Kolumne

Sag mir, du wohnst aufm Dorf, ohne mir zu sagen, dass du aufm Dorf wohnst: I <3 Kirmes! So ging es wohl vielen Besucher:innen der Gevelsberger Kirmes, die steilste Kirmes der Welt – ja auch das muss betont werden, denn es ist so ziemlich das einzige, worauf mensch sich in dieser Kleinstadt mit Dorfmentalität freuen kann. Wenn eine:r es nicht schon aus dem Dorf schafft, dann net schlimm, es gibt ja noch de Kirmes! Da sammelten sich letzte Woche so viele Menschen an, dass rund die Hälfte, die sich im Testzentrum testen ließen, positiv auf Corona getestet wurden. Wo könnten sie sich angesteckt haben? Na auf der Kirmes natürlich. Ey, aber Kirmes ist nur einmal im Jahr, und Schützenfest ja auch, und XY-Dorffest auch – huch, schon stehen im Sommer zig Veranstaltungen an, die man(n!) besuchen muss, weil Lokalpatriotismus und so, you know. Das Heimatgefühl steht hier ganz groß, aber natürlich nur für eine ganz bestimmte „Menschen-Art“: weiß, cis, straight und „männlich“ AF – was auch sonst. Jetzt einfach mal abwarten, was die Nach-Kirmeszeit bringt. Safe 80% Corona-Infizierte und circa sieben Tage Ruhe, weil danach dürfen sich Liselotte und Uwe ja freitesten… Und es geht von vorne los: Schützenfest steht bald schon vor der Tür.      

        :naro

 

Aktuell passiert Schlimmes auf der Welt, jeden Tag. Und gefühlt kommen jede Stunde weitere Katastrophen hinzu, über die wir uns wutentbrannt und verzweifelt aufregen könnten. Aber: Zum einen ist das echt schlecht für unseren Blutdruck und zum Anderen bringt uns ein gefrusteter Gemütszustand auch nicht weiter. Zwischen all dem Trubel und der Fassungslosigkeit ist es mal wieder Zeit, auf die kleinen Freuden hinzuweisen: Leute, wir haben absolut tolles Wetter! (und nein, wir sprechen jetzt nicht über den Klimawandel …) Die Sonne scheint aktuell bis fast 23 Uhr, die Freibäder locken bei 30 Grad und wir haben immer noch das heiß begehrte 9 Euro-Ticket, um einen spontanen Kurzurlaub im nächsten Monat zu unternehmen. Atmet mal durch! Und legt das Handy weg, entspannt die Sorgenfalten auf der Stirn. Bei dem ganzen Mist, der auf unserer Welt passiert, ist es wichtig, dass Ihr immer noch auf Euer Wohlergehen achtet. Von daher gibt es hier heute keinen Zank und nichts zum Aufregen. Im Gegenteil, ich fordere Euch auf, mal wieder nur auf Euch zu schauen und Euch an dem zu erfreuen, was gerade RICHTIG und GUT läuft – wir haben beispielsweise einen echt gelungenen Christopher Street Day in Bochum hinter uns. Sammelt mal Kraft!      

  :becc

 

Lange Kleider, kurze Shorts, weite Hosen und knappe Shirts - Es ist Sommer. Für die einen die schönste Jahreszeit des Jahres und für die anderen eine Qual. Für manche eine schwere Zeit, in der sie mit Komplexen zu kämpfen zu haben und für andere eine schwere Zeit in der sie sich für ihren Lebensstil rechtfertigen müssen. Trägt man ein knappes Kleid, wird man schief angeguckt und insgeheim als „billig“ abgestempelt. Trägt man ein langes Kleid, kriegt man „Ist dir nicht heiß?!“ Kommentare zuhören. Geht man mit an den See und möchte nicht schwimmen, muss man erklären, wieso man das nicht will. Entscheidet man sich dazu schwimmen zu gehen und trägt dabei was Langes, wie ein Shirt oder einen Burkini, ist das wiederum unerwünscht und man sollte „das Schwimmen ganz sein lassen“. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass man es niemanden recht machen kann und dass man das Tun und Unterlassen anderer nicht zu kommentieren hat! 

