Auf den Punkt: Boykott

Boykott: Eine militante Form politischen Mobbings, die meist als Nicht-Kaufempfehlung daherkommt. Sein Namensgeber – und nicht etwa Erfinder, sondern erstes Opfer – war Charles Boycott, ein britischer Gutsverwalter in Irland. Von ihm und seinesgleichen drangsalierte irische PächterInnen weigerten sich, für ihn zu arbeiten oder mit ihm Handel zu treiben. So ging der Boykott in die Sprache ein sowie ins Arsenal des politischen Aktivismus. Leider ist er für jedeN frei zugänglich aufbewahrt und daher missbrauchsanfällig. So wurde er nicht nur gegen AusbeuterInnen, UnterdrückerInnen und rassistische Regime eingesetzt, um politische Ziele durchzusetzen, sondern ebenso von rassistischen Arschkrampen gegen vermeintliche Sündenböcke. Trotz seiner belasteten Vergangenheit ist der Boykott weiterhin ein beliebtes politisches Druck- und Propagandamittel. Doch gerade Staaten bevorzugen es, wenn ihre wirtschaftliche Lieblingswaffe unter einem Decknamen arbeitet, wie beispielsweise Embargo oder Sanktion.