Kolumne

Es ist wieder die Zeit des Jahres; der Grand Prix … Ehm ich meine natürlich der Eurovision Song Contest (ESC) fand am vergangenen Samstag statt. Eine Show, die aus 3-minütigen Liedern besteht, die von tollen Interpret*innen gesungen werden und gefühlt 10 Stunden geht.

Sexstreik, weil die Abtreibungsgesetze verschärft wurden. Ein Hoch auf die USA für ihre grandiosen Entscheidungen. Damit meine ich nicht nur die verschärften Gesetzte, die sich gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1973 stellen.

Der Winter nimmt ein Ende und auf der Schlussgeraden wird noch mal alles mögliche in Bewegung gesetzt, um möglichst viel Content für den hungrigen Fan zu liefern. Nein, die Rede ist nicht von einer großen Schneeballschlacht mit allen Freund*innen und Kindern der Nachbarschaft, sondern von Game of Thrones (GoT) und dem bald bevorstehenden Ende der Serie. Aus diesem Anlass wird noch einmal kräftig auf die Franchise-Piñata eingedrescht, in der Hoffnung auf viele bunte Überraschungen. Ob das Ganze allerdings mit einem Lied von SZA, The Weekend und Travis Scott versehen werden muss, ist eher fragwürdig. Wirklich viel haben GoT und Hip Hop nichts gemeinsam, außer, dass Hip Hop und GoT gerade besonders viele Klicks im Netz bekommen. Das Lied wirkt auch nicht, als wäre die GoT Leidenschaft direkt aus den poetischen Herzen der Künstler*innen heraus geflossen, sondern eher so, als wollte man da schnell ein paar billige Klicks erzielen. Irgendwie wirkt die Mixtur hier wie ein Verrat an mindestens zwei Fankulturen.            

:fufu

Jede*r kennt den Klassiker „In einem unbekannten Land / Vor gar nicht allzu langer Zeit / War eine Biene sehr bekannt…‘‘ Als hätte Karel Gott gewusst, dass Bienen bald Geschichte sind. Die Menschheit ist schuld, dass unsere Kindeskinder in der Zukunft mit Bienensocken rumlaufen werden, wenn Bienen die neuen Einhörner sind. Aber um die vom Aussterben bedrohte Art zu retten, lassen sich die Unternehmen einiges einfallen. Supermärkte verkaufen Bienenhotels, Bayer das beste Glyphosat und Beyoncé ein Livealbum. Aber was rettet die Bienen nun wirklich? Ganz klar die Sum-Sum-Aktion von eurem Lieblingspornoportal – Pornhub! Auf dem Sexportal gibt’s nun „Beeporn“ – das Beste, was die Natur uns zu bieten hat und das for bee! Bis Mitte Mai bestäuben die Bienen zum Dirtytalk Eurer Lieblingspornodarsteller*innen die Flora und Fauna. Getreu dem Motto ,,Ihr wisst ja, wo die Kiddies herkommen, Ihr Schlingel.‘‘ Also schmeiss den Inkognitotab an, schaue „Married-couple‘s first bee-some“ und #beesexual.

:bena

Stell D ir vor, Du feierst Geburtstag, aber alle Gäste*innen finden Dich scheiße. So oder ähnlich könnte man beschreiben, was in Hamburg-Harburg passiert ist. Geladen hatte zwar nicht das unrühmliche Geburtstagskind, aber an anderen Orten wollten auch an der Elbe Neonazis am 20. April den Geburtstag ihres Idols Adolf Hitler feiern. Die örtliche NPD hatte geladen, um dem nationalsozialistischen Diktator zu gedenken. Und gekommen ist … Niemand. Naja, zumindest keine Neonazis. Je 300 Polizist*innen und Gegendemonstrant*innen erschienen am angemeldeten Startpunkt der Demonstration und standen sich die Beine in den Bauch. Von den NPD-Anhänger*innen ließ sich nicht einmal der Anmelder blicken. Wer so sehr in der Versenkung verschwindet, dass selbst die eigenen Demonstrationen nicht mehr besucht werden, sollte sich Gedanken über das eigene Image machen. Obwohl das bei der NPD so oder so miserabel ist. Als Grund für das Nichterscheinen gaben die norddeutschen Neonazis übrigens zeitliche Überschneidung an. Wenn das der Führer wüsste …

