Charlie Hebdo
Kommentar: Der Terror in Frankreich wird in den Medien unangemessen behandelt

Vor kurzem wurde unser Nachbarland von islamistischen Gewalttaten heimgesucht, die seine Gesellschaft schwer getroffen haben. Bei der Berichterstattung hierzu liegen jedoch zwei Dinge im Argen: Zum einen wird die Bedeutung des erneuten antisemitischen Angriffs für die jüdischen EinwohnerInnen nicht hinreichend thematisiert, da der Anschlag auf Charlie Hebdo extrem dominiert. Zum anderen findet eine unkritische Identifikation mit jenem problematischen Satiremagazin statt, obwohl eine allgemeinere Verteidigung der Meinungsfreiheit wesentlich angemessener wäre.

Solidarität mit Paris: Anteilnahme und Bekenntnis zur Meinungsfreiheit
Studis solidarisieren sich mit den Opfern von Paris: Auch an der RUB haben die Terroranschläge Wellen geschlagen. Fotos/Collage: mb /kac

Der 7. Januar 2015 wird nicht nur als Tag des Anschlags auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo oder als französisches 9/11 in Erinnerung bleiben, sondern auch als Schulterschluss der Regierungen und BürgerInnen Europas.

Deutsch-französische Freundschaft: Solidarität von NRW bis nach Berlin
Dortmund: Das U bekundet Anteilnahme sowie Presse- und Meinungsfreiheit. Grafik:alx

Nach dem Anschlag vom 7. Januar auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo rücken nicht nur die PariserInnen und Staatsleute Europas näher aneinander, um ihre Solidarität zu bekunden, sondern auch BürgerInnen Europas und sogar Gebäude. Essen, Köln, Düsseldorf, Aachen und Dortmund setzten ein Zeichen, welches das Mitgefühl greifbar macht und offenbart, dass die französisch-deutsche Freundschaft gelebt wird.

Aus der Sicht einer Augenzeugin: Anschlag auf Charlie Hebdo
Auf dass sie nicht umsonst gestorben sind: Der Künstler mr.R & papa.giBs  verewigte die Opfer an einer Mauer in Poitiers. Quelle: ID-Number-THX-1139 (CC BY 2)

Die Anschläge auf Charlie Hebdo waren ein Angriff auf Frankreich, die westliche Welt und vor allem die Werte, für die sie unter anderem steht: Presse- und Meinungsfreiheit. Eine junge Pariserin erlebte ungewollt die Ereignisse aus nächster Nähe und hatte Glück im Unglück: Sie kam noch mit dem Schrecken davon.