Dortmund
GELD SCHIESST TORE, TRADITION WIRFT BENGALOS? – Teil 7 der :bsz-Reihe zur Lage des Fußballs – Fehlstart in der Bundesliga
Kloppos Terminkalender: Müssen sich die BVB-Fans bald den Montagabend frei halten? Gibt es wieder Gründe, Sport1 zu gucken? Geht es bald regelmäßig in die Provinz? Foto: mb, tims, bent

Die Ära von Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund war bisher geprägt von kontinuierlicher Qualitätssteigerung, die 2011 und 2012 mit den gewonnenen Meisterschaften, dem Double und dem Einzug ins Champions-League-Finale seine Höhepunkte fand. Diese Saison gestaltet sich jedoch deutlich anders – woran hapert es bei den Schwarz-Gelben?

Kein Werben fürs Sterben: Aktionen gegen die Bundeswehr auf der YOU-Messe in Dortmund
Früh übt sich: Das gilt auch für den Kriegsdienst an der Waffe auf der Jugendmesse YOU in Dortmund. Foto: bent

Uncle Sam wants YOU: In diesem Jahr fand die YOU-Messe nach einigen Jahren wieder in Dortmund statt und brachte mit der Bundeswehr einen umstrittenen Standbetreiber, der die Jugendmesse als Plattform nutze, um junge Menschen für den Wehrsdienst zu rekrutieren. Dagegen zeichnete sich schon im Vorfeld Widerstand ab. Verschiedene Organisationen störten als Bündnis Krieg ist kein Funsport mit Flashmobs den aufwendigen Standbetrieb des Militärs.

Kommentar: Dortmunder Stadtrat wird zur Bühne für antisemitische Provokation

Eine geschmacklose Provokation der Partei „Die Rechte“ im Dortmunder Stadtrat sorgt für Aufsehen: Vergangene Woche fragte Dennis Giemsch, Ratsvertreter der „Rechten“, nach der Anzahl der in Dortmund lebenden BürgerInnen, die dem jüdischen Glauben angehören.

Zehn Tage Off-Theaterszene in Dortmund: Das Festival Favoriten 2014
Du musst Dein Zivilisationsproblem lösen. Foto. bent

Experimentell und heterogen: Jeden zweiten Herbst ist Dortmund Schauplatz des Favoriten-Festivals. Auch in diesem Jahr lotete die freie Kunstszene vom 25. Oktober bis zum 1. November im Museum am Ostwall (MAO) mit Klang- und Videoinstallationen, Tanz, Performance oder Hörspielen nicht nur die Möglichkeiten der Kunst aus, sondern fragte auch nach der Erfahrung des alltäglichen Raums: Als Happening, als Stadtrundgang oder als Lauschangriff. Den zivilisatorischen Raum stellte dagegen die Theatergruppe subbotnik ganz in Frage: Ihr Stück „Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden“ begeisterte das Publikum im Dortmunder Schauspielhaus.

Satire: SA 2.0: Nazi-Partei Die Rechte träumt vom „Dortmunder Stadtschutz“
„Make my day!“: Vergesst RoboCop, hier kommen die grenzdebilen Nachtwächter. Karikatur: ck

Der Traum des kleinen Michael (der aber seit fast einem Jahr auch Alpträume von Nikoläusen hat) scheint wahr zu werden: Endlich Polizist, endlich Ordnungshüter werden. Davon hat schließlich mal jeder kleine Junge (mit suboptimaler Sozialisierung, versteht sich) geträumt.

Nach der Räumung: Sechs Tage Avanti in der Dortmunder Nordstadt
Freiräume jetzt! Die Banner verkündeten die Hausbesetzung. Foto: bent

Am Freitag, den 29. August, wurde das soziale Zentrum Avanti in der Dortmunder Nordstadt geräumt, um wegen versuchter Tötung, wie die Polizei begründete, zu ermitteln. Für die Menschen im Viertel verkörperte das selbstverwaltete Sozial- und Kulturzentrum aber auch eine Aufbruchstimmung. Eine Chronik der sechstägigen Besetzung.
 

CSD soll durch Blockaden beschützt werden – Kritik an Polizei
Kein Platz für braune SpinnerInnen: DortmunderInnen wehren sich gegen Nazi-Kundgebungen. Foto: bent

Am Samstag, den 23. August, will die Neonazi-Partei Die Rechte mit einer Kundgebung an den Dortmunder Katharinentreppen gegen das vor zwei Jahren durchgesetzte Verbot des „Nationalen Widerstands Dortmund“ (NWDO) protestieren. Nur einige Meter entfernt wird zeitgleich der Christopher Street Day (CSD) stattfinden. Die Polizei hat die Protestkundgebung bisher weder verboten noch den Veranstaltungsort verlegt, was vor allem VeranstalterInnen des CSD und AntifaschistInnen kritisieren. Das Bündnis BlockaDo ruft zur Platzbesetzung auf, um den CSD zu schützen.

SS-Siggi tritt zurück – die Rechten in den Stadträten des Ruhrgebiets bleiben
Der eine tritt ab, der andere rückt nach: Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt (l.) und Die-Rechte-Ideologe Dennis Giemsch. - Fotos: anonym

Es hat nur zwei Ratssitzungen gedauert, dann war die groß angekündigte Karriere eines bekannten Neonazis im Dortmunder Stadtrat wieder vorbei: Vor einer Woche gab Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, der für die Partei „Die Rechte“ im Rat saß, sein Mandat zurück, angeblich aus gesundheitlichen Gründen und zeitlicher Belastung. Borchardts Nachfolger steht schon bereit – und auch im Rest des Ruhrgebiets haben rechte Parteien ihren Einzug in die Stadträte halten können.

Nach Rathausattacke: Staatsschutz verteidigt Nazis / Vorwürfe gegenüber RathausverteidigerInnen
Von den Nazis abgewendet? Dortmunder PolitikerInnen kritisieren naives Verhalten der Polizei. Foto: Sozialfotografie StR

Gegensätzliche Positionen: In einem offiziellen Bericht des Innenministeriums zur Rathausattacke in Dortmund wurden schwere Vorwürfe gegen bürgerliche und linke Parteien erhoben: Gewalt sei von ihnen ausgegangen, einige sollen zudem betrunken gewesen sein. Dem wird in einem Bericht Dortmunder PolitikerInnen widersprochen. Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen gegen 22 Neonazis eingestellt. Dafür sind neue TäterInnen gefunden: Gegen 40 RathausverteidigerInnen wird wegen Nötigung ermittelt.

Der Rathausattacke folgte eine Antifa-Demo und Kritik am Staatsschutz
Zeichen gegen faschistische Gewalt: Nach dem Nazi-Angriff auf das Rathaus rief das Bündnis-BlockaDO zur Protestdemo auf. Foto: bent

Einige Tage nach dem Schock über den versuchten Sturmlauf der Faschisten auf das Dortmunder Rathaus heißt es nun für viele PolikerInnen und AktivistInnen, aufzuarbeiten, dass nicht nur in Europa das rechte Lager zugelegt hat, sondern dass der Ratseinzug der neonazistischen Schlägertruppe Die Rechte brutale Realität geworden ist. Während der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange den RathausverteidigerInnen des Wahlabends schlechte Aufklärungsarbeit gegenüber der Polizei vorwarf, äußerten im Gegenzug vor allem SprecherInnen bei einer antifaschistischen Demo Kritik am Verhalten des Staatsschutzes.

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