Theater und Infektion
Zwei Corona-Fälle am Schauspielhaus
Bild: stem
Das Schauspielhaus Bochum: Ort von zwei Corona Infektionen.

Theater. Die Infektionen fanden im Rahmen einer internationalen Produktion statt. Nun gibt es scharfe Kritik. 

Aktuell erregen zwei Corona-Infektionen am Bochumer Schauspielhaus viel Aufmerksamkeit und Kritik. Die Infektionen konnten aufgrund des „regelmäßigen hausinternen Testens trotz Symptomfreiheit nachgewiesen werden“, so die Pressestelle. Das Schauspielhaus, das 260 Beschäftigte zählt, probt derzeit an mehreren Veranstaltungen.

Darunter befindet sich auch die Produktion Noise, bei der derer mehrere Künstler:innen aus Chile eingeflogen wurden. Im Rahmen dieser Produktion wurden zwei Mitarbeiter:innen positiv getestet. Ob es sich bei den beiden bestätigten Fällen um die chilenischen Künstler:innen handelt oder anderweitig Beteiligte, konnte aus Gründen des Datenschutzes nicht bestätigt oder dementiert werden. Das Schauspielhaus nehme die Kritik an den Einreisen ernst. Allerdings habe eine ständige Abstimmung mit den entsprechenden Behörden und Verordnungen stattgefunden. „Bei der Einreise internationaler Gäste ans Schauspielhaus Bochum werden selbstverständlich sämtliche Einreise- und Quarantäne-Verordnungen strikt befolgt“, hieß es. So haben sich die Künstler:innen nach der Anreise in eine Schutzisolation begeben.  

 

Sollte es sich bei den Infizierten um die Chilen:innen handeln, hat die Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit hierzulande stattgefunden, da die Einreise im Februar erfolgte, während die Betroffenen Ende März positiv getestet wurden und damit außerhalb des Inkubationszeitraums liegt. Der Einflug internationaler Künstler:innen während der Corona-Pandemie zieht allerdings auch aus den Reihen der Beschäftigten Kritik auf sich, wie Till Düwel, Sprecher der Gewerkschaft ver.di im Gespräch mit dem WDR sagte: „Da sind Formulierungen gefallen, wie: Wir werden gefährdet durch solche Geschichten. Da gibt es großes Unwohlsein, Verunsicherung und Verärgerung.“ Noch Ende März hat Intendant Johan Simons einen Gastbeitrag in dem Magazin Cicero geschrieben, in dem er die Wichtigkeit des internationalen Austauschs für das Theater hervorhob. Im Kontext der Corona-Fälle das Schauspielhaus bestätigt dieses auf Anfrage, dass man sich weiterhin als internationales Theater verstehe, aber „jede Reisetätigkeit genauestens auf ihre Notwendigkeit überprüft und insbesondere der Flugverkehr so gering wie möglich gehalten werden“ müsse.                               

  :Stefan Moll

Autor(in):