METRO:POLIS
Was der Pfingststurm in Bochum angerichtet hat
Krawäng! Da ist der Baum voll an der Fassade langgewätscht. Foto: Akafö Presse

Der Sturm am Pfingstmontag hat fast im ganzen Ruhrgebiet seine nicht zu übersehenden Spuren hinterlassen. In Bochum war wie vielerorts auch der (öffentliche) Verkehr für eine Weile lahmgelegt. Bäume und Äste fielen auf die Straßen und beschädigten unter anderem ein Wohnheim des Akafö.

Deutsche Polesportmeisterschaft in Bochum räumte mit Vorurteilen auf
Höhenangst unerwünscht: PolesportlerInnen müssen die ganze Stange nutzen. Foto: A. J. Schaefer

Entscheidend sind Kraft, Ausdauer und Eleganz. Es wirkt wie eine Mischung aus Akrobatik, Gymnastik und Athletik. Und die zwölf besten Athletinnen und Athleten reisen zur Weltmeisterschaft nach London. Die Rede ist von der Poledance-Meisterschaft.

Der Rathausattacke folgte eine Antifa-Demo und Kritik am Staatsschutz
Zeichen gegen faschistische Gewalt: Nach dem Nazi-Angriff auf das Rathaus rief das Bündnis-BlockaDO zur Protestdemo auf. Foto: bent

Einige Tage nach dem Schock über den versuchten Sturmlauf der Faschisten auf das Dortmunder Rathaus heißt es nun für viele PolikerInnen und AktivistInnen, aufzuarbeiten, dass nicht nur in Europa das rechte Lager zugelegt hat, sondern dass der Ratseinzug der neonazistischen Schlägertruppe Die Rechte brutale Realität geworden ist. Während der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange den RathausverteidigerInnen des Wahlabends schlechte Aufklärungsarbeit gegenüber der Polizei vorwarf, äußerten im Gegenzug vor allem SprecherInnen bei einer antifaschistischen Demo Kritik am Verhalten des Staatsschutzes.

Wenn Punks auf Halbstarke treffen: Ausstellung über jugendliche Subkulturen
Egal, ob Wandervogel oder Halbstarke: Die Ausstellung über jugendliche Subkulturen macht die Geschichte Jugendlicher fassbar. Foto: bent

Schon Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzow hat es Mitte der 90er ironisch gegrölt: „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein.“ Wie vielfältig jugendliche Bewegungen sein können, was von manchen übrig geblieben ist oder wie sie fortleben, zeigt die Ausstellung „Einfach Anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet“ im LWL-Museum der Zeche Hannover in Bochum. Angefangen bei der Wandervogelbewegung, über jugendliche Widerstandsgruppierungen im Dritten Reich bis hin zu gegenwärtigen Tendenzen wie dem Steam-Punk oder die Graffiti-Szene wird das subkulturelle Geschehen im Ruhrgebiet in Texttafeln, Videos und Requisiten spannend dokumentiert.

Das große Abstimmen: Die Europa- und Kommunalwahl
Echte Hiebe – Wahlkampfzurückhaltung ist vorbei: Rechtsextreme (gelbe T-Shirts) der Partei Die Rechte versuchen gewaltsam, die Wahlparty im Dortmunder Rathaus zu stürmen. Quelle: anonym (Name ist der Redaktion bekannt)

Der vergangene Sonntag war Superwahltag in NRW. Neben der Europawahl konnten BürgerInnen für Stadtrat, BürgermeisterIn und Integrationsrat Stimmen abgeben.

Die Rechte um „SS-Siggi“ gewinnt einen Sitz und setzt wieder auf Gewalt

Ganz überraschend war es nicht: Schon auf Twitter und Facebook wurde im Falle eines „Wahlerfolgs“ ein „Schlag in den Rat“ angekündigt. Doch viele DortmunderInnen, die an diesem Abend auf der Wahlparty im Dortmunder Rathaus anwesend waren, zeigten sich schockiert, als  rund dreißig Neonazis der Partei „Die Rechte“ um den wegen Körperverletzung vorbestraften „SS-Siggi“ ihre Pläne in die Tat umsetzten und geschlossen in SA-Manier auf das Rathaus zumaschierten.

