Schleier des Unwissens hebt sich

Neuroanatomie. Den Forscher:innen der RUB ist ein Durchbruch in der Neuroanatomie gelungen. Im Rahmen ihrer Promotion an der Medizinischen Fakultät entdeckten Marie Sanders und ihr Team eine neue Eigenschaft des Inudsium griseum, der auf Deutsch „grauer Schleier“ bedeutet. Wie sich herausstellt, ist er eine gesonderte Unterregion des Hippocampus mit eigener Identität. Zuvor dachten Forscher:innen, dass der graue Schleier im Laufe der Entwicklung bestimmter Unterregionen des Hippocampus entsteht. Dadurch wäre der Schleier nur ein ausgelagerter Teil und hätte keine eigene Identität. Doch anhand Untersuchungen der Proteinexpressionen konnten die Wissenschaftler:innen der RUB das Gegenteil beweisen. Da die Proteinverteilung im Indusium griseum der des Gyrus dentatus, einer weiteren Unterregion des Hippocampus, abweicht, beweist dies, dass der graue Schleier nicht zu der Unterregion Gyrus dentatus gehören kann, wie zuvor angenommen. Die Studie wurde am 12. Januar 2021 in der Zeitschrift „Frontiers in Cells and Developmental Biology“ veröffentlicht und bedeutet einen weiteren Schritt in der Erforschung des Hippocampus. Der Hippocampus ist zuständig für das Kurzzeitgedächtnis und die räumliche Navigation, doch was die funktionelle Bedeutung seiner Unterregion Indusium griseum ist, muss noch weiter erforscht werden. Bekannt ist, dass die Neurone besonders resistent sind gegen neurodegenerative Krankheiten. Dadurch eröffnet die Erkenntnis für weitere Forschungen im Hinblick auf neurodegenerative Erkrankungen        

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