Erdogan
Uni Duisburg-Essen: Aufgeheizte Stimmung beim Dialog
Von Kritik erfasst: Die DİTİB-Merkez-Moschee im Duisburger Stadtteil Marxloh. Foto: box

Konflikt: Die Veranstaltung „DİTİB – Marionetten Erdoğans?“ der YXK musste vor Beginn am Abend des 12. Januar umdisponieren, um an der Universität Duisburg-Essen (UDE) stattfinden zu können.

In der Türkei haben die AlevitInnen es zunehmend schwerer
Engagiert für die alevitische Jugend: Der Bundesvorstand des BDAJ.

Die Türkei wird hierzulande meist als ein Land mit religiös homogener Bevölkerung wahrgenommen. Dabei zählen zu den 80 Millionen EinwohnerInnen neben der sunnitisch-islamischen Mehrheit auch geschätzt 10 bis 15 Millionen Angehörige des Alevitentums. In der türkischen Gesellschaft hatten die AlevitInnen schon immer einen schweren Stand. Seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli hat sich ihre Situation jedoch deutlich verschlechtert. Patrick Henkelmann fragte für die :bsz daher bei der alevitischen Jugendorganisation BDAJ nach.

Kommentar: Ein Mensch kann zugleich türkisch und deutsch sein
Türkisches Fahnenmeer in Köln: 40.000 Menschen demonstrierten für Präsident Erdoğan. Foto: Andreas Trojak (CC BY 2.0)

Die doppelte Staatsangehörigkeit ist wegen der „Deutschtürken“ aktuell in der Kritik. Anlass sind die 40.000 DemonstrantInnen, die in Köln am 31. Juli ihre Gefolgschaft zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zeigten. 

Donald Trump vs. Recep Erdoğan

 

Donald Trump

Du hast ’nen Schnäuzer, ich hab Style und das Geld,

Meine Zerstörer und Kreuzer sind mein Geschenk an die Welt.

Die Welt ist das Geschenk an die großen US of A

Amerikaner sind Babos, außer sie sind Schwarze, Frauen oder Gay.

Einreise für Weiße, nur für diese Kreise, so wahr ich Trump heiße!

Ich baue ’ne Mauer gegen Diebe und Klauer, werde Moslemverhauer.

Nach dem IS kommst du, also nimm dich in Acht:

Ich habe die Power, ich habe die Macht!

 

 

Recep Erdoğan

Yo, Donald! Deine Frau ist ne slowenische Schlampe!

Welche Sau reibt Erdoğans Wunderlampe?

Ich ficke die Uni, ich ficke die Presse,

Auch Deutsche wie Böhmi, also halt deine Solariumfresse!

Du träumst von Krieg, ich lebe deinen Traum:

Ich werfe Bomben auf Kurden-Männer und -Frau’n.

Meine Beats sind fetter als die von Bass Sultan Hengst,

Du siehst mein Gesicht, wenn du an den Hass-Sultan denkst!

Putsch in der Türkei zeigt auch in NRW Auswirkungen
Hat auch in NRW und Deutschland viel Rückhalt: der türkische Autokrat Erdoğan. Quelle: R4bia.com

Über eine Woche ist der missglückte Putschversuch in der Türkei her. Seitdem Teile des Militärs am 15. Juli versuchten, Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen, sind nicht nur Ankara und Istanbul in Aufruhr. Auch in deutschen Städten waren die Reaktionen groß – und teils gewalttätig.  

Inszenierte Putsche - eine Auswahl
Gelenkte Volksmassen: Kommunistische Massendemonstration während des Putsches 1948 in der Tschechoslowakei.

In einem Interview mit der BBC am 18. Juli stellte Fethullah Gülen, der von Erdoğan verdächtigt wird, den Putsch geplant zu haben, eine gewagte These auf: Der türkische Ministerpräsident habe den Putsch gegen sich inszeniert, um seine Macht zu stärken und seine Befugnisse zu erweitern. Diese Behauptung nimmt die :bsz zum Anlass, um auf inszenierte Putsche in der Zeitgeschichte zurückzublicken.

Erdoğan auf Versöhnungskurs: Israel und Russland
Streit beigelegt: Erdoğan und Putin haben sich wieder lieb. Bild: flickr/DonkeyHotey (CC BY 2.0)

Nach politischen Pleiten ist die Türkei in eine internationale Isolation manövriert worden und hat deutlich weniger Freunde als noch vorher. Aus diesem Grund peilt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einen Kurswechsel seiner Politik an und bändelt mit denen, die er vorher verspottet hat.

Das Vorgehen am LiLi-Tisch wirft Fragen über die Campus-Kultur auf

Die unpolitische Doktrin der Uni, die politische Inhalte auf Campusfesten untersagt, ist für eine pluralistische Studierendenschaft nicht haltbar.

HRW beobachtet massive Menschenrechtsverstöße in der Türkei
Flüchtlingsboote auf dem offenen Meer: Solche Bilder soll es nicht mehr geben. Foto: UNHCR/A. D‘Amato

Mehr als zwei Millionen SyrerInnen halten sich aktuell unter  „temporärem Schutz“ in der Türkei auf. Am Dienstag berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) aus Istanbul von BeamtInnen, die Asylsuchende mit Waffengewalt an der Überquerung der Staatsgrenze hinderten. Von fünf Toten ist die Rede.

Abseits diplomatischer Empörung – was SatirikerInnen wirklich drohen kann
Böhmermann in  Erdoğans Würgegriff: Wie dehnbar ist der Begriff der Satirefreiheit? Collage: alx

Seitdem Moderator Jan Böhmermann aufgrund seines Schmähgedichtes über den türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan nicht mehr nur im Rampenlicht, sondern auch im Fokus der Staatsanwaltschaft Mainz steht, drängt sich neben allen politischen und ethischen Fragen nun auch die juristische auf. RUB-Professor Klaus Bernsmann beleuchtete vergangene Woche die strafrechtliche Seite des Skandals und seine möglichen Folgen.

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