RUB-Emeritus Heinz H. Menge präsentiert „Mein lieber Kokoschinski!“
Dat Büdchen: Auch hier wird linguistische Forschung betrieben. Foto: flickr.com / wwwuppertal (CC BY-NC 2)

Boh glaubse, da gibbet getz nochn Buch zua Sprache im Pott. Aber diesma einz, dat nich nua wat witzich is, sondern auch wissenschaftlich so Hand und Fuß hat! – Heinz H. Menge, der bis 2009 Professor für Germanistische Linguistik und Mediävistik war, hat sich nach seiner Emeritierung zwar von der Universität verabschiedet, nicht aber von der Wissenschaft. Im Gegenteil: Er bringt das Wissen dorthin, wo es hingehört – unter die Leute. Und so erschien diesen Herbst das Buch „Mein lieber Kokoschinski! Der Ruhrdialekt – aus der farbigsten Sprachlandschaft Deutschlands“.

Massive Kritik am Entwurf des „Hochschulzukunftsgesetzes“ NRW Keine Zukunft für freie Bildung?
Zwölf gegen Düsseldorf: Die Studierendenwerke NRWs sind mit dem Hochschul­zukunftsgesetz gar nicht zufrieden. Karte: mar

Als das HG NRW tatsächlich noch „Hochschulgesetz“ hieß, war die akademische Welt noch einigermaßen in Ordnung – abgesehen vom sogenannten „Qualitätspakt mit den Hochschulen“, der 1999 seitens des NRW-Wissenschaftsministeriums auf den Weg gebracht wurde, um bis zu zehn Prozent der wissenschaftlichen Stellen im Lande einzusparen und an einzelnen Standorten zur Einstellung ganzer Fächer führte. Dann kamen 2003 zuerst die Gebühren für sogenannte Langzeitstudierende und später mit dem schwarz-gelben „Hochschulfreiheitsgesetz“ (HFG) das „Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz“ (HFGG), welches eine Einführung Allgemeiner Studiengebühren an den einzelnen NRW-Hochschulen ermöglichte. Inzwischen wurde mit dem „Hochschulzukunftsgesetz“ (HZG) der Entwurf eines neuen Gesetzesmonstrums auf den Weg gebracht, welches künftig das HFG ablösen soll. Bereits Anfang 2014 soll das HZG im Landtag NRW verabschiedet werden – KritikerInnen meinen: viel zu früh.

Gespenstisch hallte das Hundegebell und das Gerassel der Baumaschinen über den Campus; sie kamen in den frühen Morgenstunden – Bautrupps, die den geheimen Auftrag hatten, das Unvermeidliche, jedoch niemals real für möglich Gehaltene zu vollziehen: die endgültige Trennung von Mensanien und Transmensanien.

Der Tag des Mauerbaus fiel auf einen Freitag, den dreizehnten – Mitten im Dezember. Egon Kranz gehörte zu den wenigen, die das Glück hatten, im Morgengrauen gerade noch rechtzeitig rüberzumachen, bevor gar nichts mehr ging: „Man hatte zu dieser Stunde noch in einer Nacht- und Nebel-Aktion an den Übergängen am Forum Nordost oder dem Hörsaalzentrum Ost in den Westen flüchten können. Doch bereits gegen 7 Uhr ging gar nichts mehr“, wird er drei Jahrzehnte später der :bsz verraten. Die Erinnerung an die Campusmauer würde für Egon K. noch lange ein kaum zu überwindendes Trauma bleiben: „Am Anfang hätte man nie erwartet, dass die Mauer überhaupt so lange steht. Aber als die Mauer später immer stabiler und fester wurde, wurden einem die Folgen schon so langsam bewusst. Die Hoffnung jedoch gab man nie auf!“

Gleich vier Kommissionen der RUB suchen noch studentische VertreterInnen. Dies ist die Chance, die Entwicklung der Universität in eine studierendenfreundliche Richtung zu lenken.
Die Universitätskommission (UK) für Lehre  befasst sich mit Themen wie den Zulassungsverfahren für Studiengänge, Mittelverteilung für die Lehre und mehr.

