Kultur
Bunker, Bacon, Bürgerplatz
Die aktuellen Rundlauf-OrganisatorInnen. Foto: Jacq

Das seit 2009 bestehende lokale Kunst- und Kulturfestival „Rundlauf“ bietet auch dieses Jahr wieder – sowohl für KünstlerInnen als auch für Kunstbegeisterte – die einzigartige Möglichkeit, einen größtenteils gebührenfreien Einblick in die momentane Bewegung der  Kunst zu gewinnen. Über 80 KünstlerInnen werden im Zeitraum vom 30. April bis zum 5. Mai 20 Locations im Viertel „Speckschweiz“ bespielen: Sie werden ihre Fotografien an die Betonwände des Hochbunkers nageln, gräuliche Wände leerstehender Häuser bunt bemalen oder die zarten Saiten ihrer Kokosnussvioline zum Schwingen bringen...

Mayersche sägt Literaturreihe „Wort-Café“ in Bochum ab
Lebt für die Literatur: Heike Wulf. Foto: www.wort-kunst-raum.de

Warum sollte man noch den Weg in eine Buchhandlung auf sich nehmen, wenn man doch jedes gewünschte Buch bequem von seinem plattgesessenen Schreibtischstuhl im Internet bestellen kann? In einer Buchhandlung kann man in Büchern blättern und wird fachkundig beraten.

Uschmann-Expedition ins Feierland
Für die Buchlektüre wird ein chilliges Plätzchen empfohlen... Foto: Heyne Verlag

Der Autor der „Hartmut und ich“-Romane hat einen neuen Survival-Guide auf den Buchmarkt geworfen: „Überleben auf Partys – Expeditionen ins Feierland“ lautet der Titel des neusten Buchprodukts des RUB-Absolventen und Schreibworkshop-Dozenten Oliver Uschmann, dessen Frau Sylvia Witt – anders als beim ersten literarischen Ratgeberband „Überleben auf Festivals“ – als Co-Autorin verantwortlich zeichnet. Hatten die 2012 erschienenen „Expeditionen ins Rockreich“ noch Kultpotential, verzettelt sich der im März ebenfalls bei Heyne verlegte Überlebensparty-Band jedoch allzu sehr in den Untiefen abgegriffener Klischees. Auch einzelne Geistesblitze sowie ein genialer Gastbeitrag des Hamburger Autors und Verlegers Sven Amtsberg können einen eher mäßigen Gesamteindruck vom neuen Uschmann leider nicht aufwiegen.

Ein Wunschkind – feindliche Übernahme oder pure Erfüllung?
Zweisamkeit Adé? Ein Kind kann vieles verändern. Foto: Camino Filmverleih GmbH

Eine junge, intelligente Philosophie-Studentin, die gerade an ihrer Doktorarbeit über Wittgensteins „Tractatus logico-philosophicus“ schreibt und ihr Freund, selbst mehr Kind als Mann und in einer Videothek jobbend, beschließen Eltern zu werden. Und nichts bleibt, wie es mal war. Ein facettenreicher Film über das Glück und Unglück des Elternseins, das oft sehr viel näher beieinander liegt, als man annimmt.

‚Redflowerpower‘ in die Clubs
Öffnete die musikalische Pandorabüchse bereits als Kind: Jaana (m.), hier mit ihren Bandkollegen Jonas (l.) und Adrian. Foto: Jaana

Mit wuchtig-rauchiger Stimme bringt Jaana alias Jennifer Schareina bereits seit 2007 Retro-Rock in die Clubs. War das Repertoire der Essenerin anfangs noch eher folkig, ist es in den letzten Jahren mehr vom Rock der 60er und 70er geprägt. Zweimal gewann Jaana mit ihrem Mix aus eigenen, zuweilen ein wenig düsteren Songs sowie Cover-Beiträgen die monatlich stattfindende Newcomer-OpenStage im „Subrosa“ in der Dortmunder Nordstadt. Wichtige musikalische Vorbilder sind Janis Joplin und Deep Purple. Mit ihrer niemals fehlenden roten Blume im Haar trägt Jaana mehr als nur einen Hauch 68er-Spirit in die Musikszene der Gegenwart. Zudem tourt sie mit ihrer gleichnamigen dreiköpfigen Band, die ebenfalls 2007 gegründet wurde, durchs Revier.  

