Pro

Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande und keiner weist Dich darauf hin. Nicht unwahrscheinlich, dass Du Dich dann schon bald zusammen mit einem der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei Die Rechte in einer Arbeitsgruppe wiederfindest; und ohne Böses zu ahnen, offen­barst Du in seiner Gegenwart vielleicht sogar Deine politische Gesinnung als BefürworterIn von Mindestlöhnen oder einer liberalen Flüchtlingspolitik offener Grenzen. Und weil man ja in Arbeitsgruppen auch unter JuristInnen solidarisch miteinander umgehen sollte, gibst Du ihm eventuell noch Deine Vorlesungsmitschriften, um ihn für die bevorstehende Klausur zu unterstützen. Dumm nur, dass Du darin eine Telefonliste mit den Daten Deiner Mitstudierenden der örtlichen DGB-Jugend oder der AG Migrationspolitik vergessen hast, die Du am selben Wochentag immer besuchst. Dass diese Daten nun in den Händen von Rechtsextremen gelandet sind, ist echt blöd gelaufen...

Contra

Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande. Oder ein verurteilter Kinderschänder. Eine Steuerhinterzieherin, ein Vegetarier oder eine Jüdin. Und keiner weist Dich darauf hin. Das ist der Normalfall – und sollte auch der Normalfall bleiben. Denn jeder Mensch hat das Recht, sich zu bilden und bilden zu lassen – ohne Wenn und Aber.

Unter dem Motto „Feiern können wir alle“ soll an diesem Freitag die erste inklusive Studierendenparty im KulturCafé der Ruhr-Uni Bochum starten, bei der neben den Metal-Bands Tyranuke und Dead Memory auch der umtriebige Heimorgel-Entertainer Mambo Kurt für die Gäste aufspielen wird – und für den guten Zweck.

Angela Davis tritt die Angela-Davis-Gastprofessur in Frankfurt an
Tritt die nach ihr selbst benannte Professur in Frankfurt an: Bürgerrechtsikone Angela Davis. Foto: Sandi Sissel

Mit prominenten Namen als InhaberInnen von Gastprofessuren kann sich eine Universität als weltoffen und leistungsstark präsentieren. Meistens interessiert das nur einige wenige. In Frankfurt hat jetzt das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung von Geschlechterverhältnissen (CGC) eine neue Gastprofessur eingerichtet. Die Antrittsvorlesung am Dienstag und der öffentliche Vortrag am Samstag waren bis auf den letzten Stuhl gefüllt. Auch Bochumer Studierende sind extra angereist. Hat Frankfurt eine bessere PR-Agentur? Keinesfalls. Nicht das Marketing, sondern der Gast sprach für sich: Angela Davis eröffnet die nach ihr benannte Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies.

:bsz-Nebenjob-Serie: „Alles außer kellnern“ – Teil I
Nutzt ihre Fähigkeiten zum Helfen und Geldverdienen: IT-Studentin Jessica hat sich auch mal einen unserer Redaktionsrechner gründlich angesehen. Foto: mar

IT-StudentInnen als NachhilfelehrerInnen für ältere Semester außerhalb der Uni – dieses Konzept verfolgt die Firma Student @ Home aus Erfurt. Seit diesem Jahr ist die Geschäftsidee auch in Bochum angekommen. RUB-IT-Studentin Jessica Brinkmann und eine Kommilitonin machen Hausbesuche bei Menschen, denen World Wide Web und Kabelsalat über den Kopf wachsen.

The Blog House: Ein irritierender Abend am Theater Dortmund
Hebelt das Nichtraucherschutzgesetz aus: Martin Kaysh und sein Smoke-O-Mat, ein Handstaubsauger. Foto: dh

„Nur wenn ein Geist irritiert ist, kann er sich neu strukturieren.“ Das soll Bärbel Rotzky, Frontfrau der Punkband Eisenpimmel, die musikalisch irgendwas zwischen Volksmusik und Schlager macht, einst im Vollrausch gelallt haben.

