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Machogelaber hin oder her. Aber was waren das noch für Zeiten, als ein Proll wie Oliver Kahn unbeholfen vor Kameras dazu aufrief, dass wir „Eier brauchen“? Ja, bei den Medienschulungen, welche die heutigen Profis durchlaufen, kommt dagegen schnell die Frage auf: Hat da jetzt Manuel Neuer einen häufigen Sieg des FC Bayern analysiert oder hat Angela Merkel eine gefühlt ebenso häufige Regierungsansprache gegähnt? So gelackt, so austauschbar wirken die Reden der Kicker, dass sich die DFB-Stars Özil und  Gündoğan elegant aus ihrem Rendezvous mit Autokrat Erdoğan herausreden, als hätten sie den gleichen Rhetorik-Kurs wie Christian Lindner gepaukt. Zur Erinnerung: „Für meinen verehrten Präsidenten“, stand auf  Gündoğans Trikot-Geschenk. Gespräche mit Coach Löw und Bundespräsident Steinmeier und alles ist vergessen.  Denn: Beide vertreten  ganz klar „unsere Werte“. Und jetzt geht es sowieso zur WM nach Russland. Zum Sport (und patriotischem Rudelgucken zuhause). Versteht sich. Moskaus Krieg, die Korruption und Repression werden dann natürlich ausgeblendet. Aber nicht: „unsere Werte“. 

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