Kommunalwahlen in NRW: Kleine und rechte Parteien auf dem Vormarsch
Die Ergebnisse der Kommunalwahl in Bochum 2014. Grafik: mar

Die Wahl für den Stadtrat in Bochum konnte die SPD mit 38,6 Prozent klar für sich entscheiden. Große Verliererin ist – wie zu erwarten war – die FDP. Insgesamt haben die etablierten Parteien im Vergleich zur letzten Wahl 2009 an Stimmen eingebüßt, lediglich die Grünen konnten ihr Ergebnis verbessern. Von nun an sind 13 Parteien und Listen im Bochumer Stadtrat vertreten, fünf davon erstmalig; mit AfD, NPD und Pro NRW gehen fünf Sitze an den rechten beziehungsweise extrem rechten Rand.

Shisha rauchen in Bochum – ob in der Bar oder Wohnung: Wir fragten nach.
Shisha-Action: Auch wenn es cool aussieht, ist es ungesund. Foto: kac

Ob wir im Bermudadreieck in Bochum unterwegs sind oder ins Wohnheim gehen: Überall riecht es besonders am Abend fruchtig und exotisch; dabei wird gelacht, diskutiert und philosophiert, während der Rauch wie ein Flaschengeist aus den Mündern der RaucherInnen emporsteigt. Was für die Siebziger Jahre die Bong war, ist heute die Shisha – eine Wasserpfeife, die mit Kohle erhitzt wird. Die :bsz ging den Shishas mal auf den Grund. Wie sieht eine Shisha-Bar heute aus? Wir befragten auch den selbsternannten Spezialisten Conrad aus Bochum.

Gespräch mit dem 4. AStA-Vorsitzenden der RUB, Christoph Zöpel
Brachte die Demokratie an die RUB: Dr. Christoph Zöpel. Foto: Wikimedia Commons, Arnoldius (CC BY-SA 3.0)

Mieses Wetter da draußen, denke ich, während ich an jenem Donnerstag im KulturCafé sitze und auf meinen Gesprächspartner warte. In dem Moment kommt auch schon Christoph Zöpel. „Ein mieses Wetter ist das hier“, sagt der 70-Jährige nach einer freundlichen Begrüßung. „Ich komme gerade aus Jordanien, da ist es viel wärmer.“ Zöpel lehrt – wie an der TU Dortmund – an der Deutsch-Jordanischen Universität in Amman, dort zum Thema Räumliche sozioökonomische Entwicklung und Planung sowie Planung von Städten und Metropolen. Auf dem Gebiet hat er viel administrativ-praktische Erfahrung: In den 1980er Jahren war er als SPD-Minister in NRW für Landes- und Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr zuständig und hatte damit die Verantwortung für eine der größten Metropolregionen Europas, die Rhein-Ruhr-Region in der letzten Phase der Kohlekrise. Vor dieser Zeit der großen Politik musste aber auch er lernen: Als Student der Wirtschaftswissenschaften in Berlin und an der frisch gegründeten Ruhr-Uni und als dortiger AStA-Vositzender.

Als die volle U35 ein Segen gewesen wäre

Mobilität bedeutet Beweglichkeit, Flexibilität und heutzutage vor allem die Möglichkeit, jederzeit den Standort zu wechseln, sprich mobil zu sein. Betrachtet man die Anfangszeit der Ruhr-Universität Bochum – wir sprechen dabei über die 1960er Jahre – mussten die Menschen schon sehr kreativ sein und Strapazen auf sich nehmen, um Europas größte Baustelle zu erreichen und dort von A nach B zu kommen. Ohne Semesterticket und mit eingeschränktem Bahnverkehr ging es zu einem Gelände, das eher einer Kraterlandschaft ähnelte als einem Zentrum für Wissenschaft: die RUB in den Anfängen – eine etwas andere Universität.

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