Abtreibung
Welcome to the 21st century!
Derry Bild: leda

Opinion. Northern Ireland finally lifts its ancient abortion ban and legalises same-sex marriage. A positive outcome that reveals a troublesome background.

PolInnen gegen Verschärfung des Abtreibungsgesetzes
Protest am vergangenen Sonntag: „Euer Gesetz bricht unsere Rechte“. Foto: Zorro2212 / Wikimedia commons

Der polnische Sejm in Warschau hat in seiner ersten Lesung dem Antrag zur Verschärfung des ohnehin schon strengen Abtreibungsgesetzes zugestimmt. Sowohl auf den Straßen als auch im Netz formiert sich breiter Widerstand gegen diese Pläne.

Eine Union – unterschiedliche Regelungen
Die Indikation, also der Eingriff bei Schwangeren, in Europa: In den meisten europäischen Ländern ist Abtreibung legal. Karte: kac

In vielen Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch legal. Oft muss die Frau ein Beratungsgespräch mit einem Arzt, einer Ärztin oder in einer Schwangerschaftsberatungsstelle führen, bevor es zu einem Eingriff kommt. Wie sieht es dahingehend in Europa aus?

El Salvador zeigt, wohin rigide Abtreibungsverbote führen
Früher bei der Guerilla, heute beim Feminismus: Morena Herrera kämpft seit Jahrzehnten für Freiheit und Rechte der Frauen. Foto: Maria Patricia Leiva/OAS (CC BY-NC-ND 2.0)

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ist im katholisch-konservativen Lateinamerika meist nur in Ausnahmefällen gegeben. Die Zustände in El Salvador gehen aber noch weit darüber hinaus: Es herrscht ein totales Abtreibungsverbot, Frauen werden zu hohen Haftstrafen verurteilt und Fehlgeburten führen zu willkürlichen Mordanklagen.

Kommentar: Abtreibungsgesetz in Polen: Wo bleibt die körperliche Selbstbestimmung?
Pro Selbstbestimmung der Frau: Die RUB zeigt sich solidarisch. Männer und Frauen gegen das Abtreibungsverbot in Polen. Fotos: kac

Im polnischen Parlament wurde in erster Lesung ein Gesetzentwurf genehmigt, der nahezu das Totalverbot von Abtreibungen bedeutet. Zwei weitere Lesungen sollen folgen; die Sache ist also noch nicht entschieden. Viele PolInnen demonstrieren gegen die geplante Verschärfung des ohnehin schon restriktiven Abtreibungsgesetzes. Frauen in ganz Europa solidarisieren sich mit ihnen und nehmen im Internet unter dem Hashtag #CzarnyProtest (schwarzer Protest) teil.

Selbsternannte ‚LebensschützerInnen‘ auf dem Vormarsch
Gespenstischer Umzug: Dauergebet für die Ungeborenen. Foto: USch

Unter dem populistischen Motto „1.000 Kreuze für das Leben“ versuchten christliche FundamentalistInnen am 9. März einmal mehr, mit einem Gebetsmarsch in Münster Abtreibungen als „Vernichtung“ ungeborenen Lebens zu stigmatisieren und Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper abzusprechen. Nur etwa 120 KreuzträgerInnen ließen sich jedoch an einem verregneten Samstagnachmittag von einem massiven Polizeiaufgebot den Weg durch die Peripherie der Münsteraner Innenstadt bahnen, während mehr als 400 GegendemonstrantInnen den ganzen Tag lang ihren kreativen Protest mitten ins urbane Zentrum trugen.