Clockwork Orange im Grillo-Theater
Ein Mann mit einer Affinität für Stanley Kubrick: Regisseur Schmidt-Rahmer, über ihm Jack Nicholson aus Kubricks „Shining“. Foto: Jacq

Immer wieder ruft der Protagonist Alex den Zuschauenden zu: „Setzen Sie mir Grenzen! Ich möchte aufgehalten werden! Kann mich jemand aufhalten?“.
Freier Wille oder Determination? Gut gegen Böse. Täter oder Opfer? Bis zu welchem Grad ist die Konditionierung eines Menschen akzeptabel? Ist die Manipulation des menschlichen Gehirns vertretbar, solange damit Gewalttaten verhindert werden?

Ein Horrorklassiker als Hörgrusel
Gruselkabinett: Hörspiele für schaurig-schöne Abende. Foto: Patrick Henkelmann

1927 in Massachusetts, Neuengland: ein gerade volljährig gewordener junger Mann will von der Hafenstadt Newburyport weiter in die (fiktive) Stadt Arkham reisen, wo er mehr über seine Familiengeschichte erfahren möchte. Da der Protagonist knapp bei Kasse ist, will er für seine Weiterreise am nächsten Morgen statt dem Dampfzug einen alten Bus nehmen, der jedoch über die verfallene, in den Nachbarstädten berüchtigte und von Fremden gemiedene (ebenfalls fiktive) Hafenstadt Innsmouth fährt. Über Innsmouth hört und recherchiert der unbenannte Protagonist, dass es in dieser Stadt nach dem wirtschaftlichen Niedergang in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zu mysteriösen Ereignissen und einem rapiden Verfall gekommen sei. Die meisten EinwohnerInnen von Innsmouth sollen ein charakteristisches Aussehen mit ‚fischartigen‘ Zügen und Missbildungen haben, das sich mit dem Alter immer stärker ausprägt. Es heißt gar, die Bevölkerung von Innsmouth hätte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.

Literatur stockt den Coolness-Faktor Bochums auf
Mit Partyanekdoten zum Doppelsieg: Honke Rambow (l.) schrieb Bochumer urbane Geschichte. Ralph Köhnen (r.) gratuliert. Foto: mar

Am Sonntag, den 17. März, fand in der Rotunde, dem alten Katholikentagsbahnhof, das Literaturpreis-Finale des Schreibwettbewerbs „Dein Bochum // Urban History Rewritten“ statt. Der Literaturwettbewerb stand unter dem Motto: „Schreib die Stadtgeschichte neu. Erzähl uns alles!“ Die Initiatoren – die Literarische Gesellschaft Bochum, der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.V. und das Kulturbüro der Stadt Bochum – präsentierten die 24 besten Texte: live gelesen von den AutorInnen.

Jetzt im Kino: Sightseers
Trostlose Schönheit und makabrer Humor: Sightseers lohnt den Gang ins Lichtspielhaus. Foto: StudioCanal

Ein Wohnwagen-Roadtrip durch die englische Provinz ist für die/den Durchschnittstouristin/en nicht gerade das höchste der Urlaubsgefühle. Tina (Alice Lowe), 34, kann sich allerdings nichts besseres vorstellen, als mit ihrem neuen Freund Chris (Steve Oram) der Tyrannei ihrer Mutter, bei der sie noch immer wohnt, zu entfliehen. Durch malerisch-triste Gegenden Britanniens steuert das kauzige Pärchen auf den ersten Blick wenig spektakuläre Ziele wie Straßenbahn- und Bleistiftmuseen an. Chris ist von diesen Orten begeistert, und Tina ist wiederum derart begeistert von Chris, dass sie ohne Murren Stecknadel um Stecknadel auf der vorher ausgetüftelten Reisekarte mit abklappert.

Kann man Dichten lernen?

(Jacq) Ende Februar fand im Schauspielhaus Bochum ein Poesie-Workshop mit Poetry-Slammer Sebastian 23 statt. Neun neugierige TeilnehmerInnen, von vierzehn bis zu über sechzig Jahren, versammelten sich an drei Tagen in einem der Proberäume um ihren Mentor Sebastian Rabsahl, seines Zeichens Dichter und Denker der Gegenwart. Die :bsz war für Euch live dabei.

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