Kolumne

Macht die Transitorik des digitalen Zeitalters und die Ambiguität der Postmoderne es eigentlich noch möglich, einen konkreten Kunstbegriff zu definieren? Auf solche Fragen möchte man doch am liebsten antworten: Halt die Fresse, du Schnösel. Genau das macht The Square unter der Regie von Ruben Östlund.

Die Forschung an NRWs Unis wird in Zukunft echt bombig. Zumindest wenn es nach dem Willen der christlich-neoliberalen Landesregierung geht. Die Zivilklausel sei ein bürokratisches Hindernis und müsse demnach abgeschafft werden.

„Dortmund ist brandgefährlich“, verhießen die Schlagzeilen. Die MieterInnen der 413 Wohnungen des Hochhauskomplexes Hannibal II in Dorstfeld müssen räumen, denn Hannibal leckt da: Der Bau ist brandgefährdet. 

Sonst immer ganz flott in der Verwaltung der Social Media Accounts auf diversen Plattformen, lässt sich das Presseteam der Ruhr-Uni Bochum beim Thema Überplakatieren mehr als nur ein bisschen Zeit. Dass kommerzielle Veranstaltungen am Campus einen Platz bekommen, mag für den/die eineN okay sein, für den/die anderN der Kapitalismusstachel im Fleische der universitären Bildungsstätte.
Die Uni sollte in erster Linie den universitären Veranstaltungen Platz bieten. Dass Food Lovers überplakatiert, ist nicht das erste Mal. Darauf angesprochen mit einem „Schicken Sie doch ein Schreiben vom Anwalt“ zu reagieren, zeugt nicht nur von schlechten Manieren, sondern auch von miserabler Öffentlichkeitsarbeit und schlechter Kritikfähigkeit. 
Doch auch die Reaktion der RUB lässt zu wünschen übrig: Sich offiziell für die Belange von Studis einsetzen zu wollen, aber gleichzeitig nicht auf herangetragene Kritik zu reagieren, ist nicht besonders „social“ und gerade für die virtuellen Like-Ego-Boosts eher hinderlich als hilfreich.            

               :ken

Puerto Rico kann aufatmen, denn der große Präsident von Twitter … ähh, der Vereinigten Staaten von Amerika kam zur Rettung. Außerdem war der Tropensturm Maria auch keine „echte Katastrophe“, so die erste Orange im Weißen Haus. Hurrikan Katrina, das war eine Katastrophe. Aberhunderte tote AmerikanerInnen. Sehr traurig. Aber 32 tote Puerto-RicanerInnen? Darauf solle der zu den USA zählende Freistaat stolz sein. Warum? Weiß nur Trump.

Die RUB hat ihren ganz eigenen Sound, und der klappert auffällig gefährlich. Die älteren unter Euch erinnern sich noch an Super Mario und seinen Kampf gegen verschwindende Bodenplatten.

Isoglukose, eine Zuckerart aus Mais – in den USA schon lange verwendet, hier noch stark begrenzt – wird ab Oktober flächendeckend erlaubt und stellt nicht nur eine Gefahr für die heimische Zuckerproduktion dar, die nun mit dem billigen Zucker aus Brasilien mithalten muss. Denn das Miese an diesem Stoff ist, dass man ihn nicht erschmecken kann.

Neuer, größer, besser! Und bald auch in Deinem Kiez! Du hast gedacht, Du brauchst keinen Luxus-Studi-Appartementkomplex in Deiner Nachbarschaft? Dann hast Du Deine – marktwirtschaftlich ohnehin falsche – Rechnung ohne die BaseCamp GmbH gemacht. Deren Arbeitsweise ist klar und deutlich erkennbar: einfaches Prinzip, maximaler Profit. Anders sind die horrenden Mietkosten in bisher drei Basecamp-Studierendenwohnheimen nicht zu erklären. Bald wird auch Bochum in den Genuss einer solchen Luxus-Absteige für den akademischen Nachwuchs kommen. Miete Deine voll eingerichtete Freiheit auf bis zu 27 Quadratmetern! Sei individuell, so wie alle Deine MitbewohnerInnen! Na? Schon überzeugt? Dann melde Dich noch heute, um eine superschnieke Bude in Bochums neustem Plattenbau für Studierende zu ergattern. Oder eben nicht. Trotz Leerstandsproblematik in Bochum muss glücklicherweise kein MalocherInnenkind unserer geliebten ProletarierInnen-Uni dieses Gespenst der Gentrifizierung unterstützen. In diesem Sinne: Glück auf!

:juma

Sie ist wieder da: die Banalität des Bösen. Kassels AfD-Stadtverordneter Thomas Materner stellte sein kulturpolitisches Interesse unter Beweis und „kritisierte“ das neue Kunstwerk auf dem Königsplatz. Dabei handelt es sich um einen im Rahmen der documenta 14 dort aufgetürmten Obelisken des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe.

Ich präsentiere: Die Willkommenskultur des Duden. Mit einer Filterblase scannte der Duden die politische Lage Deutschlands und passte sich ihr an. Die deutsche Sprache wird immer rechtspopulistischer, wieso sollten Propagandabegriffe wie „Flüchtlingskrise“, „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ dann nicht im Duden stehen.

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