Bochum
Das megaFon-Theaterfestival heißt jetzt Zeitzeug_, lässt aber immer noch aufhorchen
Furchtbar abgefahren: Das Leben schmeckt wie ein frittiertes Schwein! Foto: flickr.com / Eugene Wei (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor mehr als zehn Jahren begann die Geschichte des studentischen Theaterfestivals megaFon. Damals fand es noch ausschließlich an der Ruhr-Uni statt. Dieses Jahr, vom 12. bis zum 16. Juni erobert es – nach vielen kleinen Schritten in den letzten Jahren – den urbanen Raum der Bochumer Innenstadt. Außerdem ist es internationaler geworden, und auch Theater steht nicht mehr im Vordergrund, sondern junge Kunst in all ihren Formen und Farben. Da passt das diesjährige Motto „Megamorphosen“ ziemlich gut, zumal das Motto des letzten Jahres, Zeitzeug_, die Stelle des Festivalnamens übernommen hat.

Festival n.a.t.u.r. gibt Denkanstöße für und in Bochum
Zu gut für die Tonne: Die Schnippeldisco macht Bochum zur Suppenküche. Foto: clu

Seit dem 8. Mai ist Bochum im Ausnahmezustand: Insbesondere im Kreativquartier um das Ehrenfeld und die Innenstadt wird seit diesem Tag wieder gepflanzt, gesät, gebastelt, gebaut, verschönert, diskutiert, gefeiert und gelernt. Das Festival n.a.t.u.r. – „natürliche Ästhetik trifft urbanen Raum“ wartet auf mit zahlreichen verschiedenen Veranstaltungen, die in ihrer Unterschiedlichkeit doch eines gemeinsam haben: zu mehr aktiver Beteiligung am gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben in der Stadt aufzurufen und so den (Lebens-)Raum schöner, grüner, fairer und insgesamt lebens- und liebenswerter zu gestalten.

Kreativwirtschaftliche Initiative plant ambitioniertes Architektur-Projekt
Ein Campus für die Innenstadt: Am 17. Mai werden auf dem KAP die Modelle vorgestellt. Grafik/Quelle: www.facebook.com/C60Collab

Bislang war die Brachfläche am City-Tor Süd ungenutztes Bauland. In der Hoffnung auf Investoren versuchte die Stadt Bochum eine potentielle Nutzung als öffentliche Grünfläche durch eine Einzäunung zu verhindern. Daraufhin kam Konzeptkünstler Matthias Schamp, kletterte über den Zaun und brachte Kunst aufs Gelände. Dann wurde es wieder still. Inzwischen nutzen Kulturschaffende die angrenzende Rotunde am Katholikentagsbahnhof, und in unmittelbarer Nähe wird das neue Musikzentrum gebaut. Vom „Kreativquartier Viktoriastraße“ ist die Rede. Höchste Zeit also, dass endlich auch über das Schicksal der Brache entschieden wird – fanden die InitiatorInnen des „C60 Collaboratoriums für Kulturelle Praxis“ und haben der Stadt vor wenigen Tagen ihre mit Studierenden des Master-Studiengangs „ArchitekturProjektEntwicklung“ der HS Bochum entwickelte Vision präsentiert.

Internationales Multikunstprojekt erobert Freies Kunst Territorium
Der polnische Autor Łukasz Łaski performt seine Texte vor Betonparkhaus-Bildern von Alexander Fichtner. Foto: mar

Über ein Dutzend KünstlerInnen mit deutschen und polnischen Wurzeln, die jedoch allesamt in der Ruhr-Region zuhause sind, präsentierten am Abend des 3. Mai kreative Deutungsmuster des Begriffs „Heimat“: Von heimischer Singer-Songwriter-Musik über literarische Lesungen auf Deutsch und Polnisch bis hin zu Fotos, Grafiken, Gemälden und  Videokunst wurden diskursive Annäherungen an das schwierige Thema versucht. Den Rahmen der von der Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V. initiierten sowie vom Slavistik-Institut der Ruhr-Uni und von der Fachschaft, dem Lotman-Institut und der Stadt Bochum unterstützten Veranstaltung im Freien Kunst Territorium (FKT) an der Bessemerstraße bot eine Ausstellung von Studierenden der Freien Akademie der bildenden Künste Essen. Das zumeist studentische Publikum aus Polen, Weißrussland, Tschechien und Deutschland zeigte sich überwiegend begeistert.

