SCHWER:PUNKTE
Starker Schweizer Franken belastet Ruhrgebiets-Kommunen
Abgehoben: Schweizer Nationalbank (SNB) entkoppelt den Franken vom Euro. Karikatur: ck

Die Kommunen im Ruhrgebiet kämpfen seit Jahren mit steigenden Sozialkosten, sinkenden Steuereinnahmen und daraus resultierender, massiver Verschuldung der Städte und Gemeinden. Dank riskanter Devisengeschäfte mit der Schweizer Nationalbank (SNB) müssen Bochum, Essen und Co. jetzt noch mehr zurückzahlen. Doch nicht nur sie werden von der starken Währung belastet: Auch ausländische Studierende in der Schweiz kämpfen mit horrenden Mensapreisen in den Universitäten. Wieso ist der Franken so stark und was hat das mit Bochum zu tun?

Regulierter Versuch: Bitcoins sollen seriöser werden
Spekulationsblasen: Bei diesen Geschäften wurde richtig viel Geld in den Sand gesetzt. Quelle: Die Welt; Darstellung: ck

Mitte des 17. Jahrhunderts sorgte die Tulpenzwiebel in den Niederlanden für einen regelrechten Boom unter SpekulantInnen, AnlegerInnen und all jenen, die vom schnellen Geld träumten. Dies änderte sich jedoch mit dem großen Tulpen-Crash von 1637, als die Spekulationsblase schließlich platzte und die Preise für das ehemals begehrte Gewächs um 95 Prozent fielen. Heute muss dieses Ereignis als Vergleich für ein anderes Phänomen herhalten. KritikerInnen sehen in den Bitcoins, einer Internetwährung, die seit Jahren gegen Skandale und einen dubiosen Ruf kämpft, eine historische Parallele.

MEER PLASTIK WENIGER FISCH I – Durch industrielle Fangmethoden sind bis 2050 die Ozeane leergefischt
Da ist etwas ins Netz gegangen: Und zwar 400 Tonnen(!) Ma­krelen (und andere Meeresbewohner). Foto:Wikimedia Commons

Der Sushi-Boom, nicht nur in Deutschland, dürfte einigen Anteil daran haben: Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten steigt seit Jahren. Sie wird befriedigt mit einer Jahresproduktion von knapp 145.000 Tonnen. Die Folgen sind so absehbar wie erschreckend: Wenn es mit der Überfischung wie bisher weitergeht und auch die Politik weiterhin die Ratschläge der Wissenschaft in den Wind schießt, gibt es laut der Naturschutzorganisation WWF in 40 Jahren keine Fische mehr im Meer.

MEER PLASTIK, WENIGER FISCH II – Unglaubliche Mengen an Müll lagern sich im Meer ab
Plastik muss nicht mikro sein, um tödlich zu sein: Verendetes Albatrosküken samt Mageninhalt. Foto:Wikimedia Commons

Wie zynisch: Wenn der Mensch die Meere schon ihrer Fische, Krabben und Weichtiere entledigt (siehe oben), dann pumpt er die See doch mit etwas anderem wieder voll: mit Müll. Besonders Plastikmüll macht den marinen Ökosystemen zu schaffen: Es gibt ihn massenweise, er ist nicht biologisch abbaubar und zerfällt in wenige Millimeter große Teilchen, die in den Nahrungskreislauf gelangen.

Deutschland importiert Steinkohle aus den USA
Angerichtet durch das „Mountaintop Removal“-Verfahren: Der Kayford Mountain oder besser, was von ihm übrig geblieben ist nach insgesamt 500 Bergkuppensprengungen. Foto: Kate Wellington (CC BY 2.0)

Die schleppende Energiewende und der Ausstieg aus der Atomindustrie macht Deutschland immer mehr abhängig von einem doch scheinbar aus der Mode gekommenen Brennstoff, der Steinkohle. Und dieser stammt längst aus Übersee: Die USA (10,5 Mio Tonnen/Jahr), Russland (10) und Kolumbien (8) füttern die hungrige deutsche Wirtschaft mit dem fossilen  Brennstoff, der unter sehr zweifelhaften Bedingungen gewonnen wird.

