Wärmekissen für obdachlose Menschen

Technik. Nachdem Studierende der Ruhruniversität bereits Ende des vergangenen Jahres spezielle Alarmanlagen, mit denen Wohnungslose ihren Besitz vor Diebstahl schützen können, entwickelt haben, folgt nun die nächste Technologie, die Bochumer:innen ohne Obdach das Leben etwas erleichtern sollen: Heizpads. Die Wärmekissen haben in etwa DIN A5-Format. Hergestellt wurden sie von Studierenden der RUB, die sie in der Werkstatt der Elektrotechnik und Informationstechnik von Hand zusammen gelötet haben. Weil der Campus allerdings geschlossen war und es wegen Corona zudem zu Lieferengpässen bei den Materialien kam, hat sich die Fertigstellung der ersten Heizgeräte um einige Wochen verzögert. Finanziert wird das Projekt sowohl von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhruni als auch von SIGHT, der Special Interest Group on Humanitarian Technology, einer Untergruppe des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), dem globalen Ingenieur:innen-Berufsverband. Ende Februar waren die ersten 30 Wärmekissen ausgegeben worden, 170 weitere sollen in diesen Wochen folgen, heißt es von den Projektleiter:innen. Das humanitäre Projekt ist freilich ein Tropfen auf den heißen Stein: 2019 gab es allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 46.000 wohnungslose Menschen, Tendenz steigend. In Bochum sollen es damals rund 900 gewesen sein. Gerade in
Corona-Zeiten sind Obdachlose besonders hart betroffen: Das Ansteckungsrisiko ist für sie ungleich höher und ihre Krankheiten werden häufig nicht behandelt.

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