RUB-Alumnis bieten professionelle Hilfe für Bewerbungen
Wer mit dem Bewerbungsstress nicht zurecht kommt, findet bei den Bewerbungshelfern Hilfe – gegen Geld. Foto: ck

Es gibt viele Dinge, die mehr Spaß machen als das Schreiben von Bewerbungen. Dennoch kommt an dieser Textsorte kaum jemand auf Dauer vorbei. Spätestens mit dem Abschluss des Studiums muss man sich überlegen, welcheR ArbeitgeberIn in Frage kommt, auf welche Qualifikationen und Softskills es ankommt und wie die eigenen Stärken am besten zu Papier gebracht werden. Ein Weg, um sich vor dem Absenden der Bewerbungsmappe Feedback zu holen, sind FreundInnen, die sich die Unterlagen ansehen und ihre mehr oder weniger fundierten Tipps beisteuern. Wenn diese gerade keine Zeit haben oder selbst im Bewerbungsstress sind, kann man auf kommerzielle Angebote zurückgreifen, die sich zum Beispiel auf einem der vielen Aushänge auf Unifluren oder im Internet finden lassen. Ein solches Angebot im Internet wurde von einem Alumnus der Ruhr-Universität gegründet.

Zukunft und Geschichte des Bermuda3ecks sorgt für Diskussionen
Findet Wölfis (r.) Positionen zum An-den-Kopf-Packen: Dr. Arnold Voss. Foto: dh

Es ist Sonntag, ein schöner Frühlingsnachmittag: Blauer Himmel, blühende Bäume, sonnig aber noch nicht so richtig warm. Die GastronomInnen im Bermu­dadreieck haben schon fleißig Außenbestuhlung aufgefahren. Und ein Blick über den gut möblierten Konrad-Adenauer-Platz lässt erahnen: Hier geht’s in den Sommermonaten wieder ordentlich rund. Ich bin früh dran, zu früh. Von meinen Gesprächspartnern fehlt noch jede Spur und wo genau war eigentlich der Treffpunkt? Da hilft nur abwarten, hinsetzen und nach den erwarteten Gesichtern Ausschau halten. Keine Bank weit und breit, mache ich es mir auf dem etwa einen Zentimeter breiten Metallrand eines mehrere Kubikmeter fassenden Blumenkübels bequem, der einen Baum, vielleicht eine Palme, beherbergt. Wer sich den Quatsch ausgedacht hat, überlege ich. Und damit wären wir beim Thema:

Mayersche sägt Literaturreihe „Wort-Café“ in Bochum ab
Lebt für die Literatur: Heike Wulf. Foto: www.wort-kunst-raum.de

Warum sollte man noch den Weg in eine Buchhandlung auf sich nehmen, wenn man doch jedes gewünschte Buch bequem von seinem plattgesessenen Schreibtischstuhl im Internet bestellen kann? In einer Buchhandlung kann man in Büchern blättern und wird fachkundig beraten.

Die GFPS-Städtetage finden nach Jahren wieder in Bochum statt
GFPS: Deutschland, Polen, Tschechien und Belarus wachsen zusammen. Grafik: koi

Im Interview erzählt :bsz-Redakteur Marek Firlej, warum er für die GFPS (Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa e.V.) die „Städtetage“ mitorganisiert und junge Menschen aus halb Europa in Bochum zusammenbringt. Unterstützt wird die Initiative dabei unter anderem vom RUB- AStA, dem FSR Germanistik und durch das EU-Programm „Jugend in Aktion“.

Es geht auch ohne Tierversuche, Ausbeutung und Umweltverschmutzung
Gesundes, veganes Essen: Gewusst wo in Bochum. Foto: Jacq

Wer zum Studieren nach Bochum kommt, der braucht in der Regel mehr als ein Dach über dem Kopf, eine gut ausgestattete Universitätsbuchhandlung und einen Supermarkt ums Eck. Ebenso muss ein Lieblingscafé gefunden, der beste Klamottenladen der Stadt entdeckt und die schärfste und leckerste Currywurst in der Umgebung ausfindig gemacht werden. Doch wer dabei nicht nur an sich selbst denken, sondern auch Natur, Mitmenschen und Ressourcen schonen will, der muss oft lange suchen und weit fahren. Deshalb hier einige Tipps für nachhaltigen, fairen und grünen Konsum in Bochum.

Tag und Nacht Spaß haben in Bochum
Die Discokugel in der Rotunde: Bringt Partyatmosphäre in Lesungen, Kunstfestivals und – Partys. Foto: mar

Der Suchbegriff „Studenten Party“ erzielt auf Google 3,36 Mio. Treffer, die Wörter „Studenten Seminar“ hingegen nur 2,16 Mio. Die Prioritäten sind also klar. Und obwohl Bochum trotz Uni nicht den Charakter einer Studentenstadt hat, sondern eher eine Industriestadt ist, in die man ein paar Betonklötze namens RUB hingestellt hat, weiß man auch hier wie man seine Abende einzigartig zünftig gestalten kann.

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