Die Vergangenheit schläft nicht

Eine verlorengeglaubte Waffe, die im Nordirlandkonflikt zur Tötung von 15 KatholikInnen in einem Belfaster Wettbüro benutzt wurde, ist im Imperial War Museum in London aufgetaucht. Dort lag sie jahrelang in einer Vitrine ohne weitere Beachtung zu finden. Die Waffe war 1992 nach dem Mord von den damaligen Polizeibehörden sichergestellt worden. Als im Zuge der Öffnung einiger ungeklärter Mordfälle des Konfliktes die Waffe aber erneut untersucht werden sollte, bekamen die Untersuchungsbehörden die Mitteilung, die Waffe sei entsorgt worden. Jetzt enthüllte ein Museumssprecher, dass die Waffen- und Sprengstoffdienststelle der nordirischen Polizei dem Museum das Sturmgewehr mit dem Hinweis übergeben habe, dass diese Waffe eventuell bei bestimmten Zwischenfällen benutzt worden sei. Angaben zu den Zwischenfällen machte sie aber nicht. Nun wird die Waffe zu weiteren Tests zurück nach Belfast gebracht.

:Gastautor Jan Freytag

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