Computerspiel
Kommentar: „Final Fantasy VII“-Remake angekündigt – Zeit für Erinnerungen ans Original
Das E3-Publikum rastete aus: FFVII-Ikone Cloud erstmals in HD auf der E3 in Los Angeles. Bild: YouTube, E3 Trailers

Nur wenige Spiele werden weltweit so verehrt wie „Final Fantasy VII“. Vergangene Woche wurde auf der Spielemesse E3 in Los Angeles ein Trailer für ein Remake von Final Fantasy VII vorgestellt – und die Welt flippte aus. Die Menge vor Ort jubelte. „I can’t believe it“, hört man in einem Video von der Vorstellung. Menschen auf der ganzen Welt jubeln, lachen, weinen.

Ein digitaler Augenschmaus
Einfach wunderschön: In „Ori and the Blind Forest“ begleiten wir den quirligen Waldgeist Ori auf seiner gefährlichen Reise.  Illustration: Microsoft

Es scheint sie doch noch zu geben – diese besonderen Spiele, die einen ohne monatliche Gebühren und nervige Zusatzinvestitionen an den Bildschirm fesseln. Mit „Ori and the Blind Forest“ haben die EntwicklerInnen der Moon Studios einen Titel abgeliefert, der mich nicht nur wunderbar unterhält, sondern auch an längst vergangene Zocker-Zeiten erinnert.

„Karmaflow“: Die interaktive Metaloper
Rätselhafte Gestalten in zauberhafter Welt: Das schwarmfinanzierte Spiel „Karmaflow“ dreht sich um Musik. Screenshot: mar

Egal welche Frau mir den Kopf verdreht oder welches Mädchen das Herz mir bricht, es gibt eine Braut, die stets zu mir hält: Die Musik. Obwohl sie mit jedem und jeder tanzt, sie gibt mir doch immer das Gefühl, dass sie nur für mich da ist. Und jetzt stelle ich mir vor, sie verschwindet. Nicht nur fort von mir, sondern aus der Welt. Ich bin in der Welt von „Karmaflow“.

The Order 1886: Cineastischer Ballerspaß ohne Wiederspielwert

Seit Ende Februar lädt der PS4 exklusive Titel „The Order 1886“ SpielerInnen auf eine atmosphärische Reise ins neoviktorianische London ein und sorgt dabei für hitzige Diskussionen in der ZockerInnengemeinde. Die einen fühlen sich cineastisch unterhalten – die anderen beklagen fehlende Innovationen und den geringen Umfang des Titels.

Molleindustria produziert Computerspiele gegen Ausbeutung und Krieg
Wer hat den stärkeren imaginären Freund? In der Religionensatire „Faith Fighter“ treten die wichtigsten Gestalten der Weltreligionen gegeneinander an – hier haut Hindugott Ganesha Jesus aus den Latschen. - Screenshot: mar

Ich spiele dieses Kriegssimulationsspiel von 2012. Dualvision, das heißt zwei Bildschirme, einer links, einer rechts. Erste Mission: auf dem rechten Bildschirm muss ich vor wütenden AfghanInnen flüchten, auf der linken Seite sehe ich den Protagonisten des Spiels. Er schläft. Rechts verwandelt er sich auf einmal in sein Arbeitsgerät, eine Drohne, und fliegt davon. Der Drohnenpilot wacht auf. Was für ein Traum. Nächste Mission: Die Morgen­toilette. Ich schneide mich beim Rasieren. Auf dem Weg zur Arbeit muss ich den richtigen Text von Queens „One Vision“ singen, auf der Arbeit kann ich rechts meiner Arbeit nachgehen – Verdächtige im Mittleren Osten beobachten – oder links mit meiner Kameradin flirten. Ich verkacke beides. Nach Feierabend erschießt der Drohnenpilot mit seinem Sohn Nazis auf der Spielekonsole. „Work is boring“, sagt er. Und mir, dem Spieler, wird klar: Moderne Kriegsführung ist eben nicht „Modern Warfare“.

Kunst statt Kommerz, Emotionen statt Orks – SpieldesignerInnen entdecken ernste Themen
Dysphorie: Wie Euphorie, nur andersherum. Screenshot Auntie Pixelante

Seit Videospiele bereits vor Jahren den Mainstream erreicht haben, breitete sich das Medium von dort aus wieder in die Szenen und den „Underground“ aus. Nicht aber in die technikverliebte Informatikszene, der die Spiele entstammen, sondern in Kreise, die Spiele als eine Kunstform begreifen, die mehr leisten kann als nur zu unterhalten. Autorin und Spieldesignerin Anna Anthropy erzählt in ihrem Flash-Spiel „dys4ia“ von ihrer Geschlechtsumwandlung und setzt dabei pointiert Videospielästhetik und -mechanik ein. In Diskussionen zur Spieleentwicklung geht sie mit der Industrie hart ins Gericht.