Bochum
Kommentar: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Wir brauchen es zunehmend, wie die Luft zum Atmen – freies WLAN überall und zu jeder Zeit. Die Stadt Bochum plant nun, das tiefe digitale Luftholen allen PassantInnen in der Innenstadt zu ermöglichen (siehe Seite 3 oben). Digitale Junkies dürften also erleichtert aufatmen. Auf in die Kortumstraße, Smartphones raus, einwählen – lossurfen! Was dabei genau passiert, interessiert uns nicht. Hauptsache, es läuft. Verantwortlich sind schließlich andere.

Kein liebloser A40-Stillleben-Abklatsch: BlauPause kam bei sonnigem Wetter gut an
Die BlauPause entwickelte sich zum Stadtfest: Hunderttausend waren unterwegs zum Feiern, Entdecken, Demonstrieren. llustration: mar; Fotos: bent und tims, alx

Die VeranstalterInnen können wohl zufrieden sein: Auf der BlauPause zum 50. Geburtstag der RUB war es proppenvoll und die Meinungen der BesucherInnen bewegten sich zwischen „schön“ und „klasse“.

Blaue Stunde als Abschluss der BlauPause ließ Prominenz – und Studentin – die Partynacht einläuten
Wollte mit Sebastian 23 bei der Blauen Stunde am Samstag Musik machen, durfte sich aber viel Gelaber anhören: „BOtschafterin“ Katharina Mraz aus der Univercity-WG. Foto: mar

Während auf der Universitätsstraße die Tische der BlauPause eingesammelt wurden, läutete 1Live-Moderator Mike Litt vor dem Rathaus die Blaue Stunde ein. Diese währte ganze fünf Stunden, in denen die Bochumer Prominenz ihre Höhepunkte aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte spielte. Neben DJ Elmar Weiler war mit Katharina Mraz auch eine Studentin der RUB am Start.

Aktionsbündnis Gemeinsam für Afrika protestierte für Asylsuchende
Gedenken an die Toten, Vertrauen in die Überlebenden, Erinnerung an das Grundgesetz: Ein Aktionsbündnis unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten machte am Donnerstag in der Innenstadt auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam. Foto: mar

Rund 30 Leichensäcke auf dem Dr.-Ruer-Platz, mit Absperrband eingefriedet, Grablichter davor. Am 21. Mai sorgte eine Aktion von Gemeinsam für Afrika in Bochum (und anderen deutschen Städten) für Aufsehen und Verwirrung.

:bsz-Interview mit dem „Unterstützungskreis Politikverbot“ - Teil 1
So kann sie aussehen: Die unpolitische Uni. Karikatur: kac

Auf keine Widerstände gestoßen: So schätzen Jens und Tim vom „Unterstützungskreis Politikverbot“ die bisherige Resonanz ihrer Flugblattverteilung  ein, mit der sie die Vertreibung aller politischen Strukturen auf dem Campus fordern. Wir sprachen mit ihnen über Linksextremismus, Bücherverbannung und die taktische Wichtigkeit eines langsamen Bewusstseinsprozesses.

Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes setzen Arbeitskampf unbefristet fort
Der Arbeitskampf geht unbefristet weiter: Auch in den letzten Wochen beteiligten sich bundesweit tausende Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst an den Streik-Demos. Foto: bent

Über 97 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst stimmten bei der Streik-Delegierten-Konferenz am 20. Mai dafür, den Arbeitskampf unbefristet fortzusetzen. GewerkschaftsvertreterInnen  von Ver.di kritisieren, dass die ArbeitgeberInnen versuchen, den Streik in den Kitas auf den Rücken der Eltern auszutragen und diese gegen die Beschäftigten auszuspielen.

Die_kategorische_Soirée: Zeitzeug_Festival begrüßt das neue Jahr
Mofas Traumlabor“: Audio-visuelle (Alb)Traumlandschaft im Fluss. Foto: lux

Los ging es mit guter Laune und viel Glitzer: In entspannter Atmosphäre lud das zwölf-köpfige Zeitzeug_Team am 23. April zur Soirée im Freibad. Junge KünstlerInnen stellten sich hier zum Teil erstmals mit ihren Projekten der Öffentlichkeit. Ein buntes Potpourri bestehend aus vier Programmpunkten plus Rahmenprogramm gab einen Vorgeschmack auf das im November stattfindende studentische Theaterfestival.
Die KünstlerInnen von „Mofas Traumlabor“ (Moritz Anthes, Fabian Neubauer und Claire Carnin) feierten mit einer audio-visuellen Performance ihren ersten Auftritt: Posaune und Piano webten den Klangteppich, auf den live kreierte Bilder projiziert wurden. Overhead-Projektor, Pinsel, Tusche, Wasser, Strohhalm, Sterne, Klarsichtfolie, Papiertücher und vor allem viel Kreativität – mehr brauchte es nicht. Mal fröhlich-verspielt, mal düster-bedrohlich aber vor allem der ständigen Veränderung unterworfen konkurrierten oder harmonierten die Entwürfe der Malerin Claire mit den Instrumenten. Deren Spiel miteinander und mit verschiedensten Variationen von dissonant und schwer verdaulich über melancholisch, jazzig bis hin zu plaudernder Kaffeehausmusik ging mit den Bildern eine (alb)traumhafte Verbindung ein.

Zwischennutzung abgelaufen: Rotunde schließt im Mai für unbestimmte Zeit
Adieu, Rotunde: Das runde Baumerkmal gab dem ehemaligen Bahnhof seinen Namen. Foto: mar

Einer der beliebtesten und vielseitigsten Veranstaltungsorte – nicht nur im Bermuda3Eck, sondern in ganz Bochum – schließt Anfang Mai seine Pforten: Die Genehmigung, den alten Katholikentagsbahnhof als Rotunde zu nutzen, läuft ab. Ein Umbau soll erfolgen, die Suche nach InvestorInnen läuft. Bevor die  Off-Kulturszene der Stadt auf unbestimmte Zeit um eine wichtige Location ärmer ist, lassen die BetreiberInnen es mit einem viertägigen Geburtstagsfest vom 30. April bis zum 3. Mai krachen.

„Heldenmarkt“ in der Jahrhunderthalle – jenseits von vegan und veggie
Ökologischer Fußabdruck: Seinen persönlichen Ressourcenverbrauch konnten jedeR BesucherIn am Stand von Brot für die Welt ermitteln. Foto: tims

Bereits zum dritten Mal fand am vergangenen Wochenende der „Heldenmarkt“ in der Bochumer Jahrhunderthalle statt – alles  im Zeichen des nachhaltigen Konsumierens. Neben mehr als 100 AusstellerInnen aus verschiedenen Branchen und Bereichen gab es auch wissenschaftliche Vorträge. Eines fiel auf: Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

ÖPNV Reloaded – Die Zukunft des Verkehrs hat begonnen

In der vergangenen Woche hat die politische Liste Die Stadtgestalter ihr Konzept eines modernen Nahverkehrs für Bochum vorgestellt: Eine Seilbahn soll die Innenstadt mit der RUB, mit Langendreer und dem Ruhr-Park verbinden. Für nur 36 Millionen Euro (vergleichbar mit den Kosten für ein total unumstrittenes Konzerthaus) werde, so die Stadtgestalter, die U35 entlastet, gewinne die Stadt an Attraktivität und neue Unternehmen an den Standort des ehemaligen Opelwerks gelockt. Offen sein für neue Ideen, heißt es. Deshalb haben wir uns nach weiteren Alternativen umgesehen.

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