Fußball
GELD SCHIESST TORE, TRADITION WIRFT BENGALOS? – Teil 4 der :bsz-Reihe zur Lage des Fußballs – Rezension: „111 Gründe, den VfL Bochum zu lieben“ ehrt die Zweite Liga
Galt einst als unabsteigbar: der VfL. - Cover: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Der VfL Bochum: Ein Traditionsverein, die graue Maus der Liga, der Underdog, die Unabsteigbaren – einfach ein Stück Ruhrgebiet und von eminenter Wichtigkeit für eine Stadt, die nach dem Verlust von Nokia, BlackBerry und vor allem Opel auf Identitätsfindung ist und nach dem letzten Strohhalm greift, der übrig geblieben ist. Das klingt im ersten Moment hart, aber so kann auch das Buch von Tom MacGregor „111 Gründe, den VfL Bochum zu lieben“, beschrieben werden.

GELD SCHIESST TORE, TRADITION WIRFT BENGALOS? – Teil 3 der :bsz-Reihe zur Lage des Fußballs – Zwischen Tradition und Kommerz: BVB und S04
„Wie viel Tradition steckt in den beiden Ruhrgebietsvereinen?“ Zwischen zweifel - haften Sponsorenverträgen und profitablen Aktienverkäufen. Karikatur: Sabrina Schmid

RB Leipzig hat ungewollt eine Diskussion  über die Vereinbarkeit von traditionellen Werten und gleichzeitiger internationaler Wettbewerbsfähigkeit der Vereine ausgelöst. Die beiden großen Ruhrgebiets-Clubs Borussia Dortmund und Schalke 04 gehen dabei unterschiedliche Wege, das Ziel aber vereint die Rivalen: eine internatio­nale Marke aufbauen.

GELD SCHIESST TORE, TRADITION WIRFT BENGALOS? – Teil 2 der :bsz-Reihe zur Lage des Fußballs – RB Leipzig spaltet Fußball-Deutschland
Büörks: Peter Neururer hat seine ganz eigene Meinung zu RB Leipzig. Karikatur:  Sabrina Schmidt

Nach dem gelungenen Zweitliga-Start träumt RB Leipzig schon vom direkten Aufstieg in die Bundesliga. Vielen ist der durch Red Bull finanzierte Verein ein Dorn im Auge und dessen Besitzer Dietrich Mateschitz ein größeres Feindbild als Dietmar Hopp von Hoffenheim. Peter Neururer findet RB gar „zum Kotzen“. Wird durch Red Bull die 50+1-Regel, die bisher eine Kommerzialisierung des Fußballs verhindern sollte, gebrochen?

GELD SCHIESST TORE, TRADITION WIRFT BENGALOS? – Teil 1 der :bsz-Reihe zur Lage des Fußballs – Nach Halbinsel-Annexion: Ukrainische Vereine wollen in Russland antreten
Fußball ist Krieg: Die politische Lage überschattet den Saisonstart in der Ukraine. Karikatur: kac

Nach der langen WM-Pause geht in Europa langsam wieder der Betrieb in den Fußball-Ligen los.

Die WM in Brasilien unter Ausschluss des Volkes
The sky is the limit: Begrenzter Wohnraum in São Paulos Favela-Stadtteil Rocinha. Foto: flickr, Rocinha_eflon (CC BY 2.0)

Endlich hat sie begonnen: Die 20. FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft. Das fußballverrückte Land am Zuckerhut steht für die kommenden vier Wochen im Fokus der Weltöffentlichkeit. Diese soll dann ein Brasilien sehen, das die sozialen Missstände im Land in den Griff bekommen hat. Doch auch während das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien lief, kam es in São Paulo zu weiteren Protesten gegen die viel zu hohen Ausgaben für die Stadien und die Infrastruktur der WM. Aus Sicht der DemonstrantInnen wären diese Gelder besser im Bildungs- und Gesundheitswesen aufgehoben. Als Neymar den BrasilianerInnen mit seinen beiden Treffern den Auftaktsieg bescherte, war das WM-Stadion in São Paulo im Übrigen noch nicht komplett fertiggebaut.

RUB-Studierende gründeten etwas andere Kreisligamannschaft
Auch im Hallenturnier Sparkassen Masters 2014 erfolgreich: Der BV Langendreer 07 III. Foto: J. Kaminski

Als im April 2010 der FSV Sevinghausen den Aufstieg in die Bezirksliga nur knapp verpasst hatte, konnte sich in Langendreer noch niemand vorstellen, dass dies Auswirkungen auf die Zukunft des BVL 07, den ortsansässigen Kreisliga-Club im anderen Teil Bochums haben würde. Mit dem missglückten Aufstieg verabschiedete sich eine Vielzahl an Spielern von Sevinghausen und bei drei von ihnen entstand die Idee, eine neue Mannschaft zu gründen oder sich zumindest einem anderen Verein anzuschließen, um dort eine dritte Mannschaft aufzubauen. Jonas, Julien und Paul, damalige Studierende der RUB und im April 2010 vereinslos, wollten endlich selbst entscheiden, mit wem sie zusammen spielen und das am besten noch auf Kunstrasen – das jahrelange Kicken auf Asche hatte wohl Spuren hinterlassen.

Die Toten Hosen – Tod den Nationen?
Bis zum Ende der Nation: Die Toten Hosen in Bochum. Foto: Jacq

„Der Sascha, der ist arbeitslos – was macht er ohne Arbeit bloß? Er schneidet sich die Haare ab und pinkelt auf ein Judengrab. Zigeunerschnitzel, das schmeckt gut, auf Sintis hat er eine Wut, er isst so gern Cevapcici, Kroaten mochte er noch nie. Der Sascha, der ist Deutscher, und deutsch sein, das ist schwer. Und so deutsch wie der Sascha, wird Abdul nimmer mehr“, brüllte Campino letzten Freitag und Samstag dem ausverkauften Rewirpowerstadion an der Castroper Straße entgegen.

Der Fußball und sein Rassismusproblem
Am vergangenen Wochenende kam es zu rassistischen Parolen in italienischen Stadien. Foto: rl

Während im deutschen Fußball der Ball derzeit ruht und die wichtigsten Nachrichten den Schalker Mittelfeldspieler Lewis Holtby und seinen Wechsel zu den Tottenham Hotspurs (voraussichtlich) im Juni 2013 betreffen, wird in manchen europäischen Ligen schon wieder vor das runde Leder gekickt. Abseits des Spielgeschehens kam es jedoch vermehrt zu politisch unhaltbaren Auswüchsen in den Fanlagern, zuletzt in Italien in Form rassistischer Schmähgesänge. Auch der deutsche Fußball ist gegen Probleme dieser Art nicht immun, wie der Fall Borussia Dortmund nahelegt.

Seiten