Wirtschaft
Burger-King-Prozess: Anklage erneut abgewiesen
Hinter den Kulissen tobt ein Arbeitskampf: Erneute Niederlage vor Gericht. Foto: kac

Burger-King geht erneut mit einer Niederlage aus dem Gerichtssaal: Seitdem der US-Konzern die deutsche Burger-King GmbH mit 91 Restaurants an die Yi-ko-Holding GmbH von Ergün Yildiz und Alexander Kolobov abgetreten hat, versucht die Betriebsleitung immer wieder, juristisch gegen die Belegschaften vorzugehen. Der Lohn wurde gedrückt und wird permanent verspätet ausgezahlt. Beschäftige sollten rausgeworfen werden. Besonders die Betriebsräte waren Yildiz ein Dorn im Auge: Zuletzt wurde versucht, den Betriebsratsvorsitzenden der Filiale in Dortmund-Kley rauszuschmeißen. Auch dieses Vorhaben scheiterte nun vor dem Dortmunder Arbeitsgericht.

„Deutschland hält sich nicht an das EU-Inflationsziel und schadet damit dem Euro.“
Globalökonomie kann auch Spaß machen! :bsz-Redakteur Kolja Schmidt (Moderation) im Gespräch mit Heiner Flassbeck (rechts). Foto: USch

Das Referat für Politische Bildung (PoBi) des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) hatte am 12. November den Wirtschaftsprofessor Heiner Flassbeck zu einem Vortrag an die Ruhr-Universität eingeladen. Der Vortragstitel „Der Europäische Traum und ein schlimmes Erwachen“ hatte mehr als 80 Interessierte in Hörsaal HZO 50 an der Ruhr-Universität gelockt. Wer jedoch mit der Erwartungshaltung gekommen war, etwas über Korruption und Misswirtschaft in den südeuropäischen Staaten zu hören, wurde enttäuscht. Die vergleichende Analyse von Professor Flassbeck nahm vor allem Frankreich und Deutschland in den Blick. Und hier konstatierte der Ökonom eindeutiges Fehlverhalten auf der deutschen Seite. Statt wie Frankreich das gemeinsame Inflationsziel von 2 Prozent einzuhalten, haben die Deutschen dieses Maastricht-Kriterium durch zu geringe Lohnsteigerungen in den letzten zehn Jahren unterlaufen. Mit dramatischen Folgen für den Euro. Deutschland konkurriert den Rest des Euroraums durch Lohndumping nieder, was zum Zerbrechen des Euro in absehbarer Zeit führen wird – so die Kernthese des ehemaligen UNCTAD-Chefvolkswirts, die er auch durch die aktuell vorgebrachte Kritik am Exportüberschuss Deutschlands durch die USA, die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt sieht. Die :bsz hatte Gelegenheit, vor dem Vortrag mit Professor Flassbeck zu sprechen.

Die internationale Kritik am deutschen Exportmodell wächst
Der Traum vom Euro ist aus: Heiner Flassbeck plädiert für eine neue Währungspolitik in Europa. - Foto: © Heiner Flassbeck

In den letzten Tagen haben mehrere bedeutende Institutionen ihre Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik erneuert: Die USA, der internationale Währungsfonds (IWF) und die EU fordern von Deutschland, seine Exportüberschüsse zu drosseln. Konkret fordern sie eine feste Obergrenze für den Leistungsbilanz­überschuss. Die deutschen Industrieverbände weisen diese Forderung zurück und betonen, dass die wirtschaftliche Stärke Deutschlands ein Stabilitätsanker in der EU sei. Heiner Flassbeck, ehemaliger Chef-Ökonom bei der UNO, stimmt der Kritik hingegen zu und meint, Deutschland schade sich mit der Fixierung auf den Export am Ende sogar selbst.

Scheitert der Euro, dann scheitert das deutsche Lohndumping
Die oberste Linie zeigt die Entwicklung in Europa. Die mittlere Linie zeigt das „gemeinsame“ Inflationsziel. Die untere Linie zeigt die deutliche Abweichung in Deutschland. Grafik: Heiner Flassbeck

Prof. Dr. Heiner Flassbeck ist einer der international bedeutendsten deutschen Wirtschaftswissenschaftler. Von 2003 bis 2012 war er Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Seine wissenschaftlichen Publikationen und Vorträge drehen sich stets um denselben Kern: Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, auch Keynesianismus genannt. Diese nach dem britischen Ökonomen John Maynard Keynes benannte Wirtschaftstheorie kann als Antwort auf die schwere globale Wirtschaftskrise Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts verstanden werden.

Handelt jetzt! Das globale Manifest zur Rettung der Wirtschaft
:bsz-Redakteur Kolja Schmidt: „Diese Lektüre lohnt sich!“ Foto: koi / ks

Fünf internationale WirtschaftswissenschaftlerInnen haben ein „globales Manifest zur Rettung der Wirtschaft“ geschrieben. Aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren die WissenschaftlerInnen aus Japan, den USA, Indien und Deutschland die derzeitige globale Wirtschafts- und Finanzkrise, indem sie verschiedene Aspekte und Lösungsansätze herausarbeiten. Das im April diesen Jahres erschienene Buch umfasst fünf Einzelbeiträge der ÖkonomInnen und ein gemeinsam verfasstes „Manifest“ mit wirtschaftspolitischen Handlungsaufforderungen an die Politik. Der deutsche Ökonom Dr. Heiner Flassbeck von der Universität Hamburg ist einer von ihnen.

Fracking in NRW auf Kosten von Mensch und Natur?
Eine „Fracking-Site“ in der Nähe von Platteville, Colorado. Foto: flickr.com, Mark udall (CC BY-NC-SA 2.0)

Die beschauliche Kleinstadt Dawson Creek liegt im Nordosten von British Columbia in Kanada, am östlichen Rand der Rocky Mountains. Ungefähr 16.000 Menschen leben in dem Ort, der 1879 nach dem englischen Landvermesser George M. Dawson und einem Bach (engl. creek) benannt wurde. Mit der erfolgreichen Jugendserie Dawson’s Creek aus den späten Neunzigern hat das Örtchen nichts gemein. Hier geht es nicht um Beziehungsdramen oder vergleichbare Dilemmata. Ein anderes Übel hat den Ort fest in seiner Hand: Tagtäglich donnern bis zu zweihundert Sattelschlepper durch das Städtchen. Ihre Fracht? Bauteile, Chemikalien und vielerlei Zeugs, das man zum „Fracken“ braucht. Wie vielerorts in den Vereinigten Staaten und Kanada wird auch in Dawson Creek fleißig nach Gas gebohrt – und das auf Kosten von Mensch und Natur.