Kultur
Studierende lassen die Blumen des Bösen neu aufblühen
Wie im Buch so auch live: Alexandra Konotopez eröffnete den Abend mit „Segen“. - Foto: Jacq

Lyrik live und leidenschaftlich – am Donnerstag, den 21. November, organisierten RUB-MasterstudentInnen die Lesung „[Lit:Lounge] meets Lauschangriff: Baudelaire!“ im Hardys. Charles Baudelaire war Lyriker, Kunstkritiker und Essayist. Er gilt als der französische Wegbereiter des Symbolismus und wurde als Avantgardist der lyrischen Moderne gefeiert. Seine Lyrik, die um die Themenkreise der Großstadt, des Hässlichen und des Abnormen kreisen, machte ihn zu einem der größten französischen Dichter überhaupt. Mit seinem berühmtesten Werk „Les Fleurs du Mal“ setzt sich gegenwärtig der Komparatistik-Kurs „Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen“ unter der Leitung von Dr. Stephanie Heimgartner auseinander, der in Kooperation mit dem Kulturbüro boskop die Lesung veranstaltete.

Mehr als „Purer Unfug“: Sebastian23 moderiert Bochum und präsentiert neues Buch
Gets him plugged: Moderator Sebastian 23 und Teilsieger Julius Kühn. - Foto: USch

Wenn man schon kein Pech hat, kommt auch noch Glück dazu – da sich der frischgebackene Gewinner der 17. deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry-Slam, der Dortmunder Jan Philipp Zymny, derzeit vor Auftrittsanfragen kaum retten kann, musste der Gewinner von 2008 einspringen: Sebastian23 moderierte am vorvergangenen Sonntag den sehr gut besetzten dritten Song-Slam im „Kugelpudel“. Tags darauf legte der beliebte Bochumer mit der Moderation des fünften Campus-Slams an der RUB im einmal mehr rappelvollen KulturCafé nach. Mit seiner aktuellen Buchpublikation „Purer Unfug“ hält der Multikünstler bei solchen Anlässen zudem immer ein lesenswertes Präsent bereit.

Zwei Comics widmen sich den französischen Kriegsgefangenen des 2. Weltkrieges
Zwei Erinnerungen: Beide aus Frankreich, beide an die Kriegsgefangenschaft. Cover: avant-Verlag / Edition Moderne

Die französischen Autoren Florent Silloray und Jacques Tardi sind in ihrer Familiengeschichte jeweils auf Spuren des Zweiten Weltkrieges gestoßen – und haben diese Erzählungen jetzt in Form von Comics vorgelegt. In „Auf den Spuren Rogers“ und „Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB“ erzählen die beiden Zeichner sehr persönliche Geschichten. Dabei werfen sie ein Schlaglicht auf ein in Frankreich nie groß zur Sprache gekommenes Thema – das Schicksal der französischen Armeesoldaten.

Uraufführung im Grillo-Theater: „Die neuen Abenteuer des Don Quijote“
Der Wahnsinn der Welt steht ihm ins Gesicht geschrieben: Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt (gespielt von Silvia Weiskopf). Foto: Birgit Hupfeld

Im Essener Grillo-Theater läuft derzeit eine Inszenierung des französischen Regisseurs Jean-Claude Berutti. Inszeniert wird der Roman „Die neuen Abenteuer des Don Quijote“ von Tariq Ali: Ein weiteres Mal reiten Don Quijote und sein treuer Diener Sancho Pansa mit erhobenem Schwert und glänzender Rüstung durch die Welt, um diese vor sich selbst zu bewahren. Anstatt gegen Windmühlen anzutreten, müssen die beiden sich jedoch dieses Mal ritterlich mit den Ausgeburten der globalisierten Welt auseinandersetzen: Sie ziehen in die Schlacht gegen Krieg, Unterdrückung und Kapitalismus. Hätten Don Quijote und Sancho Pansa mit ihrem unerschütterlichen Optimismus heutzutage überhaupt noch eine Chance?

