GLOBAL:ISMUS
Symbole aus dem Nationalsozialismus im indonesischen Wahlkampf
Macht Wahlkampf ohne Nazi-Stars: Der indonesische Präsidentschaftskandidat Joko Widodo (im weißen Hemd) 2013 mit US-Botschafter Marciel in der Stadt Kampung. Foto: flickr, U.S. Embassy, Jakarta (CC BY-ND 2.0)

Die Methode, mit welcher der indonesische Präsidentschaftskandidat Prabowo Subianto auf Stimmenfang geht, ist altbewährt:  Ein bekannter Sänger, der gemeinsam mit AnhängerInnen der konservativen Gerindra-Partei zur Melodie von Queens Welthit „We Will Rock You“ patriotisch anmutende Textzeilen skandiert, soll Subianto zu einem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen am neunten Juli verhelfen. Die dabei verwendete Symbolik wirkt jedoch befremdlich: Sänger Ahmad Dhani trägt die Uniform des Reichsführers-SS Heinrich Himmler.

Taxi-Streiks: Unbeliebte Handy-Apps sorgen für Wirbel

In diesem Monat gab es einige Aufregung seitens der Taxi-Unternehmen in ganz Europa: In London, Madrid, Berlin und Paris kam es zu Streiks, um ein Zeichen gegenüber fragwürdigen Handy-Apps zu setzen.

Zehntausende demonstrieren für eine Abschaffung der Monarchie
Antimonarchistisches Fahnenschwenken bei einer Demo in Málaga: Rot-gelb-purpur waren die Farben der (königsfreien) 2. Spanischen Republik. Foto: Flickr, stephen_clarky (CC-BY 2.0)

Dass Spanien eines der europäischen Länder ist, die von der Eurokrise am stärksten getroffen wurden, ist bekannt – dass wirtschaftliche Probleme oft den Nährboden für politische Konflikte darstellen, auch: In ihrer Wut über hohe Arbeitslosenquoten und eine stagnierende Wirtschaft strömen derzeit Zehntausende DemonstrantInnen in Spaniens Städten auf die Straßen. Ihr Ärger richtet sich vor allem gegen das spanische Königshaus.

Amnesty International stellt Bericht zu Gezi-Protesten und staatlichen Repressionen vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat vergangene Woche die türkische Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan für ihren Umgang mit den Protesten von 2013 heftig kritisiert. Vor einem Jahr eskalierte in Istanbuls Innenstadt durch Polizeigewalt eine Demonstration von UmweltschützerInnen gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Gelände des Gezi-Parks. In Folge dessen kam es monatelang zu landesweiten Protesten gegen die Regierung, an denen insgesamt über 3,5 Millionen Menschen teilnahmen. Dabei ereignete sich vielfach weitere Polizeigewalt sowie eine bis heute fortgesetzte Kriminalisierung von friedlichen Oppositionellen.

Einer von vielen ehrenamtlichen Helfern bei den Special Olympics 2014 in Düsseldorf
Volunteer Kay Lieker: Half kürzlich auch bei den Special Olympics 2014 in Düsseldorf. Foto: Laura-Monica Oprea

Kay Lieker aus Solingen ist Rollstuhlfahrer, 26 Jahre alt und studiert Verwaltungswissenschaften an der Fern-Universität in Hagen. Als Volunteer hat er bereits an der Realisierung von mehreren Großveranstaltungen mitgewirkt, so zum Beispiel an der Leichtathletik-EM in Barcelona 2010, den Paralympics in London, der Schwimm-WM in Barcelona 2013 und zuletzt bei den Special Olympics in Düsseldorf 2014. Darüber hinaus engagiert er sich beim „Europäischen Studentenforum“ in der Ortsgruppe in Frankfurt am Main. Seit mehreren Jahren begleitet er außerdem SchülerInnengruppen für einen Sprachreisen-Anbieter.

:IbS (Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender an Bochumer Hochschulen) sprach am Rande der Special Olympics mit Kay Lieker.

Am Great Barrier Reef soll der weltgrößte Kohlehafen Abbot Point entstehen
Bedrohter Lebensraum: Tote Korallen am Great Barrier Reef.	Foto: tims

Das größte Korallenriff der Erde an der Nordostküste Australiens ist nicht erst seit gestern durch den globalen Klimawandel gefährdet. Umweltverschmutzung und Massentourismus machen dem Ökosystem schon seit längerer Zeit schwer zu schaffen. Jetzt soll unweit des Riffs der weltgrößte Kohlehafen Abbot Point entstehen und auch die Deutsche Bank hätte bei dem Geschäft dabei sein sollen.

Parteien aus dem rechten Spektrum verzeichnen Zulauf

Egal welcher politischen Richtung man angehört – einen Grund zur Besorgnis bietet die Europawahl auf jeden Fall. In einigen Ländern der EU fiel die Wahlbeteiligung zudem erschreckend niedrig aus. In der Slowakei beteiligten sich beispielsweise nur etwa 13 Prozent der wahlberechtigten BürgerInnen, in den Niederlanden setzten nur knapp ein Drittel der Wahlberechtigten ihr Kreuz. In Deutschland stieg die Wahlbeteiligung zwar um etwa fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten Europawahl 2009, liegt aber nur bei insgesamt 48 Prozent.

Gegendruck oder Mainstream: Sinn und Unsinn von Studierendenzeitungen
Ob er sie wohl gelesen hätte? Che Guevara und die :bsz haben einiges gemeinsam. Illustration: mar

„Ihr größtes Problem ist die mangelnde Motivation der Gremienmitglieder zur Mitarbeit, weswegen  (…) die Artikel von minderer journalistischer Qualität bleiben.“

— Wikipedia-Definition der Studierenden-Zeitungen

Studierendenzeitungen haben etwas von Che-Guevara-Konterfeis. Sie erwecken zumindest an der Oberfläche den Eindruck von etwas Alternativem, gar Rebellischem. Genauso wie das ikonische Che-Guevara-Porträt, das in jeder (Studi-)WG aushängt, die links erscheinen will, ohne konsequenterweise links sein zu müssen. Ist, was subversiv erscheint, nur subversive Marktstrategie? Im Falle des argentinischen Revoluzzers ist es eigentlich schon Gemeinplatz: Egal ob auf T-Shirts, Flaggen oder Tassen – der Markt sucht die Leitfigur der kubanischen Revolution fast konterrevolutionär heim. Das steht fast allegorisch für den Zustand von Studierendenzeitungen, die – nicht unbegründet – fast rudimentär alternative Assoziationen erwecken.

Hindu-NationalistInnen gewinnen

Mit dem Sieg der oppositionellen Hindu-nationalistischen BJP (Bharatiya Janata Party, „Indische Volkspartei“) steht die größte Volksdemokratie der Erde vor einem großen Umbruch. Zusammen mit ihren verbündeten Parteien kommt die BJP auf 272 der 543 Parlamentssitze und kann somit die erste absolute Mehrheit in Indien seit 30 Jahren feiern.

Seiten