SCHWER:PUNKTE
Kommentar: Unüberschaubare Griechenland-Krise? RUB-Wirtschaftsprofessor Paul über die Lage des Landes.

In der politischen und medialen Hektik der vergangenen Wochen und Tage geht es um immer neue Varianten von Hilfspaketen, mit denen die akuten Zahlungsprobleme Griechenlands „gelöst“ werden sollen. Immer intensiver werden die Beträge etwaiger „Rettungsgelder“, ihre Laufzeiten und vor allem die damit verbundenen Auflagen diskutiert. Im Vergleich dazu rückt die Frage nach dem mit der Hilfe verbundenen Zielen immer stärker in den Hintergrund. Tatsächlich könnte die Not sowohl des Staates mit Blick auf unmittelbar nachzukommenden Verpflichtungen als auch der Banken in Bezug auf eine halbwegs stabile Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und insbesondere der Bargeldversorgung wohl kaum noch größer sein – woraus sich der eingeschränkte, tagesaktuelle Fokus der Debatte erklärt.

Fast jedeR dritte Studierende stimmte ab: 96 Prozent für neuen Vertrag
Auszählung: Wahlleiter und :bsz-Redakteur Christian Kriegel schüttet kistenweise Demokratie aus. Foto: joop

Die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum haben fast einstimmig für den neuen Vertrag mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr votiert. 96,28 Prozent wollten eine solidarisch finanzierte Fahrkarte behalten und waren bereit, den Aufpreis ab Wintersemester in Kauf zu nehmen. Die Wahlbeteiligung lag mit 30,69 Prozent sehr hoch verglichen mit StuPa-Wahlen. Doch wer gedacht hätte, Wahlzettel mit nur zwei Stimmoptionen ließen sich schneller auswerten, wurde eines Besseren belehrt. Die Auszählung am vergangenen Freitag dauerte bis Mitternacht.

Trotz Preiserhöhung erhält der neue VRR-Vertrag an unseren Nachbarunis eine überwältigende Zustimmung
Auch wenn’s etwas teurer wird: Die meisten betroffenen Hochschulen haben sich bisher für das neue Semesterticket ausgesprochen. Grafik:  bk

Die RUB-Studis haben es diese Woche getan, die NachbarInnen von der Uni Duisburg-Essen haben es im vergangenen Monat vorgemacht und die Studierenden der TU Dortmund sind in der kommenden Woche am Zug: Wir werfen einen Blick über den Bochumer Tellerrand und fassen zusammen, was sich an den übrigen Unis im VRR-Gebiet in Sachen Semesterticket tut.

Zentrum für politische Schönheit stürmt mit 5.000 Menschen auf den Platz der Republik
Massengrab Mittelmeer: Kunstaktion bringt tote Flüchtende symbolisch ins Herz der Republik. Foto: Kolja Schmidt

Ein Hauch von 1989: Am 21. Juni hatte das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) weitere Beisetzungen von „unbekannten Einwanderern“ in Berlin geplant. Auf dem Vorplatz des Kanzleramts sollten „tote Opfer der militärischen Abriegelung Europas“ auf einem Gräberfeld ihre letzte Ruhe erhalten, das als Mahnmal „den unbekannten Einwanderern Europas“ gewidmet werden sollte.

Kommentar: Kunstintervention: Wer hat die Grenze überschritten?
Dunkle Wolken über dem KanzlerInnenamt: Die Toten kommen nach Berlin. Foto: Kolja Schmidt
Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) erregt seit Beginn der vergangenen Woche einmal mehr Aufsehen mit einer Performance auf der Grenze zwischen Kunst und Politik. Das KünstlerInnenkollektiv, das sich dem Thema Flucht und Migration verschrieben hat, überführt tote Einwanderer von den Außengrenzen der EU nach Berlin, um sie dort menschenwürdig zu bestatten. 
Südafrika: Gewalt gegen MigrantInnen nimmt weiter zu
Von Armut und Rassismus geprägt: In Südafrika herrschen große soziale Widersprüche. Foto: Irene Allerborn

