BIER-Verbot an der RUB?

Nicht nur die Technische Universität Dortmund (TU) scheint – wie im Aufmacher der :bsz 974 nachzulesen – ein Security-Problem zu haben: Wie die Liste B.I.E.R. auf der Sitzung des Studierendenparlaments (SP) am 22.10. berichtete, hatte die Satire­liste bei der Erstsemesterbegrüßung auf dem Forumsplatz am 21. Oktober einen Freibier- und Infostand unweit der Veranstaltung aufgebaut. So weit, so selbstverständlich – denn „eigentlich finden wir alle, dass die Listen eigene Stände haben sollen dürfen bei der Erstibegrüßung“, wie die B.I.E.R.-Liste kurz darauf twitterte. Dies sahen Mitarbeitende der Zentralen Studienberatung jedoch offensichtlich anders – sie forderten die Liste mit wechselnden Begründungen auf zu gehen. Als dies folgenlos blieb, wurde –  mutmaßlich externe und nur an diesem Tag auf den Campus beorderte – Security aufgefahren und laut einer Listenvertreterin im SP mehrere Studis „durch physische Gewalt davon abgehalten, sich ein Freibier zu nehmen.“ Doch es wurde noch grotesker und man stellte gar in Abrede, dass es überhaupt eine im Studierendenparlament mit zwei Sitzen vertretene Liste mit dem Namen B.I.E.R. gebe. Die Sicherheitskräfte verblieben darauf am Stand und wollten die Personalien der Listenaktiven aufnehmen, worauf sich diese jedoch nicht einließen. Auch mit Polizei sei gedroht und schließlich „ein partieller Platzverweis“ erteilt worden, womit eine effektive Verteilung von Info-Material – geschweige denn Freibier – nicht mehr möglich gewesen sei.

„Das ist öffentlicher Raum“, untermauert SP-Mitglied Karsten Mielke das legitime Anliegen der B.I.E.R-Liste – „was ist dagegen einzuwenden, Freibier zu verteilen, während Anbieter mit kommerziellen Interessen Red Bull ausgeben, was viel gefährlichere Stoffe beinhaltet?“ Und das, während die Burschenschaft Saxo-Thuringia derweil ungestört auf dem Forum flyern konnte, um Erstsemester für ihre Studentenverbindung zu ‚keilen‘... Aus den Reihen der Opposition wurde der AStA auf der SP-Sitzung gebeten, ein klärendes Gespräch mit dem Rektorat über diese Vorgänge zu führen, da es „Erstsemester extrem abschreckt, wenn sie bei der Begrüßung sofort mit der Security konfrontiert werden“, so ein Oppositionsvertreter. Auch der Sprecher der RUB-Piraten, Philipp Rasch, verurteilt den Vorfall aufs schärfste. Der AStA-Vorsitzende Tim Köhler (Jusos) moniert den Vorfall ebenso: „Das sollte auf keinen Fall wieder vorkommen, dass eine Security so agiert.“ Bei so viel Einigkeit sollte eine verbindliche Lösung für die Zukunft zu finden sein, die es den demokratisch gewählten Listen ermöglicht, über ihre politische Tätigkeit zu informieren – und eben auch das eine oder andere Freibier auszugeben. Diesen breiten Konsens sollte sich auch die Uni-Leitung zu Herzen nehmen und auf keinen Fall auf Konfrontationskurs mit den Studierenden gehen – denn ‚Dortmunder Verhältnisse‘, wo an der TU regelmäßig Security gegen Studierende aufgeboten wird, um für einen vermeintlich reibungslosen Ablauf gut besuchter bis angeblich überfüllter Veranstaltungen zu sorgen, braucht schließlich kein Mensch. Aus Verwaltungskreisen verlautbart derweil, dass Info-Stände auch im Umfeld der Ersti-Begrüßung vorheriger Anmeldung bedürfen...