Leon Wystrychowski (lewy)

Infektionsschutz. Die Schüler:innen des Essener Hugo-Kükelhaus-Berufskollegs (HKB) haben zum Streik aufgerufen. Standen bei bisherigen Schulstreiks zumeist das mehrgliedrige Schulsystem, hohe Bildungskosten für die Familien der Schüler:innen oder die Verkürzung des Abiturs im Fokus, so geht es diesmal primär um den Infektionsschutz: „Wir haben Angst, Oma und Opa zu infizieren. Angst, uns selber anzustecken“, heißt es in einer Erklärung der SV. Dabei machen die Schüler:innen zugleich klar, dass Gesundheit eine hoch soziale und politische Frage ist: So werfen sie die Frage auf, weshalb aktuell auf Einschränkungen und Verantwortung im privaten Bereich gesetzt wird, die verantwortlichen Politiker:innen letzteres in Bezug auf die Schule aber vermissen ließen. Sie fordern eine Halbierung der Klassen und einen „Hybrid-Unterricht“ im Zwei-Wochen-Takt, um Schüler:innen und Lehrer:innen zu schützen. Diesen wollen sie mittels eines unbefristeten „Hybrid-Streiks“ durchsetzen, wie SV-Sprecherin Luisa Maria Cagnazzo laut NRZ erklärte. Darüber hinaus forderten die HKB-Aktiven andere Essener Berufsschüler:innen auf, sich ihrem Streik anzuschließen. Zwar gibt es bislang keine Berichte darüber, dass diese dem Ruf Folge leisten, positives Feedback gab es allerdings via Social Media. Auch Lokalmedien berichteten. Laut Perspektive Online verzeichneten die HKB-Schüler:innen bereits einen ersten Erfolg: So sei der ÖPNV entsprechend der Kritik, Busse und Bahnen seien auf ihrer Strecke überfüllt,
kurzfristig aufgestockt worden.           

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Geschwätz von gestern

Kommentar. Der Verdacht, BAMF-Mitarbeiter:innen hätten einseitig für Asylsuchende entschieden, ist längst vom Tisch. Nun geraten die Ermittler:innen in den Fokus.

Wer schweigt, stimmt zu. Wer den Mund aufmacht, fliegt.

Whistleblowing. RUB-Studis haben eine Veranstaltung organisiert, die sich mit Rechten von und Gefahren für Whistleblower:innen in der EU beschäftigt.

Nachhilfe. Der Verein „Studenten bilden Schüler e.V.“ sucht Studis, die in Bochum helfen wollen, kostenlose Nachhilfe für Schüler:innen aus einkommensschwachen Familien zu ermöglichen. Die gemeinnützige, überkonfessionelle und parteiunabhängige Organisation, die seit 2012 besteht und mittlerweile in 20 Städten deutschlandweit tätig ist, hat seit diesem Jahr auch einen Sitz in Bochum. „Die Chance auf Glück, Gesundheit und Erfolg“, heißt es auf der Website, „ist in unserer Gesellschaft immer noch zu stark von der Herkunft abhängig.“ Dem wollen die ehrenamtlich engagierten Studierenden praktisch begegnen: „Unser Vereinsziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen den gleichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Deshalb geben bei uns Studierende kostenlose Nachhilfe für finanziell benachteiligte Schülerinnen und Schüler.“ Zu Beginn des Wintersemesters hat sich der Verein an die Fachschaftsräte der RUB gewandt, um weitere Studis für die Nachhilfe während der Corona-Zeit zu gewinnen. Den Student:innen, die sich engagieren wollen, biete die Arbeit nicht nur die Möglichkeit, sich sinnvoll einzusetzen, sondern auch die Chance, die eigenen pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten auszubauen. Dabei setzt der Verein nicht primär auf professionell ausgebildete Pädagog:innen oder Lehramtsstudierende, sondern auf Engagement und Überzeugung. Neben Nachhilfelehrer:innen sucht  die Bochumer Filiale außerdem  auch „Organisationstalente“, die bei der Standortleitung helfen.

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Geben und nehmen

Sharing Economy. Nach dem Leihladen in der City gibt es nun ein ähnliches Angebot in Langendreer. 

„Für uns oder gegen uns.“

Kommentar. Auch der jüngste Anschlag in Frankreich war das Ergebnis verfehlter und aggressiver Staatspolitik im In- und Ausland.

Bewegung. Mit einer Befragung unter 6000 zufällig ausgewählten, aber im Hinblick auf Alter und Geschlecht repräsentativ zusammengesetzten Bochumer:innen wollen Sozialwissenschaftler:innen vom Lehrstuhl für Soziologie/Stadt und Region und vom Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung der Ruhr-Uni in Erfahrung bringen, welche Verkehrsmittel die Bochumer Bevölkerung auf welche Art nutzt. Die anonym auszufüllenden Fragebögen, die seit dem 15. Oktober verschickt und die postalisch oder online zurückgesandt werden können, enthalten 49 Fragen. Sie beziehen sich unter anderem auf die Verfügbarkeit und Nutzung von Verkehrsmitteln vor Ort, das Benutzen digitaler Mobilitätsangebote wie Bahn-Apps oder Online-Verleihdienste, die verschiedenen Erwartungen und Anforderungen an das Verkehrsangebot sowie die jeweiligen Einstellungen zu Auto, ÖPNV, Fahrrad sowie Zufußgehen. Gefragt wird aber auch, unter welchen Bedingungen oder aus welchen Gründen die Bochumer:innen vom privaten PKW auf Bus, Bahn und Fahrrad umsteigen oder umsteigen würden. Aus den Umfrageergebnissen sollen dann neue Konzepte für die „Mobilität der Zukunft“ entstehen, heißt es vonseiten der RUB. „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung, weil wir mehr über die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung erfahren möchten, die ein wichtiger Bestandteil des demokratischen Meinungsbildungsprozesses sind“, erklärt Prof. Sören Petermann, der die Studie mit leitet.

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Die Schwächsten am härtesten

Studi-Life. An der Uni Duisburg-Essen wurden Studis nach den Auswirkungen von Corona auf ihre Lebens-, Arbeits- und Studienbedingungen befragt.

Chancengleichheit noch immer in Kinderschuhen.

Migrationsgesellschaft . Laut einer aktuellen Erhebung nimmt in NRW die Zahl der Schüler:innen mit Migrationshintergrund zu. Dabei zeigen sich zugleich soziale Missverhältnisse. 

Reicht das schon?

Tarifkonflikt. Nach wochenlangen Streiks, auch in Bochum, werden im öffentlichen Dienst nun die Löhne leicht angehoben. 

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