Im April diesen Jahres wurde Südafrika erschüttert von den zum Teil tödlichen fremdenfeindlichen Ausschreitungen in der Hafenstadt Durban und in Johannesburg. Mehr als 5.000 der betroffenen MigrantInnen aus ostafrikanischen Ländern flüchteten in sporadisch errichtete Camps oder kehrten verängstigt in ihre Herkunftsländer zurück. Schnell kamen Erinnerungen an die Unruhen in Johannesburg im Jahr 2008 hoch: damals jagten wütende Menschenmassen MigrantInnen durch die Straßen und zündeten sie zum Teil bei lebendigem Leib an – 62 Menschen starben.

Circa 100.000 BesucherInnen besuchten die 1.200 Tische auf der gesperrten Universitätsstraße
Masterstudentin Sofya mit den beliebtesten BlauPause-Souvenirs: Ein Sitzkissen und eine :bsz. Foto: tims

Rund 1.200 Tische konnten Interessierte auf der BlauPause bewundern. Welche davon besonders interessant waren und warum genau, erzählen uns fünf BesucherInnen. Zwar gab es an einem Stand Freibier, aber insgesamt kaum Kulinarisches wie beim A40 Stillleben 2010. Trotzdem fällt das Fazit positiv aus.

„Frauen gegen Burschen“: Studentische Protestaktion auf der BlauPause
Kein Platz für reaktionäre Ideen: Studentische Protestaktionen gegen „Burschis“. Foto: bent

Bambule gegen Burschis: Wie erwartet kam es bei der 50-Jahresfeier der RUB zu studentischen Protestaktionen gegen die Burschenschaften und andere Verbindungen. Während des Festaktes mit Bundespräsident Gauck wurde im Audimax der Feueralarm ausgelöst, an den Info-Tischen wurde mit Plakaten und Bannern auf das reaktionäre Frauenbild der Burschenschaften hingewiesen. Schon im Vorfeld forderten Studierende, aber auch MitarbeiterInnen der RUB die Verwaltung dazu auf, den Verbindungen keine Plattform zu geben.

Das Jubiläumsfest – BlauPause: Was machen die Studis?
Wir teasern Euch an: Wer macht was am welchen Tisch?

Von der Ruhr-Uni bis zum Bochumer Hauptbahnhof wird die Universitätsstraße am 6. Juni still gelegt. Auf fünf Kilometer Länge werden 1.224 Tische aufgestellt, auf denen verschiedene Vereine, Organisationen und Privatpersonen sich präsentieren werden. Darunter sind auch unsere Studis, sei es als VertreterInnen eines Fachschaftsrats oder einer Initiative. Um Euch einen kleinen Überblick zu bieten, haben wir einige studentische Tische und weitere Leckerbissen rausgepickt und zeigen Euch, was Euch dort erwartet.

Der längste Bahnstreik der BRD vorzeitig beendet: Wie war es für Euch?
Nicht meckern: Wenn die einen für ihre Rechte kämpfen, müssen andere Entbehrungen in Kauf nehmen. Karikatur: kac

Der Arbeitskampf der GDL dauerte monatelang; langsam dachten einige von  uns, dass das Ende nicht so schnell in Sicht sein wird – bis dann vergangene Woche GDL-Chef Claus Weselsky die PendlerInnen aufatmen ließ. Da es nun Schlichtungsgespräche gibt, darf es im Zeitraum vom 27. Mai bis  17. Juni keine Streiks geben. Ob es nun wirklich zu einer Einigung bezüglich der Tarifverträge geben wird, ist noch fraglich. Die :bsz hat an der Bochumer, Dortmunder und Uni von Duisburg-Essen Studis gefragt, wie sie die Streiks überstanden haben. Dachten sie, dass er tatsächlich in naher Zukunft endet und ob die Bahn auf die Forderungen der LokführerInnen eingeht?

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