:juma

Ist das noch Country oder kann das weg? Wenn es nach den Billboard Country Charts geht, dann kann es weg. Naja, wenn du schwarz bist und Country machst. Lil Nas X geht es da nicht anders wie Nelly oder unserer Queen B – Beyoncé, die mit Daddy Lessons erst durch ein Feature mit den heiligen Dixie Chicks zu den Country Music Awards (CMA) eigeladen wurde. Country Musik ist eben weiß! Und wenn Du das nicht bist und meinst, mit einem Benjo, einer Geige, und einem „Yihaaaa“ über Cowboys zu singen, ist das alles nur kein Country. Da wird gepflegt drauf geschifft, dass die Musik ohne die Sklav*innen und Blues gar nicht existieren würde. Aber hey! Taylor Swift darf in allen Charts vertreten sein, denn die macht ja jetzt Popmusik und das ist immer Country genug, um bei den CMAs noch abzusahnen. Lil Nas X gönnt sich nicht nur Platz eins, sondern zwei Viral Hits. Dank Billy Ray Cyrus, der alle Elemente des „Countrysounds“ und vor allem genug Whiteness hat, was für die Rednecks nicht reicht, so lang Lil Nas X schwarz ist.    

:bena

Wie wunderschön doch der Semesterstart ist! Stau auf den Autobahnen, blockierte Einfahrten im Parkhaus, mehrfaches im Kreis gurken auf der Parkplatzsuche. Dabei alle fünf Parklücken wild gestikulierend und das Lenkrad anbrüllend eskalieren, nur weil irgendein Mensch mit überschaubaren Fähigkeiten im Abschätzen der eigenen Fahrzeuggröße schlicht zu dösig ist, die Abmessungen eines parkhausüblichen Stellplatzes zu kennen und der Meinung ist, er führe einen Panzer mit dem klangvollen Namen Maus (Abmessungen von 10 Metern Länge und 3,67 Metern Breite). Zur Hölle mit Euch Säcken! Ihr geht nicht nur mir gehörig auf den Senkel, sondern lockt auch das Ordnungsamt und die Abschleppdienste an die Uni und fuckt damit auch gehörig Eure Kommiliton*innen ab. Nicht, dass ich Euch das Autofahren verbieten könnte oder wollte, aber ich bitte Euch doch inständig, das Parken zu üben. Eine Stunde auf der Idiotenwiese kostet nur läppische 6 Euro und schont die Nerven Eurer Mitmenschen.          

     :ken

Wenn die FUNKE-Mediengruppe aus Essen eins kann, dann ist es … Ja, was eigentlich? Schaut man sich in den Lokalzeitungen des Unternehmens um, fällt guter Lokaljournalismus schon mal weg. Boulevard, das klappt so gerade, wie man mit dem angeblich so jungen Portal „Der Westen“ zu beweisen versucht.

Naggisch an der RUB? Undenkbar für die meisten. Hoffe ich. Andererseits gibt’s irgendwo mal wieder jemanden, der es unsagbar witzig findet, unbekleidet durch die Uni zu rennen und wildfremden Menschen seinen Schniedel unter die Nase zu reiben. Na Glückwunsch dazu. Schönes kleines Zipfelchen Haut hast Du da, mein Lieber. Schön, dass Du da so stolz drauf bist, dass Du es jemandem zeigen möchtest. Ich bitte Dich nur höflichst, Dir zu überlegen, dass es eben irgendwie ziemlich jämmerlich ist. Es ist genauso wenig etwas, worauf Du stolz sein solltest, wie etwa Nationalität. Mal davon ab sind die Erfolgschancen des „nackten Mannes“ wirklich überschaubar. Grundsätzlich schon, aber insbesondere, wenn ebendieser vollkommen unvermittelt ausgeführt wird, indem der Trenchcoat aufgerissen wird. Andererseits ist Exhibitionismus vielleicht in irgendeiner Weise die Retrovariante vom Dickpic? Versteh einer die Penistragenden – warum präsentiert Ihr das Teil eigentlich dauernd?                           

:ken

Die Metropole! Die Stadt der Städte! Die Stadt des Jahrhunderts! Da steppt der Bär, da geht jede*r hin, wenn er*sie abends richtig feiern will! Der absolute „place to be“ für die Weichei-Millenials und coolen Hipster-Studis und überhaupt für jede*n eigentlich.

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