RUB-Emeritus Heinz H. Menge präsentiert „Mein lieber Kokoschinski!“
Dat Büdchen: Auch hier wird linguistische Forschung betrieben. Foto: flickr.com / wwwuppertal (CC BY-NC 2)

Boh glaubse, da gibbet getz nochn Buch zua Sprache im Pott. Aber diesma einz, dat nich nua wat witzich is, sondern auch wissenschaftlich so Hand und Fuß hat! – Heinz H. Menge, der bis 2009 Professor für Germanistische Linguistik und Mediävistik war, hat sich nach seiner Emeritierung zwar von der Universität verabschiedet, nicht aber von der Wissenschaft. Im Gegenteil: Er bringt das Wissen dorthin, wo es hingehört – unter die Leute. Und so erschien diesen Herbst das Buch „Mein lieber Kokoschinski! Der Ruhrdialekt – aus der farbigsten Sprachlandschaft Deutschlands“.

Massive Kritik am Entwurf des „Hochschulzukunftsgesetzes“ NRW Keine Zukunft für freie Bildung?
Zwölf gegen Düsseldorf: Die Studierendenwerke NRWs sind mit dem Hochschul­zukunftsgesetz gar nicht zufrieden. Karte: mar

Als das HG NRW tatsächlich noch „Hochschulgesetz“ hieß, war die akademische Welt noch einigermaßen in Ordnung – abgesehen vom sogenannten „Qualitätspakt mit den Hochschulen“, der 1999 seitens des NRW-Wissenschaftsministeriums auf den Weg gebracht wurde, um bis zu zehn Prozent der wissenschaftlichen Stellen im Lande einzusparen und an einzelnen Standorten zur Einstellung ganzer Fächer führte. Dann kamen 2003 zuerst die Gebühren für sogenannte Langzeitstudierende und später mit dem schwarz-gelben „Hochschulfreiheitsgesetz“ (HFG) das „Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz“ (HFGG), welches eine Einführung Allgemeiner Studiengebühren an den einzelnen NRW-Hochschulen ermöglichte. Inzwischen wurde mit dem „Hochschulzukunftsgesetz“ (HZG) der Entwurf eines neuen Gesetzesmonstrums auf den Weg gebracht, welches künftig das HFG ablösen soll. Bereits Anfang 2014 soll das HZG im Landtag NRW verabschiedet werden – KritikerInnen meinen: viel zu früh.

Gespenstisch hallte das Hundegebell und das Gerassel der Baumaschinen über den Campus; sie kamen in den frühen Morgenstunden – Bautrupps, die den geheimen Auftrag hatten, das Unvermeidliche, jedoch niemals real für möglich Gehaltene zu vollziehen: die endgültige Trennung von Mensanien und Transmensanien.

Der Tag des Mauerbaus fiel auf einen Freitag, den dreizehnten – Mitten im Dezember. Egon Kranz gehörte zu den wenigen, die das Glück hatten, im Morgengrauen gerade noch rechtzeitig rüberzumachen, bevor gar nichts mehr ging: „Man hatte zu dieser Stunde noch in einer Nacht- und Nebel-Aktion an den Übergängen am Forum Nordost oder dem Hörsaalzentrum Ost in den Westen flüchten können. Doch bereits gegen 7 Uhr ging gar nichts mehr“, wird er drei Jahrzehnte später der :bsz verraten. Die Erinnerung an die Campusmauer würde für Egon K. noch lange ein kaum zu überwindendes Trauma bleiben: „Am Anfang hätte man nie erwartet, dass die Mauer überhaupt so lange steht. Aber als die Mauer später immer stabiler und fester wurde, wurden einem die Folgen schon so langsam bewusst. Die Hoffnung jedoch gab man nie auf!“

Gleich vier Kommissionen der RUB suchen noch studentische VertreterInnen. Dies ist die Chance, die Entwicklung der Universität in eine studierendenfreundliche Richtung zu lenken.
Die Universitätskommission (UK) für Lehre  befasst sich mit Themen wie den Zulassungsverfahren für Studiengänge, Mittelverteilung für die Lehre und mehr.

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