Hochschulpolitik
Grüne entscheiden StuPa-Wahl an der UDE für sich / Bisher stärkste Liste US trat wegen „Diffamierung“ nicht an
Ohne United Students konnte sich die GHG Stimmen zurückholen: Die aktuelle Sitzverteilung im StuPa der UDE nach den Neuwahlen. Im Hintergrund: Das kürzlich geschlossene Kunst und Kultur Centrum, für dessen Wiedereröffnung sich die Grüne Liste einsetzen will. Grafik: mar; Foto: Blubbalutsch / Wikimedia Commons (GFDL und CC-BY-SA-2.0-de)

Es ist noch kein halbes Jahr her, dass an der Universität Duisburg-Essen (UDE) das Studierendenparlament (StuPa) gewählt wurde. Die Wahl wurde aber beanstandet, so dass die Studierenden im westlichen Ruhrgebiet in der vergangenen Woche erneut wählen gingen.

Neue Liste lädt ein: Treffen immer freitags
Eine neue Liste an der RUB. Wird der Campus basisdemokratischer und transparenter?. Quelle: GRAS

In der letzten Ausgabe berichtete die :bsz bereits über die Gründung der neuen Liste „Grüne & Alternative Student*innen Bochum“ (GRAS) die, trotz aller aufkommender Gerüchte, keine Nachfolgeliste der Grünen Hochschulgruppe ist und in Zukunft den Campus der RUB basisdemokratisch und transparent aufrütteln will. Statt 

GRAS ohne BIER – das lob’ ich mir!
GRAS statt BIER? Die neuen Grünen haben ein frisches Gewand – ob es wohl bei den Studis auch besser ankommt? Screenshot: tims

Das Sommerloch der Hochschulpolitik wurde durch die Auflösung der Grünen Hochschulgruppe (GHG) am 25. Juli 2015 und dem Rückzug der Liste BIER postwendend gestopft. Nach zwölf „guten und schlechten Jahren“ AStA-Arbeit sollte ein Schlussstrich gezogen werden, so die GHG. Oder war es vielmehr eine Kapitulation gegen den „allmächtigen konservativen“ AStA? Mit dem Ziel, diesen zu stürzen, gründete sich nun die Liste „Grüne & Alternative Student*innen Bochum“ (GRAS). Déjà-Vu oder wirklicher Neuanfang?

Auflösung der Grünen Hochschulgruppe (GHG) an der RUB
„Revolutionäres Flair“ trifft es nicht ganz, aber auch die Freie Uni Bochum gehört zu den „großen Schlachten“, an denen sich die GHG beteiligt hat.  Foto: Freie Uni Bochum

Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) verabschiedet sich von der Hochschulpolitik an der RUB. Begründet wird die Entscheidung vor allem mit dem unpolitischen Klima innerhalb der Studierendenschaft und den jüngsten Angriffen gegenüber der GHG.  Die ParlamentarierInnen der GHG werden ihre Sitze jedoch bis zur nächsten Wahl behalten.

Kommentar: Auflösung der GHG: Eine hochschulpolitische Bankrotterklärung

Peinlicher Abschied: die grüne Hochschulgruppe schwärmt in ihrer Stellungnahme von den guten, alten, wilden Bildungsstreik- und Hörsaal-Besetzungszeiten und jammert über die „konservative AStA-Mehrheit“, jammert über den Trend zum unpolitischen AStA, jammert über „Steigbügelhalter“-Jusos – und sagt: tschüss. Einfach nur ein Jammer!

:bsz-Interview mit dem „Unterstützungskreis Politikverbot“ - Teil 1
So kann sie aussehen: Die unpolitische Uni. Karikatur: kac

Auf keine Widerstände gestoßen: So schätzen Jens und Tim vom „Unterstützungskreis Politikverbot“ die bisherige Resonanz ihrer Flugblattverteilung  ein, mit der sie die Vertreibung aller politischen Strukturen auf dem Campus fordern. Wir sprachen mit ihnen über Linksextremismus, Bücherverbannung und die taktische Wichtigkeit eines langsamen Bewusstseinsprozesses.

Kommentar: Karsten Finke –auch für die Hochschulpolitik zu radikal?

Ist die politische Kultur an der Universität freier und radikaler als die im Rathaus? Oder zeigt die Tatsache, dass Karsten Finke, der sein Mandat im Bochumer Stadtrat niederlegt hat, von der Grünen Hochschulgruppe (GHG) Solidarität „ohne Einschränkungen“ erfährt, dass Hochschulpolitik doch nur ein Spielplatz für Träumer und Träumerinnen ist?

Noch immer gibt es in einigen Seminaren bei zu häufigem Fehlen keine Note
Leere Bänke ohne Anwesenheitspflicht? Foto: bk

Wer ein Studium beginnt, hat von dem Klischee des Studis, der sich nie im Seminarraum blicken lässt und seine Prüfungen trotzdem besteht, bestimmt schon einmal gehört. Tatsächlich besteht nicht in jeder Lehrveranstaltung an einer Uni Anwesenheitspflicht und mit dem Hochschulzukunftsgesetz (HZG; 2014) wurde diese auf dem Papier sogar komplett abgeschafft – aber ganz so einfach sieht es in der Realität dann doch nicht aus.

Verflechtungen von Wirtschaft und Wissenschaft im Visier von Hochschulwatch
Anwendungsorientierung ist lukrativ: Anteil der Drittmittel aus der Wirtschaft an einigen Ruhr-Hochschulen. Grafik: joop; Quelle: Hochschulwatch / Statistisches Bundesamt

Jährlich fließen 1,3 Milliarden Euro aus der Wirtschaft an deutsche Hochschulen; das sind 20 Prozent der Drittmittel. In den letzten zehn Jahren habe sich die Summe mehr als verdoppelt, sagt Arne Semsrott vom Projekt Hochschulwatch, das Transparenz schaffen will. „Wir wollen untersuchen, ob damit auch ein größerer Einfluss der Unternehmen einhergeht. Ist die Freiheit von Forschung und Lehre in Gefahr?“

David Schmidt und Jan Heinrich im :bsz-Interview
Gut gelaunt nimmt der frischgewählte AStA-Vorsitzende David Schmidt die Amtsgeschäfte auf. Foto:ck

:bsz Stellt euch mal kurz vor.

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