NACH:GELESEN
Spuren der Revolte trug der Pop ja schon immer. Selbst in Nick Hornbys „High Fidelity“, vielleicht die Geburtsstunde des Pop-Romans, schwingt ja noch zwischen den reichlichen Reminizensen ein Gedanke von Liberalisierung mit.  Lena Hofhansls Roman „B14 Revisited“ speist die Revolte gleich aus dem Pop-Archiv und verbindet mehrere Motive miteinander, die durch eine Pop-Zitierfreudigkeit zusammengehalten werden: Coming-of-Age, Punk- wie Hausbesetzerszene und Musik-Business. Die Poetry Slammerin eröffnet in zwei Handlungssträngen einen – nicht von Klischees befreiten – Kosmos aus stinkenden Punks, obdachlosen Musikfreaks oder lesewütenden Linksintellektuellen: Der junge Krankenpfleger Emilio trifft eine Gruppe Aktvist*innen, mit denen er ein Haus besetzt, während 29 Jahre später seine Tochter Isa seinen Schallplattenladen von ihm erbt. Im gleichen Haus. Denn die Revolte überfordert am Ende fast alle. Die Kultur-, die Punk-, die Pop-Revolutionen, sie alle fressen ihre Kinder. Aber diese hören am Ende trotzdem die alten Songs.
:bent