:mimo 

 

Man ahnt nichts, sitzt ruhig im Park, Garten oder auf dem Balkon. Vielleicht ein Getränk in der Hand und in Gedanken verloren die Natur genießend. Dann wie aus dem Nichts: Laut flatternde Flügel, eine Kakofonie aus Gurren und Quietschen. Sie sind da. Die Tauben. Sie schauen einen an mit ihren seltsamen Taubenaugen und picken Futter vom Boden. Oder Steine und Holz, es ist nicht ganz klar, ob sie den Unterschied kennen. Plötzlich ein weiter Lärmschwall. Zwei Tauben streiten sich darum, wer von beiden auf einem Ast sitzen darf, der selbst für eine Taube viel zu dünn ist. Währenddessen buhlt ein Taubenhahn um ein Weibchen, denn für Nachwuchs muss gesorgt sein, wenn die Überlebensstrategie der Spezies ist, dass es selbst wenn alle Raubtiere sattgefressen sind noch genügend Tauben gibt. Und vergesst nicht, Tauben sind standorttreu. Wenn Ihr also mal ein Ei entdeckt, im Blumentopf oder in Eurer Wohnung, weil Ihr das Fenster zu lang offenstehen lassen habt, freut Euch: Stadttauben können bis zu 10 Jahre alt werden, doch länger als 3 schaffen es die meisten nicht. 

                 

:kjan 

 

2022 und wieder trendet der Schokoschaumkuss gemeinsam mit dem Hakenkreuz auf Twitter! Sehr schön, wir haben es einmal wieder geschafft. Whoooop! Twitter-Deutschland will sich eben nichts verbieten lassen. Das hat Mensch doch immer schon gesagt. Auch die Gruppe der sogenannten Allys versteht sich so: Zum Verteidigen kann man das Wort ja trotzdem wiedergeben. Als Referenz werden Menschen genutzt, die kaum Berührung mit der deutschen Bedeutung dieses Namens haben. I’m looking at you öffentlich Rechtlicher! Ihr bekommt es immer hin, die eine Schwarze Person zu finden, die es gar nicht so schlimm findet. Aber erwähnt auch nie, dass diese Personen kaum in Kontakt mit der Begrifflichkeit gekommen sind. Aber hey, das ist ja halb so schlimm, oder? Vielleicht solltet ihr Mal Schwarzdeutsche einladen, die sich mit diesem Wort seit ihrer Kindergartenzeit auseinandersetzen müssen. Das wäre aber zu einfach! Deswegen weiterhin diejenigen suchen, die es nicht so schlimm finden, während die anderen in Städten darum kämpfen, dass das N-Wort geächtet wird. Wenn es Kinder in ihrer Schullektüre schon kritisch anmerken, einfach traditionell vetoisieren, da Mensch es eben nicht anders gelernt haben möchte. Vielleicht sind diese Traditionalist:innen die eigentliche Sprachpolizei ;)                

    :bena

 

Wenn ich Dir nicht sagen sollte, dass Deine 30 kg Übergewicht sicherlich nicht gesund sind, dann solltest Du mir genauso wenig sagen, dass ich 30 kg zunehmen müsste. Punkt. Und danke schön. Gibt es dazu noch mehr zu sagen? Eigentlich nicht, finde ich. Aber für manche Menschen anscheinend schon, denn das altbekannte Thema Bodyshaming erwacht bei den steigenden Temperaturen aus seinem Winterschlaf und fühlt sich in den Strahlen der Sommersonne pudelwohl. Ein Kommentar, der mir in den warmen Monaten immer wieder unterkommt und der zeigt, wie unsensibel manche Menschen immer noch sind und dass ein Kompliment nicht gleich ein Kompliment ist: „So dünn wie du wäre ich auch gerne!“ – Wer sagt denn, dass ich gerne ‚so dünn‘ bin? Wer sagt, dass ich es freiwillig bin, und dass dort keine Gene im Spiel sind, die es mir schwer machen, zuzunehmen? Oder Krankheiten? Oder Medikamente? Als zu dünne Person habe ich oft das Gefühl, dass bei der ganzen Debatte um das Shaming gewichtigerer Menschen gerne vergessen wird, dass das Ganze auch in beide Richtungen funktioniert.                                                 

