Datenschutz
Wahlbeeinflussung und Datenmissbrauch durch Massenmail? Anzeigen und Wahlprüfung
Nicht nur schmutzig, sondern illegal: RUB knallhart stellt infrage, wie sicher  unsere Daten auf den RUB-Servern sind. Foto: Foto succo, pixabay.com (CC0)

In dem einerseits inhaltlich engagierten, andererseits stark zwischen Koalitions- und Oppositionslisten polarisierten Wahlkampf kam es am Mittwochabend der Wahlwoche zu einem Eklat, als eine Massenmail mit dem anonymisierten Absender „RUB knallhart“ über 52.000 Studierende, Beschäftigte und Alumni der RUB erreichte. Da sich einige hochschulpolitisch aktive Studierende mehrerer Oppositionslisten durch die Massenmail diffamiert, beleidigt und in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sehen, laufen inzwischen strafrechtliche Ermittlungen.

Kommentar: Causa „RUB knallhart“: Der Skandal liegt im Datenschutz

Natürlich sind die Oppositionslisten pikiert über die Mail von RUB knallhart – weil sie weiterhin Oppositionslisten bleiben. Da kann man natürlich wettern und „Manipulation!“ und „Diese Wahl ist ungültig!“ rufen. Wer ein schlechtes Blatt hat, sucht verbissen nach einer Möglichkeit, die Karten neu mischen zu lassen. Demnach ist die Aufregung über diese Mail eine künstliche.

US-Strafermittlungsbehörde FBI bemängelt Googles und Apples Datenschutzpläne
Und wer hat’s gefunden? Die optionale Verschlüsselungsoption in Android-Geräten. Foto: ck

Seit 2011 ist es bei vielen Android-Geräten möglich, eine optionale Verschlüsselung für die eigenen Daten zu aktivieren. Allerdings wissen viele NutzerInnen gar nicht, dass es diese Option überhaupt gibt. Bereits im September 2014 berichtete die Washington Post von Plänen des Suchmaschinen-Riesen Google, die Verschlüsselungsoption in zukünftigen Generationen von Geräten, die mit dem hauseigenen Android-Betriebssystem laufen,  standardmäßig zu aktivieren. Für den Chef des FBI, James Comey, scheint dies jedoch ein Schritt in die falsche Richtung zu sein.

Das Bezahlen per Smartphone bietet Bequemlichkeit – aber für wen?
Shoppen per Fingerabdruck: Apple und Google machen ihre Smartphones zu virtuellen Geldbörsen. Quelle:flickr.com, Jason Howie (CC-BY-2)

Bezahlen per Smartphone – was hier in Deutschland erst 2016 eingeführt werden soll, ist in den USA seit Kurzem Realität, denn mit Apples neuester iPhone-Generation wurde auch der Dienst Apple Pay eingeführt, der das Handy zur virtuellen Geldbörse macht – und zur Schatztruhe voller KundInnendaten.

Auch im Netz bewegt sich die Antifa in rechtlichen Grauzonen
Kaum da, schon wieder weg: Gilt leider nur für Graffiti. Foto: USch

„Oh du Fröhliche“ sollte es zur Adventszeit heißen. An der RUB sieht das jedoch ganz anders aus: Nach der Neonazi-Outing-Plakataktion und den verkleideten Nikoläusen im Hörsaal informierten die Antifa-Mitglieder die Studierenden weiterhin über den Neonazi Michael B. In den darauffolgenden Tagen kam es zur Manipulation von Beamern in Hörsälen und zu einem Datenmissbrauch der E-Mail-Adressen. Um wieder eine friedliche Studierendenschaft zu erlangen, planen das Rektorat und der AStA die Kampagne „Uni ohne Vorurteile“.

Das Ende einer Vision: Vorerst kein Weltfrieden in Sicht
„World Brain“ und „Big Data“: nur schwer trennbar. Screenshot: polarstarfilms, Google and the World Brain Trailer, YouTube

Zwischen 1936 und 1938 verfasste der britische Science-Fiction-Pionier H.G. Wells zahlreiche Essays und Schriften, die sich mit der möglichen Existenz einer zukünftigen Weltenzyklopädie beschäftigen. Veröffentlicht wurde die Sammlung unter dem Titel „World Brain“. Wells beschreibt in seinem Buch die Vision eines Weltgehirns, das als autonomes, synthetisches, frei zugängliches und permanentes System eine nahezu grenzenlose Informationsnutzung und Speicherung ermöglicht. Eine Fiktion, die durch das Internet, moderne IT-Systeme und Google zur Realität geworden ist.

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