Hochschulentwicklungsplan legt die Zukunft der RUB fest
Gewagter Vergleich: Wenn die Uni ein Pokémon wär, wäre der Hochschul­entwicklungs­plan ihr Evolutionsstein. Grafik: mar

Das insbesondere vom Rektor der Ruhr-Universität, Prof. Elmar Weiler, vielbeschworene Leitbild für die Uni, „universitas“, taucht auch im Hochschulentwicklungsplan (HEP) auf. Relativ zu Beginn des Dokuments präsentiert sich dieses Konzept, das mit vollmundigen Begriffen wie „Inklusion“, „Meritokratie“ „früher wissenschaftliche Selbstständigkeit“ und „weltoffenem Miteinander und weltweiter Vernetzung“ erklärt wird. Diese Idee von „universitas“ steht für ein wissenschaftliches und menschliches Miteinander auf dem Campus (der immer mehr in die Bochumer Innenstadt ausgelagert wird). Konkret hat das u. a. Auswirkungen auf die internationale Ausrichtung der Uni, auf die Personalpolitik insbesondere in Geschlechterfragen, aber auch auf die Integration behinderter Studierender. Darüber hinaus legt der Plan auch die Prinzipien der Campusmodernisierung und der Förderung wissenschaftlichen (elitären) Nachwuchses fest.

StuPa-News: Nachtrag zum Nachtragshaushalt
"Verdammte Paragrafenreiter!" Karikatur: ck

Neben den aktuell von metropolraduhr angepeilten „760 Rädern für Bochum“ (siehe :bsz 979) waren die Finanzen der Fachschaften und die von den Finanzbehörden eingeforderten Umsatzsteuernachzahlungen für Fachschaftspartys ein zentrales Thema der jüngsten Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa). Angesichts der drohenden Nachzahlungen von rund 70.000 Euro allein für die Steuerjahre 2008 bis 2011 wurde mit 19 Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen vorsorglich ein umfangreicher Nachtragshaushalt verabschiedet. Derweil will AStA-Finanzreferent Simon Gutleben (Jusos) prüfen, ob die Nachzahlung noch abgewendet werden kann.

Anonyme Antifa-AktivistInnen kleistern Campus voll
Achtung Nazi: Legitime Antifa-Aktion oder Verletzung der Persönlichkeitsrechte? Foto: koi

Wer am vergangenen Montag zur Uni kam, konnte sie nicht übersehen: Dutzende großformatige Plakate zeigten das Porträt eines RUB-Studenten – und stellten ihn als Neonazi dar. Einschlägige Links-Blogs im Netz schlagen in die gleiche Kerbe. Formulierungen legen nahe, dass hier die InitiatorInnen der Plakataktion zu verorten sind. Bilder zeigen den Dortmunder bei rechten Veranstaltungen und charakterisieren ihn als Mitglied des „harten Kerns“ der mittlerweile verbotenen Gruppierung „Nationaler Widerstand Dortmund.“ Eine ähnliche Kampagne wurde offenbar auch schon zuvor an der Abendschule des Betroffenen durchgeführt.

Was halten die Studis an der RUB von der Plakatkampagne? Ist es in Ordnung, politische GegnerInnen öffentlich zu outen? Die :bsz-RedakteurInnen Katharina Cygan und Christoph Koitka haben nachgefragt.

FSVK diskutiert über Latinum, die Anwesenheitspflicht und den neuen Optionalbereich
Stowasser bald auf dem Müllhaufen der Geschichte? Das Latinum wird zwar nicht gänzlich abgeschafft, soll aber nicht mehr Pflicht für angehende LehrerInnen sein. Foto: joop

Die vernetzten Fachschaften haben einige Süppchen am Kochen: Derzeit diskutiert und entscheidet die FachschaftsvertreterInnenkonferenz (FSVK) über eine Menge wichtiger Themen, die viele Studis betreffen. Die :bsz stellt euch die wichtigsten Themen in Kürze vor.

Tanzen, trinken, diskutieren – wie bei FreundInnen im Wohnzimmer
Raum für Ideen: Der Rekorder in Dortmund. Foto: dh

Nicht missionieren wollen sie die Dortmunder Nordstadt, sondern Räume und Strukturen nutzen. Dabei sich selbst und ihre Ideen verwirklichen – unabhängig und unkommerziell. Zwei neue kulturelle Initiativen bereichern seit diesem Jahr die polarisierende Gegend in der Nachbarstadt. Rekorder und Nordpol verbinden ein ähnlicher Grundgedanke und die Organisationsstruktur als gemeinnütziger Verein. Mit dem Rekorder hat sich inzwischen ein kleines Kulturangebot etabliert, der Nordpol ist auch ein Forum für linke Politik.

Bücher für unterm Weihnachtsbaum
Tim Renner/Sarah Wächter: "Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten" und Hannah Rothschild: "Die Jazz-Baroness". Cover: Berlin Verlag

Musik verbindet, heißt es ja so schön. Ob das stimmt, sei mal dahingestellt. In diesem Fall verbindet die Musik zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das eine ist ein Sachbuch und handelt von denen, die auszogen, um das große Geld in der Musikindustrie zu machen. Das andere ist eine Biografie von einer, die das große Geld hinter sich ließ, um sich selbst und den Jazz zu finden. Für den Weihnachtsbaum eignen sie sich beide.

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