:becc

Wenn die Polizei die Wohnung einer 15-Jährigen durchsucht, wegen Schriftzügen aus abwaschbarer Sprühkreide, die ihr nicht mal nachgewiesen werden können, dann läuft etwas falsch. Schon länger führt die CSU-regierte Stadt Augsburg einen polizeistaatlichen Kleinkrieg gegen Klima-Aktivismus. Da schreckt man auch nicht davor zurück ein junges Mädchen von der Polizei vor der gesamten Nachbarschaft demütigen zu lassen. Hausdurchsuchungen scheinen sogar das liebste Mittel zu sein. Wie kann man auch besser in den privatesten Lebensbereich einer Person eindringen und diese einschüchtern? Gern lässt man dabei auch mal Handys, Laptops und andere Geräte mitgehen. Der böse Feind, der hinter dem Klimaktivismus steht, ist dabei natürlich der Kommunismus in Form der „Roten Hilfe“. Ein Verein, dessen Tätigkeit in der Unterstützung von Repressionen Betroffener natürlich besonders denen ein Dorn im Auge ist, für die Repressionen ein besonders beliebtes Hobby sind. 

             :kjan

Yaay! Der Sommer steht vor der Tür und das heißt auch! Kleidungsverbote für FLINTA*. Ick freu mir! Insbesondere auf tolle Sprüche wie: „Wenn der Rock schon so kurz ist ,…“ oder „Mit dieser Figur würde ich ...“ Lieber die Klappe halten! Genau! Denn der Sommer ist nicht nur die warme Jahreszeit mit geilem Obst und chilligen Bierabenden, sondern auch die Zeit, in der die Meinung zur Kleidung und Körpern allgegenwärtig ist. Ich sach wie et is! Es nervt. Und nur weil Ingo und Gabi nix Besseres zu tun haben, müssen sie sich nicht meinen, mein Leben zu kommentieren. Das ist einfach ne deutsche Tradition. Das Meckern über andere und direkt ‘ne Meinung bilden. Nice! Aber ganz ehrlich! Wenn die Beine zu haarig sind. Mensch zu dick, zu nackt, zu dünn ist und was einigen auch sonst so missfällt. Einfach Mal atmen statt reden. Da kommen wir am Ende auf mehr Gewinn für uns beide. Nur weil ihr unzufrieden seid, müsst ihr nicht andere mit euren Worten und Blicken die Stimmung zerstören. In diesem Sinne embrace your Body andstop bullying people!        

:bena

Dieses Problem werden vielleicht nicht alle haben, aber es ist jedes Jahr wieder das gleiche für einige. Die Festtage stehen vor der Tür und schon geht die Planung los. Wann setze ich mich hin, um meine Tasche zu packen? Klar, viertel Stunde vor der Zugfahrt, die wiederum im besten Falle 5 Stunden dauert. Dann geht die Uni dieses Semester eigentlich bis zum 23.12., was nicht gerade in meinen Plan passt. Also werde ich schwänzen. Denn eigentlich will ich „zu Hause“ alle Freunde wiedersehen und gleichzeitig Silvester wieder im Ruhrgebiet sein. Vorne und hinten sowie links und rechts passt das alles nicht unter einen Hut. Jedes Jahr werden Abstriche gemacht und wenn man dann auch noch so ein Filou ist wie ich und seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr bei der Familie und Freunden war, dann sieht der Zeitplan unglaublich eng aus. Dabei gibt´s doch die romantische Vorstellung, dass man in den Ferien nochmal alles von der Uni wiederholt. 

:luq

 

Das phantastische Stück Die Unendliche Geschichte nach Michael Endes Buch feierte am Samstag, den 20. November seine Premiere am Schauspielhaus Bochum. Es fing schon um 16:00 Uhr an, da es viele Kinder in die fast dreistündige Vorstellung zieht. Das Publikum bestand auch zu einem großen Teil aus Kindern und das hat man gespürt. Die Atmosphäre war ausgelassen und ab und an hat man ein Kind etwas sagen oder respondieren gehört. Das tat den Schauspieler:innen auf der Bühne nichts ab, sie blieben konstant in ihren Rollen und was waren das für Rollen. Zum einen muss man ein Wort über die Kostüme verlieren, die mit viel Liebe das Publikum verzauberten. Auf der anderen Seite ist es selbst für Menschen, die mit der Geschichte nicht vertraut sind, eine wahnsinnig schöne und magische Reise. Für das Stück und die dazu passende Ausstellung im Theaterrevier hier in Bochum gibt es eine eindeutige Empfehlung. 

:luq

 

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