:bszank – Die Glosse

Der gute Bundesnachrichtendienst, immer mal wieder in der Kritik, neuerdings wegen Bespitzelungen ausländischer JournalistInnen. Nichts Neues eigentlich. Bespitzelt werden wir alle. Hier ’ne Kamera, da noch eine. Ständig wird man aufgezeichnet. WhatsApp speichert Nachrichten, Skype schneidet Telefonate mit. Wer glaubt denn ernsthaft, dass er nicht bespitzelt würde? Ich kann ja nicht mal ungesehen in der U35 in der Nase bohren oder mich am Hintern kratzen, ohne dass der/die Bogestra-MitarbeiterIn sich noch zwei Stunden später daran erfreuen kann. Jede Belanglosigkeit von „Was essen wir zu Mittag?“ bis zu „Guck mal, mein neues Nippelpiercing“ wird über Social Media oder Messengerdienste kommuniziert – und womöglich von fremden Augen mitgelesen. Völlig abwegig, dass Menschen, bei denen was zu holen ist, die selber auf der Suche nach Informationen, nach Neuigkeiten, nach Unbekanntem, nach nicht Öffentlichkeitstauglichem sind, auch beobachtet werden. Traurig, dass es für unsereins so unnormal normal geworden ist, sich alles gefallen zu lassen.          

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