Filmkritik
„Deadpool“: Rangeln und quatschen mit dem Publikum
Räkelt sich lasziv auf einem Bärenfell vorm Kamin: Was Superhelden nach Feierabend so tun. Bildquelle: Twentieth Century Fox

Seine Krebsdiagnose veranlasst Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds) dazu, sich auf ein mysteriöses Experiment einzulassen, das ihn entstellt. Vorher hätte Deadpool ein Calvin-Klein-Model sein können, doch wurde er durch sein Wagnis hässlich „wie eine Avocado, die Geschlechtsverkehr mit einer älteren Avocado hat“ oder „wie ein Hoden mit Zähnen“. Das Dramatische daran: Deadpool hat Angst, vor seiner Freundin die Hosen herunter zu lassen.

Zweieinhalb Stunden Nahtoderfahrung
Leonardo DiCaprio als einsamer Rächer: So „sauber“ sieht er nur wenige Minuten im Film aus. Bildquelle: Twentieth Century Fox

Mit „The Revenant“, der am 6. Januar 2016 in den deutschen Kinos startete, setzt Leonardo DiCaprio als Hugh Glass zum erneuten Sprung auf den Oscar als Bester Hauptdarsteller an – und das mit viel Anlauf. Der Film ist in elf weiteren Kategorien nominiert, darunter Bester Film, Bester Nebendarsteller (Tom Hardy) und Beste Regie (Alejandro G. Iñárritu).

„Ich und Kaminski“ feierte Premiere in der Essener Lichtburg
Präsentierten in der Essener Lichtburg ihren neuen Film „Ich und Kaminski“: Hauptdarsteller Daniel Brühl und Regisseur Wolfgang Becker. Foto: bent

Vom Bubi zum arroganten Arschloch: Mit der DDR-Komödie „Goodbye Lenin“ hat Regisseur Wolfgang Becker Daniel Brühl mit der Rolle des engagierten Sohnes zum Star gemacht. In der Lichtburg präsentierten beide ihre erste gemeinsame Zusammenarbeit seitdem: die Künstler-Komödie „Ich und Kaminski“.

„Die Lügen der Sieger“: Nostalgischer Journalismus-Thriller
„Ich will ein Selfie mit Dir“: Filmstar Florian David Fitz lockt bei der Deutschland-Premiere in der Essener Lichtburg zahlreiche BesucherInnen an. Foto: bent

Enthüllung? Empörung? Alles Nostalgie: In Christoph Hochhäusler Polit-Thriller „Die Lügen der Sieger“ läuft der Enthüllungsjournalismus ins Leere.

„Selma“ bitte im Original anschauen!
Dr. Martin Luther King jr. spielte bei dem Protestmarsch in Selma eine entscheidende Rolle. Quelle: flickr_Social_Stratificatio_CC-BY-ND-2

Mit „Selma“ bringt Ava DuVernay einen der größten und bedeutendsten Bürgerrechtler der USA auf die großen Leinwände: Martin Luther King, gespielt von David Oyelowo, verkörpert den friedvollen Freiheitskämpfer, der seine Stimme als Waffe gegen die vorherrschende Rassentrennung in den USA der 1960er Jahre benutzte und dabei auf Waffen verzichtete. Wer den Film ohne Verlust der Authentizität sehen möchte, sollte ihn sich im Original anschauen.

Filmkritik: „American Sniper“: Eastwoods Inszenierung spaltet die Massen
Sniper-Killer Christopher Kyle zu Talkmaster Conan O’Brien: „Ich bin nur ein Affe mit einer Waffe.“ Karikatur: ck

Christopher Kyle war Amerikas erfolgreichster Scharfschütze. 160 vom Pentagon bestätigte „Abschüsse“ gehen auf das Konto des gebürtigen Texaners – nach seinen Angaben sollen es mehr als 250 gewesen sein. Vermutlich  Grund genug für Clint Eastwood, die Lebensgeschichte des umstrittenen „Kriegshelden“ zu verfilmen. American Sniper läuft seit heute in den deutschen Kinos und wurde am vergangenen Wochenende mit einem Oscar ausgezeichnet.

Der Preis ist heiß: Nominierungen ohne Ende für „Birdman“
Am Set: Kameramann Emmanuel Lubezki und Regisseur Alejandro González Iñárritu geben Michael Keaton detailliert Anweisungen. Quelle: Twentieth Century Fox

Der Schauspieler Riggan Thomson (Michael Keaton) wurde durch die „Birdman“-Trilogie berühmt und wohlhabend, doch rutschte der Star durch seine Absage für einen vierten Teil an den Rand der gesellschaftlichen Bedeutungslosigkeit. Persönlich und finanziell kämpft er nun um die Anerkennung seiner Fähigkeiten, die er durch seine Broadway-Produktion „What We Talk About When We Talk About Love“ zu erlangen hofft. Auf seiner Ruhmes-Odyssee wird er von seiner Tochter, seinem Manager und den DarstellerInnen begleitet, die es ihm nicht immer leicht machen. Widerstände sind für Birdman keine Seltenheit, denn von nahezu allen Seiten gibt es schmerzliche Kritik und Engpässe, die seine Existenz bedrohen.

Filmkritik: Ungeschönt und brachial: „Herz aus Stahl“
„Fury“os: In David Ayers neuem Film geht es nicht um Pferde. Karikatur: ck

Nach „End of Watch“ und „Sabotage“ liefert der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor David Ayer sein neustes Werk ab. „Herz aus Stahl“ (OT: „Fury“) erzählt die Geschichte einer eingeschworenen US-Panzerbesatzung, die in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges um ihr Überleben kämpft.

Studienkreis Film (SKF): „Doktor Schiwago“ als Weihnachtsfilm
Läuft beim Studienkreis Film im Vorweihnachtsprogramm: David Leans „Doktor Schiwago“ Foto: Metro-Goldwyn-Mayer

Beim SKF steigt am Donnerstag das cineastische Begleitprogramm zur rot-rot-grünen Revolution in Thüringen: Mit der bolschewistischen Umwälzung zerbröseln in David Leans „Doktor Schiwago“ selbst zu Weihnachten Besinnlichkeit, Bürgerlichkeit und Balz. Bedauerlich und brandaktuell.

Jetzt im Kino: „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere“
Bilbo Beutlin, Titelheld der Hobbit-Trilogie. Bild: Elisa Gallion, deviantart.com (CC-BY-NC-3.0)

Peter Jackson ging mit „Der Herr der Ringe“-Trilogie in die Filmgeschichte ein. Nun läuft der letzte Teil der Mittelerde-Saga von J. R. R. Tolkien in den Kinos. „Die Schlacht der fünf Heere“ begleitet den Hobbit Bilbo Beutlin und seine Gefährten, die von dunklen Mächten bedroht werden und in Konflikt mit Verbündeten gelangen. Es erwarten Euch epische Kämpfe um Macht, Reichtum, Freundschaft und Liebe.