BLICK:WINKEL
Contra: Scholl-Latour sollte seine Ehrenprofessur behalten
Grüne Hochschulgruppe beantragt Aberkennung seiner Ehrenprofessur: Peter Scholl-Latour. - Foto: wikimedia commons

Peter Scholl-Latour polarisiert. Es wird diskutiert, ihm die Ehrenprofessur abzuerkennen – auf Antrag der Grünen, ohne schriftliche Begründung und (besonders geschmackvoll!) drei Monate nach seinem Tode. Klingt so absurd wie die geforderte Verbannung von Kant aus den Lehrplänen der HU Berlin im Sommer, weil er „Rassist war“. Die Argumente gegen Scholl-Latour werden die altbekannten sein: Er habe ein stereotypes Islambild verbreitet, sich bei Einzelfakten geirrt und sei ein Egomane gewesen. Über „frustrierte deutsche Orientalisten“, die ihm seine Auflagenstärke missgönnten, konnte er nur schmunzeln (vgl. RUBENS 59).

Satirischer Essay: Strebt der RUB-AStA Kooperation mit Flughafen Dortmund an? – Billigflieger-Flachrate

Im Sattel, am Steuer und auch in der Luft: Dies könnte die zukunftsweisende Leitlinie des amtierenden AStA für die nächsten Jahre sein. Denn wenn nach der erfolgreichen Mobilisierung der Studierenden durch das immer dichtere Metropolrad-Netz mit der angestrebten Citeecar-Kooperation – zumindest einer solventeren Klientel – auch der Segen der Automobilität zuteil werden sollte, bleibt nur noch der Weg in die Luft, um endgültig abzuheben... Abwegig wäre dies keineswegs – gibt das Billigflug-Unternehmen Ryanair doch das „unternehmerische Leitbild“ für das betriebsrat(s)lose Dumping-Geschäftsmodell der bundesweit billigsten Carsharing-Firma Citeecar vor (die :bsz berichtete).

Kommentar: Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit

Wegen der Belagerung der Stadt Kobanê durch den Islamischen Staat (IS) finden momentan zahlreiche Demonstrationen statt. Von kurdischen und linken Gruppen wird dabei auch die Aufhebung des hierzulande seit 1993 bestehenden Verbots der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gefordert. Diese Forderung ist in zweierlei Hinsicht vernünftig: Für den Kampf gegen den IS – und für den Friedensprozess in der Türkei.

Kommentar: Zwischen Vorlesung und Geschichtsstunde

Es war die dritte von vier Sitzungen, die benötigt wurde, um letztlich doch noch zu den haushaltstragenden Themen zu kommen. So wurde der Nachtragshaushalt 2014/2015 vorgestellt und die Entlastung des letzten AStA (Zusammenschluss von GEWI, NAWI, IL und Jusos in den Jahren 2013/2014) verkündet. Durch letztere bestätigt das StuPa die Arbeit und die Ausgaben der jeweiligen Studierendenvertretung. Neben den anderen großen Themen wie Citeecar und der geforderten Aberkennung der Ehrenprofessur Peter Scholl-Latours († 16. August 2014) gab es noch einen ganz besonderen Auftritt.

Kommentar: StuPa-Arbeit: Opposition und Piraten ziehen positive Bilanz

Die Bilanz der Listen im Studierendenparlament (StuPa) fällt fast einhellig aus: Parlamentarismus auf Hochschulebene sei ein wichtiges Instrument zur Kontrolle der AStA-Arbeit und – wie auch die am AStA beteiligten Jusos es formulieren – „ein hohes Gut“; selbst wenn eine sinnvolle Umsetzung derzeit nur teilweise möglich sei, wie es die Liste B.I.E.R. auf den Punkt bringt: „Denn kontrollieren kann man nur, worüber man informiert wird“, sagt Denise Welz. „Liquid democracy erschöpft sich nicht in dem Bereitstellen von Kühlgetränken auf Sitzungen, lieber AStA, auch wenn das ja mal ein Anfang wäre, sondern heißt auch transparentes Handeln und Kommunizieren“, appelliert sie satirisch an die Verantwortlichen.

Kommentar: Fairer Lohn für PraktikantInnen scheint nicht mehr im Trend zu sein

Niemand will sein Praktikum nur an der Kaffeemaschine oder am Kopierer verbringen. Also sollen PraktikantInnen gefälligst froh sein, wenn sie mal wie ihre vollbezahlten KollegInnen richtig an die Arbeit dürfen. Dafür dann auch noch Geld zu verlangen, ist nun wirklich unverschämt, scheint man sich am Landesarbeitsgericht Hamm zu denken.

Satire: Ist der Wombatinger ein Laborunfall oder gezielte Züchtung?
Nicht der Löwe von Venedig, sondern der gefährliche Wombatinger von Querenburg. Karikatur: joop

Montag früh sind mehrere Versuchstiere aus einem Labor der Ruhr-Universität ausgebüchst, darunter ein aggressiver Wombat-Hybrid. Das RUB-Rektorat ruft Studierende daher zu äußerster Vorsicht auf. Das Untier könne sich besonders gut an seine Umgebung anpassen und daher überall auf dem Campus lauern. Dazu trage das Beuteltier möglicherweise Waffen bei sich. Das auf den Namen Wombatinger getaufte Monstrum habe es gerade zu Halloween leicht, zwischen Verkleideten und Horrordeko unterzutauchen.

Satire: Miezen wehren sich gegen Vereinnahmung – Bastet sagt Isis den Kampf an
Subversiver Schmusekurs: Bastet-Anführer Garfield vermeldet erfolgreiche Penetration des Isis-Kalifats. - Karikatur: Katharina Stefanski

Große Verwirrung in den sozialen Netzwerken. Die Todesschwadronen von Isis posten massenweise Katzenbildchen. Was soll man von dieser Kuscheloffensive halten? Züchtet die Isis Kamikatze-Verbände? Und lassen sich die Miezen für den digitalen Dschihad instrumentalisieren? Im Gegenteil. Tapfere Guerilla-Kätzchen haben die Isis unterwandert, um sie aufzuhalten, behauptet eine rätselhafte Organisation namens Bastet.

Mensapreis-Debatte: Akafö-Entscheidung instransparent

Der Preissprung in der Mensa (die :bsz berichtete mehrfach) lässt auch die StudierendenpolitikerInnen an der RUB nicht kalt. Das Akafö habe „unangekündigt die Preise erhöht“ – so jedenfalls sieht es der AStA-Vorsitzende Martin Wilken (Nawi), der dies vergangenen Mittwoch dem Studierendenparlament (StuPa) gegenüber als „unverschämt“ bezeichnete. „Es kann nicht sein, dass das Essen so teuer ist, dass sich dies Menschen mit kleinem Geldbeutel kaum noch leisten können“, bekräftigte Wilken.

Kommentar – GDL macht ernst:
Kamikaze: Mit Volldampf in den Abgrund? Karikatur: ck

Am vergangenen Mittwoch tat sich recht wenig auf den deutschen Gleisen, denn die LokführerInnen und ihre Spartengewerkschaft GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) hatten zum bundesweiten Streik aufgerufen. Viele BahnkundInnen reagierten auf den nächtlichen Streik, der am Dienstag um 21 Uhr begann und am Mittwochmorgen um 6 Uhr endete, mit Unverständnis und Wut. Denn trotz des frühmorgendlichen Streikendes kam der Bahnverkehr am Mittwoch nur schleppend in Gang.

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