Kultur
brink Magazin verbindet zum dritten Mal Kunst und Wissenschaft
Schon gelesen? Das neue brink-Magazin ist ab jetzt erhältlich.

(mar) Vor kurzem erschien die dritte Ausgabe eines der spannendsten Projekte aus studentischer Initiative: brink, das Magazin zwischen Kunst und Wissenschaft. Es sieht wie gewohnt gut aus, hat Fotografien, Interviews, Essays und mehr zu bieten und wirft damit vielleicht mehr Fragen auf als es beantwortet. Zum Glück – weil es anregt, sich selbst mit der Materie auseinanderzusetzen. Denn fragen ist besser als schweigen.

Die Crew um Weekend über Anfänge und Zukunftspläne
Der Peter und der Rolf: Das Wochenende im Nacken.

(koi) Der Gelsenkirchener Rapper Weekend ist durch Erfolg beim Online-Rapbattle VBT bekannt geworden. Nachdem er erfolgreich getourt hat, ist er jetzt beim Shootingstar-Label Chimperator (Cro, Die Orsons) unter Vertrag. Die :bsz hat Weekend alias Christoph mit seinem DJ Rolf (DJ Upset) und seinem Beat-Produzenten Peter (Peet) auf dem Dortmunder Festival Juicy Beats getroffen.

:bsz Erste Frage: Was soll der Quatsch?
Rolf:
Ja, schwer zu sagen. Das hat sich alles so ergeben, wir sind da so reingerutscht mit diesem VBT. Wir können das manchmal selber gar nicht fassen was aus dem Quatsch geworden ist.
Christoph: Wir können da auch gar nicht hinter stehen. Der Quatsch, das ist alles Fassade.

Ein sterbendes System erkennt man am Schließen seiner Nischen…
Rauchverbot versus Absinth – bald alles Schall und Rauch? Foto: USch

(USch) Das Absinth an der durch das Rottstr5-Theater sowie eine Galerie in den letzten Jahren kulturell aufgewerteten Rottstraße öffnete am 1. April 2001 seine Pforten. Es ist jedoch kein verspäteter Aprilscherz, dass die Kultkneipe wohl bald schon für immer dichtmachen soll; Grund sind die Folgen des totalen Rauchverbots in der nordrhein-westfälischen Gastronomie, das seit Anfang Mai das ökonomische Fundament zahlreicher Lokalitäten in NRW erschüttert.

Imkern – Spiegelbild kultureller Begebenheiten
Bienengeflüster - Grafik: Viola Welker

Andreas Plaas lebt in Dortmund-Deusen und betreibt seit einigen Jahren eine Wanderimkerei zwischen Ruhrgebiet und Sauerland – das heißt, er stellt die Bienenkörbe zu bestimmten Jahreszeiten in unterschiedliche Trachtgebiete. Seine Imkerei boomt – von 25 Völkern (2012) hat er seinen Bestand 2013 auf 37 Völker aufgestockt. Um ökonomisch ausschließlich vom Imkern leben zu können, bräuchte man jedoch mindestens 200 Völker und vor allem Erfahrung, ergänzt der Dortmunder Imker. Inzwischen ist sein Imkereibetrieb sogar durch den Anbauverband „Bioland“ zertifiziert und er beliefert Bioläden im östlichen Ruhrgebiet mit seinem Honig. Die :bsz hat für Euch hinter die Waben geblickt und nachgefragt.

Literaturaktivist Uri Bülbül (u. a. Schreibhaus Bochum e. V.) über Uli Schröders „Ruhrpiranhas“
Ruhrpiranhas: Untergang eines Ministerklons. Illustration: Michael Holtschulte

(Uri Bülbül) Uli Schröder ist nicht nur :bsz-Redakteur, sondern gehört schon seit fast zwei Jahrzehnten zu den agilsten, aktivsten und engagiertesten Menschen der Bochumer Literatur- und alternativen Politikszene. Nicht nur beteiligte er sich mit großer Leidenschaft an politischen Protestaktionen, er ist auch ein Teil studentischer Literaturkultur als Organisator, Performer und Autor u.a. in der Literaturgruppe „Treibgut“. Publikationen wie die Anthologien „Aufbruchstellen“ (2006) oder „Geld schreibt“ (2009) gehen auf seine entscheidenden Impulse als Mitherausgeber zurück. Mit dem Literaturverein Schreibhaus engagierte er sich im Sommer 2005 im Katakomben-Theater Essen, und unter seiner Mitwirkung entstand 2005 auch die Anthologie „Feuer im Foyer – Literarische Annäherungsversuche an ein Theater“. 2010 fuhr er im Rahmen der von der Mercator-Stiftung geföderten Kulturhauptstadt-Initiative MELEZ (Türkisch für Hybrid, Mischling) im Melez-Zug mit und las im Literaturwaggon am selben Tisch mit dem renommierten kurdischen Autor Murat Uyurkulak. Kurz: Wer die Geschichte alternativer Literatur in Bochum recherchieren möchte, wird um Uli Schröder nicht herumkommen.

