:bszank – Die Glosse

Wie glücklich wir uns doch schätzen können, an der Ruhr-Uni etwas „ordentliches“ zu lernen. Nicht so wie die FaulenzerInnen, die ihre Zeit vergeudet haben und nun die bittere Pille für ihre schlechte Ausbildung schlucken müssen: Drei Mini-Jobs, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Ziemlich elitär, überheblich und dumm, oder? Ja, aber stammt vom CDU-Generalsekretär Peter Tauber. In einer Diskussion über das Versprechen von CDU und CSU, bis 2025 Vollbeschäftigung zu schaffen, fragte ein Nutzer über Twitter: „Heißt das jetzt drei Minijobs für mich?“ Prompt schmettert Tauber zurück: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“  

Nach einer Studie des Leibniz-Instituts, ist die größte Gruppe der Mini-JobberInnen Frauen, da es einen Vorteil in der Steuerklasse bringt und es sich mit der Kindererziehung gut vereinbaren lässt. Mehrheitlich haben sie Abitur, eine Ausbildung oder eine Lehre. Nur schade, dass der promovierte Tauber zwar eine solide Ausbildung genoss, dennoch nicht den Unterschied zwischen „ordentliches“ und Ordentliches kennt.                                                  

:sat

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