Kultur
„Workers“ – das Spielfilmdebüt von José Luis Valle
Absurde Arbeitswelt: Lidia und der Fahrer fahren die Hündin ihrer Chefin aus - damit sie den Sonnenuntergang bestaunen kann. Foto: trigon-film

Trotz all der Sequels, Comicverfilmungen und TV-Recycle-Produkten, mit denen das Mainstreamkino den Markt überschwemmt, hat sich ein sozialkritischer Arthouse-Film eine Nische im Gegenwartskino erobert. Galionsfiguren des britischen Sozialdramas wie Ken Loach („Ladybird Ladybird“) oder Mike Leigh („Naked“) zeigten in ihren Filmen die Misere der britischen Unterschichten. Auch die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne („L‘enfant“) oder RegiseurInnen des jeune cinéma français (z. B. Mathieu Kassovitz’ „La Haine“) griffen diese gesellschaftskritischen Aspekte auf und initiierten eine Renaissance des sozialrealistischen AutorInnenfilms. Mit Wucht, nah am Lebensalltag, zuweilen kapitalismuskritisch, kommt nun das jüngste mexikanische Kino daher, so auch das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers José Luis Valle – ein kleines Kinojuwel.

:bsz-Geschenkempfehlungen
Bild: howsweetthesound.typepad.com

Zum Basteln ist es mittlerweile etwas knapp, aber vielleicht klappt es mit dem Einkaufen und Bestellen ja noch was – Wer noch Geschenktipps auf die letzte Minute braucht, findet vielleicht in unseren Empfehlungen etwas, das ihm/ihr oder sein/ihren Liebsten oder auch Mittellieben gefällt. :bsz-RedakteurInnen haben Ihre Empfehlungen zusammengetragen – Bücher, CDs, digitale und analoge Spiele.

IbS organisierte Benefizkonzert für behinderten Sportler
Heavy Metal ist eine Einstellung, keine Musik: Darum gibt es zur Pop-Orgel auch die Pommesgabel. Foto: mar

Wenn Mambo Kurt Heavy Metal auf seiner düdeligen Heimorgel machen kann, warum sollten dann behinderte und nichtbehinderte Studierende nicht zusammen feiern können? Dass das Eine Seltenheitswert hat, ist gut, denn so hat mal wieder ein kreatives Original das KulturCafé der Ruhr-Uni gerockt. Dass es bei Letzterem genauso ist, ist allerdings traurig. Damit sich das ändert, hat die Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender (IbS) am vergangenen Freitag, den 13., ein tolles Konzert auf die Bühne gebracht. Konkreter Anlass war, den im Rollstuhltischtennis spielenden Valentin Baus zu einer wichtigen Paralympics-Qualifikation zu schicken.

Ausstellung: „Zwischen Abenteuer und Provokation - Peter Zadek und das Schauspielhaus Bochum“
Arbeite und spiele: Zadeks Schreibtisch. Foto: as

IntendantInnen-Namen  prägen sich meist kaum in die kollektive Erinnerung einer Stadt ein. Nicht so bei Peter Zadek und Bochum. Als der damals 46-Jährige 1972 den IntendantInnen-Posten antrat, schmiss er erst einmal alles um, holte das Theater in die Stadt und verbannte den angestaubten Mief. Ein Stück Stadt- und Theatergeschichte, das jetzt in einer vielschichtigen Ausstellung im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen ist.

Ausstellungseröffnung: „Aus unserem Leben in die Freiheit - Lisa Tetzner und Kurt Kläber: Leben und Werk“
Weiß, was sie sagt: Wiltrud Apfeld. Foto: as

Wer kennt sie nicht, die rote Zora mit ihrer Bande? Das aufmüpfige Stück Jugendliteratur ist längst ein Unterrichts-Klassiker. Aber klingelt auch was bei den Namen Kläber und Tetzner? Mit der am Sonntag eröffneten Ausstellung im Zentrum für Stadtgeschichte/Stadtarchiv wird dem Schriftstellerehepaar Lisa Tetzner und Kurt Kläber (Pseud. Kurt Held) ein verdientes Denkmal gesetzt. Eine spannende Reise durch die (Literatur-)Geschichte, nicht nur für eingefleischte GermanistInnen.