Ein Beitrag aus Taiwan zum Jahreswechsel
Das neue Jahr wird am Taipei 101 Building mit einem spektakulären Feuerwerk eingeleitet. Foto: ln

Erst am 19. Februar beginnt in Taiwan und China das neue Jahr. Dann wird das Jahr der Ziege das des Pferdes ablösen. In meinem Auslandssemester in der taiwanesischen Hauptstadt Taipei habe ich schon mal den westlichen Jahreswechsel zum Anlass genommen, um ungewohnte Essgewohnheiten, außergewöhnliche Unterrichtsmethoden, sowie unsere wichtigsten Feiertage Weihnachten und Neujahr hier genauer unter die Lupe zu nehmen.

Es ist Silvester, 17:30 Uhr am Abend. Ich sitze an meinem Schreibtisch und lerne für meinen Chinesischkurs. Trotz 15 Grad Außentemperatur ist es kalt. Das liegt an der hohen Luftfeuchtigkeit und daran, dass es in Taiwan keine Heizungen in den Wohnungen gibt. Somit ist die Außentemperatur gleich auch der Innentemperatur. In einer halben Stunde muss ich los zum Kurs.

‚Fachbereichsliste‘ siegt erneut vor Linker Liste
Die zukünftige intellektuelle Elite des Landes: Bloß nicht mit dem studentischen Schicksal auseinandersetzen. Illustration: kac/mar

Seit Samstag steht das Ergebnis der aktuellen Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) fest: Die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure (NAWI), die mit acht von 35 Sitzen bereits aus der letzten StuPa-Wahl im Januar als stärkste Gruppierung hervorging, konnte noch einmal drei Mandate zulegen und kam auf fast 30 Prozent der Stimmen sowie elf Sitze. Wie im Vorjahr siegte die NAWI an sechs von zehn Wahlurnen auf dem Campus und verbesserte ihre Ergebnisse in der I- und N-Reihe sowie im MA-Gebäude deutlich. Auch insgesamt gewann die amtierende AStA-Koalition drei Sitze hinzu und steigerte sich von 18 auf 21 Mandate. Theoretisch würden nun drei der zuletzt fünf Koalitionslisten genügen, um einen AStA zu bilden.

StuPa-Wahl: Die zehn Listen und ihre Positionen (online exklusiv: ungekürzte Fassung)
Ihr habt die Wahl - noch bis einschließlich Freitag in den Cafeten der Fachbereichsgebäude. - Grafik: ck

In der letzten Ausgabe haben wir Euch die Positionen der zehn aktuell fürs Studierendenparlament (StuPa) kandidierenden Listen in drei zentralen Fragen vorgestellt. Zu einem weiteren wichtigen Thema herrscht weitgehende Einigkeit: Fast alle Listen lehnen auch nach dem jüngsten Vorstoß der Hochschulrektorenkonferenz, eine Debatte über nach dem Studium zu entrichtende Gebühren loszutreten, jede Form von Studiengebühren (S) weiterhin konsequent ab. Divergenter sind die Positionen zum Hochschulentwicklungsplan III (H), der insbesondere das fragwürdige Konzept einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ vorantreibt, sowie zur kosten- und prestigeträchtigen Campus-Sanierung (C):

Zehn Listen und ihre Positionen: Die ungekürzten Antworten der zur StuPa-Wahl antretenden Gruppen
Geht wählen! Noch bis zum 12. Dezember habt Ihr an den Wahlurnen in den Cafeten die Chance dazu. - Grafik: ck

Die :bsz hat sämtliche zur StuPa-Wahl antretenden Listen gebeten, ihre Positionen zu insgesamt sieben Themenkomplexen mitzuteilen. Als Schwerpunkte kristallisierten sich Mobilität, Campuskultur und Hochschulzukunft heraus. Hier die nun die ungekürzten Antworten der Listen (der Redaktion als ‚Wahlkampf-Slogan‘ zugegangene Repliken sind kursiviert):

 

Des Dichters Lebenskunst: Kommunikation, Konfrontation und Kreativität
Psychisch kaputter Poet? Tatsächlich hatte Goethe lebenslang mit Depressionen und Ängsten zu kämpfen, die er allerdings erfolgreich selbst therapierte. Kupferstich von 1791

Dichter, Politiker, Naturwissenschaftler – und zwar in allem einer der bedeutendsten seiner Zeit. Johann Wolfgang von Goethe war zweifelsohne ein vielseitiger Mensch. Doch auch er blieb nicht von Ängsten und seelischen Abgründen verschont. Wie seine autobiografischen Schriften und brieflichen Korrespondenzen zeigen, musste er sich sein ganzes Leben lang mit psychischen Problemen auseinandersetzen. Dies gelang ihm erstaunlich gut – ohne jegliches Fachwissen therapierte er sich nämlich selbst.

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