„Mutter Kramers Fahrt zur Gnade“ im Schauspielhaus Bochum
Allein in der guten Stube: Anke Zilllich als Mutter Kramer. - Foto: Diana Küster

In zu großen Männerschuhen schlurft Anita durch den Raum, setzt sich und beginnt zu warten. Anita Kramer (Anke Zillich) hat sich ihr Leben bequem in der Unbequemlichkeit eingerichtet: Sie selbst längst pensioniert, der Ehemann gestorben, die einzige Tochter hat den Kontakt abgebrochen, sitzt in der guten Stube und wartet: wartet auf den Kaffee mit der Putzfrau. Wartet auf Freitag, da ist Bibelstunde. Wartet auf den Tod. Warten ist leichter als sich selbst die Frage zu stellen, warum nichts so ist, wie sie es gerne hätte. Doch da schellt es an der Tür, und unbequeme Wahrheiten verlangen Einlass.

Jaana: Melodischer Elektro-Düsterrock
Rundet das Gesamtkunstwerk ab: Das an ein surreales Gemälde von René Magritte erinnernde Covermotiv. - Grafik: Jennifer Schareina

Aus einem Guss präsentiert sich die sehr melodiöse Retro-Rock-CD „Back to the Roots” der Ruhrgebietsband Jaana mit ihrer stimmgewaltigen gleichnamigen Frontfrau: Der Erstling bietet ein sehr eindrucksvolles Hörerlebnis auf durchgehend hohem Niveau. Gemeinsam mit Adrian Klawitter (E-Drums, Elektronik) ist der bereits seit 2007 solo und zuletzt als Jaana Redflower mit Band durch NRW tourenden Mülheimerin Jennifer Schareina (Gesang, Querflöte, E-Gitarre) ein professionelles CD-Debut gelungen, das die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums verdient.

Musik-Roadmovie durch Stil-Dschungel
Experimentell und extrovertiert: Red Moving Tree. - Foto: Lukas Winkelhausen

Bereits sieben Jahre ist der Wahl-Bochumer Julius Kühn als Sänger und Instrumentalmusiker der Weseler Band „Acoustic Matters“ durch die Lande getourt. Aktuell laufen die musikalischen Fäden im irgendwo zwischen Alternative und Blues, aber auch Country und Folk verorteten Songwriting-Projekt „Red Moving Tree“ zusammen. Die gleichnamige, im September erschienene erste Extended Play (EP) der Band ist ein kleines musikalisches Roadmovie durch den Stil-Dschungel.

Burlesques „Theater der Verachteten“ am 9. und 10. November im Musischen Zentrum
„Wenn du Arbeit suchst, bist du im Theater falsch.“ Triops (Rico Großer, l.) führt  Maus (Billy Valentine) in die Truppe ein. - Foto: mar

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie“, dachte sich wohl nicht nur Goethes Mephisto, sondern auch Nathanael Ullmann. So beschloss der Theatermensch, seinem allzu grauen Studium der Theaterwissenschaft eine gehörige Portion Farbe hinzuzufügen. „Theater der Verachteten“ ist die zweite Aufführung des Ensembles ToM – Theater ohne Mittel und bringt am 9. und 10. November im Musischen Zentrum (MZ) der RUB bunt und ganz schön sexy die Frage auf den Tisch, „wie weit man mit dem Schauspiel gehen kann“ (Ullmann).

Verspielter mexikanischer Roman führt in die Welt der Gespenster und nicht mehr zurück
Mexiko-Stadt: Einer von zwei zentralen Handlungsorten in  Luisellis Roman „Die Schwerelosen“. - Foto: Wikimedia Commons / Monica Xcaret

Valeria Luisellis Roman-Debüt „Die Schwerelosen“ ist Metaliteratur, Metafiktion und eine Begegnung mit dem unbekannten mexikanischen Dichter Gilberto Owen. Der wird Seite für Seite präsenter und ergreift schließlich als zweite Erzählstimme das Wort. So gerät nicht nur der Leser, sondern auch das Leben der eigentlichen Hauptfigur im Buch mächtig durcheinander.

Inszenierung von „Der Prozess“ im Grillo-Theater
Abstrakte Bedrohung im Grillo-Theater: Riesen aus Luft machen Josef K. zu schaffen. Foto: Martin Kaufhold

Lautstarke Emotionen, surreale Bühnenelemente und unausweichliche Denkanstöße: Im Grillo-Theater in Essen wird momentan „Der Prozess“ von Franz Kafka aufgeführt. In Szene gesetzt wurde der Roman vom freischaffenden Regisseur Moritz Peters.

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