Prominente Gäste feiern mit beim Jubiläum der Bochumer Blues-Session
Unterhaltsame Dialoge über die Geschichte des Blues: Pianomann Ralf „Groove“ Weber (l.) lauscht vergnügt Jochen Malmsheimer (Mitte) und Heinz-Peter Lengkeit (r.). Foto: koi

Die Blues-Session ist eine Bochumer Institution. Seit mittlerweile 20 Jahren ist die Veranstaltung mit ihrem traditionell freien Eintritt ein fester Anlaufpunkt für FreundInnen des traditionsreichen Musikstils. Seit 1998 finden die Sessions im Kulturcafé der RUB statt. Das ausrichtende Akafö-Kulturbüro boSKop hat in Kooperation mit dem RUB-AStA mittlerweile schon knapp 160 Mal zu den Konzerten eingeladen. Zum 20. Jubiläum gab es nun eine Sonderveranstaltung in der Innenstadt.

Kurt Krömer: „Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will. Zu Besuch in Afghanistan“
Zurück aus Afghanistan: Alexander Bojcan alias Kurt Krömer. Foto: Daniel Porsdorf

Kurt Krömer hat es geschafft: In Deutschland kennt fast jedeR den Komiker. Auszeichnungen wie den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis hat er bereits vor Jahren eingesammelt und eine neue Staffel seiner Late Night Show in der ARD wird im Juli gedreht. Auch als Schauspieler (Tipp: Eine Insel namens Udo) hat er bereits Erfahrungen gesammelt. Jetzt hat er mit der Veröffentlichung seines ersten Buches gezeigt, was er (noch) nicht kann: Schreiben! Doch das schadet seinem Reisebericht nicht. 

Deutsche Filmförderung in der Praxis
Der deutsche Film steckt in der Identitätskrise: Crowdfundingprojekte könnten helfen. Foto: Fabian Mirko May

Wer in die Kinoneustarts der letzten Wochen schaut, stellt fest, dass deutsche Filme (bis auf den dokumentarischen Spielfilm Zwei Mütter) mal wieder schwach vertreten sind. Dass der deutsche Film als Kunstform in tiefer Identitätskrise steckt, ist unter ZuschauerInnen wie MedienwissenschaftlerInnen eine weit verbreitete Ansicht. Gerne wird als positives Gegenbeispiel Frankreich angeführt, wo der Film als Kunstform wesentlich etablierter sei. Woran liegt es, dass jeder klare Vorstellungen hat, sobald von einem französischen oder skandinavischen Film die Rede ist, aber ein ganzes Seminar von MedienwissenschaftlerInnen an der RUB in peinliches Schweigen verfällt, wenn nach den Charakteristika des deutschen Films gefragt wird?

Studentisches Debüt „Absurde Beziehungen“ feiert am 22. Juni Premiere
Beziehungsfrust und Spielwut – Theatergruppe zeigt absurde Beziehungen. Foto: Spielwut

Das menschliche Miteinander nimmt manchmal merkwürdige Formen an. Das gleiche kann man über das Theater auch sagen – nicht zuletzt, weil es ja doch immer wieder um das Zwischenmenschliche geht. Die junge studentische Theatergruppe Spielwut zeigt mit ihrer Debütaufführung am 23. und 24. Juni eine Collage von „absurden Beziehungen“.

Büchner-Preis 2013 geht an Lewitscharoff
Löwen und Selbstmordgedanken: Des Philosophen Blumenbergs Phantasien. Collage: Jacq/mar/koi

Letzte Woche wurde das Urteil endlich gefällt und öffentlich gemacht: Die wohl bekannteste und begehrteste deutsche Ehrung für Literatur, der Georg-Büchner-Preis, geht dieses Jahr an die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Am 23. Oktober wird der Preis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt verliehen. Neben der unbezahlbaren Ehre ist der Georg-Büchner-Preis zusätzlich mit 50.000 Euro dotiert.

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