Armenier
100 Jahre Genozid an den ArmenierInnen: Berlin sucht Schuldige, Bochum erneuert Freundschaften
Gärtner der Freundschaft: AAV-Vorsitzender Azat Ordukhanyan (rechts) pflanzt Bäume in Bochum. Foto: Armenisch-akademischer Verein 1860 e. V.

Von Gärten und Prinzessinen
„Wir haben bewusst 155 Bäume genommen und nicht einhundert“, erklärt Azat Ordukhanyan, Vorsitzender des Armenisch-akademischen Vereins 1860 e. V. (AAV) aus Bochum, „denn damit zeigen wir: Unsere Freundschaft ist älter und wichtiger als ihre Unterbrechung vor hundert Jahren.“

Die Armenischen Platanen, Walnussbäume, Trauerweiden, Fliedern und Aprikosenbäume wurden eigens aus dem Kaukasusland herbeitransportiert und sollen im Laufe des Jahres an Kulturstätten, Schulen und Friedhöfen, an denen Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter gedacht wird, in Bochum und bundesweit gepflanzt werden. Am 18. April wurden bereits 50 Bäume auf der Bochumer Schmechtingwiese unweit des Bergbaumuseums gepflanzt; acht weitere stehen im Tierpark. Damit werde Bochum zu einem internationalen Freundschaftsgarten. In der armenischen Hauptstadt Jerewan wurde auf Ordukhanyans Initiative hin bereits ein Pendant errichtet.

Konflikte in der Türkei erreichten Köln
Junge Alevitinnen: Zeigen sich kämpferisch und demonstrieren gegen Erdoğan. Foto: Patrick Henkelmann

Am Samstag war Köln vom Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan bestimmt – vor allem vom Protest gegen diesen im Vorfeld heftig umstrittenen Besuch. Erdoğan trat in der Lanxess Arena vor seiner AnhängerInnenschaft auf, de facto wie bei einer Wahlkampfveranstaltung. Seine KritikerInnen sammelten sich bei einer Großdemonstration der Alevitischen Gemeinde Deutschlands und zogen friedlich durch das Stadtgebiet auf der anderen Seite des Rheins. Welche Hintergründe hat es, dass Zehntausende in einer deutschen Großstadt gegen Erdoğan auf die Straße gehen?