:bsz-Rezension – Uri Bülbül: „Der Auftrag“
Der nietzscheanische Literat mit dem Hammer: Uri Bülbül. Foto: Levi Jung

Bitte nicht erschrecken: Nicht etwa ein zorniger Donnergott, sondern der Autor selbst ist es, der mit einem Hammer auf dem Cover prangt und den Eindruck erweckt, als wolle er alles zerschlagen. Doch nicht gegen das Mobiliar seiner im Sommer 2013 in Bochum-Grumme ins Leben gerufenen KulturLaube ist die De(kon)struktionsenergie des Künstlers gerichtet, sondern die „graue Norm“ ist es, gegen die Uri Bülbül wie sein Protagonist Niklas Hardenberg anschreibt. In seinem experimentellen „Spiel für Stimmen“ skizziert der Bochumer Autor eine „Anatomie des Verrats“ – sowohl eines Freundes in dem die äußere Handlung prägenden Beziehungsdrama als auch den Verrat an der Kunst, die eigentlich jedem kreativen Schaffen innewohnt.

:bsz-Buchtipp
Nathan Myhrvold, Maxime Bilet: „Modernist Cuisine at Home“. Foto: Taschen Verlag

Die Kochkunst revolutionieren: Nichts anderes hatte Nathan Myhrvold mit seinem zeitgenössischen Klassiker „Modernist Cuisine“ im Sinn. Das monumentale Werk erschien 2011 und begeisterte Kochfans weltweit. Auf knapp 2500 Seiten werden in epischer Breite die Vorzüge des so genannten „modernistischen Kochens“ gepriesen. Dabei geht es nicht nur darum, Nahrung mit Hilfe von chemischen Hilfsmitteln in ungewöhnliche Formen wie Gels oder Schäume zu bringen. Diese Molekularküche kommt zwar auch als Bestandteil vor, ist aber nicht, wie oft angenommen, der Hauptbestandteil der modernistischen Zubereitung von Speisen. Vielmehr geht es darum, die physikalischen und chemischen Prozesse, die aus einem rohen Lebensmittel ein schmackhaftes Gericht werden lassen, zu optimieren und zu erweitern. Bekannte Hilfsmittel wie der Schnellkochtopf, aber auch ungewöhnliche wie Vakuumbeutel und Gasbrenner kommen dabei zum Einsatz.

Langsames Essen – was ist das eigentlich?
Richtig lecker: Gezupfter Schweinenacken mit Kartoffelstreifen und Sylter-Salat. Foto: ck

In der Welt der „Moderne Cuisine“ ist mittlerweile fast alles möglich. Von molekularen Gerichten bis hin zur reichhaltig gedeckten und ökologisch verträglichen Tafel haben verschiedene Trends Einzug in die modernen Küchen gehalten. Einer dieser Trends ist „slow food“.

Tanzen, trinken, diskutieren – wie bei FreundInnen im Wohnzimmer
Raum für Ideen: Der Rekorder in Dortmund. Foto: dh

Nicht missionieren wollen sie die Dortmunder Nordstadt, sondern Räume und Strukturen nutzen. Dabei sich selbst und ihre Ideen verwirklichen – unabhängig und unkommerziell. Zwei neue kulturelle Initiativen bereichern seit diesem Jahr die polarisierende Gegend in der Nachbarstadt. Rekorder und Nordpol verbinden ein ähnlicher Grundgedanke und die Organisationsstruktur als gemeinnütziger Verein. Mit dem Rekorder hat sich inzwischen ein kleines Kulturangebot etabliert, der Nordpol ist auch ein Forum für linke Politik.

Bücher für unterm Weihnachtsbaum
Tim Renner/Sarah Wächter: "Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten" und Hannah Rothschild: "Die Jazz-Baroness". Cover: Berlin Verlag

Musik verbindet, heißt es ja so schön. Ob das stimmt, sei mal dahingestellt. In diesem Fall verbindet die Musik zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das eine ist ein Sachbuch und handelt von denen, die auszogen, um das große Geld in der Musikindustrie zu machen. Das andere ist eine Biografie von einer, die das große Geld hinter sich ließ, um sich selbst und den Jazz zu finden. Für den Weihnachtsbaum eignen sie sich beide.

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