines islamischen Staates, in Anlehnung an das bis 1902 existierende Sultanat Pattani.