Kulturaustausch: Uni-Projekt widmete sich afrikanischer Diaspora in Mülheim
Zusammen eine neue Kultur erbauen
Bild: Sprachmiteinander um Afro-Mülheim
Das Erste von 25: Die ausgestellten Plakate dokumentieren das Projekt. Bild: Sprachmiteinander um Afro-Mülheim
Das Erste von 25: Die ausgestellten Plakate dokumentieren das Projekt.

Ein einjähriges Projekt des Englischen Seminars und der Afro-Mülheimers Cultural and Development Association kommt nun zu seinem Abschluss: 25 Bilder und ein Rap dokumentieren „Sprachmiteinander um Afro-Mülheim“, ein Aufeinandertreffen zwischen Jugendlichen, deren Familien aus Afrika stammten, und Studierenden der RUB.

„Kurzum, es war im Prinzip ein interkultureller Austausch mit vielen lehrreichen Erfahrungen in Bezug auf Austausch und Umgang mit anderen Kulturen und zudem auch der Versuch Perspektivwechsel auf unbekannte Kulturen zu bekommen“, erklärt die Masterstudentin für Anglistik und Italienisch, Kathrin Uhlenbruch. Sie ist eine der Studierenden, die im Rahmen von „Sprachmiteinander um Afro-Mülheim“ mit Mitgliedern der afrikanischen Diaspora aus der ersten und zweiten Generation gesprochen hat: Über die Gründe nach Deutschland zu kommen und die Mülheimer Umstände. Gefördert wird das Projekt von der Bosch-Stiftung. 

BotschafterInnen

Prof. Christiane Meierkord und ihre damalige wissenschaftliche Mitarbeiterin Bridget Fonkeu haben den Stein ins Rollen gebracht, letztere hat den Kontakt mit Afro Mülheimers hergestellt.

 In zwei Treffen kamen Studierende und Jugendliche aus der zweiten Auswanderndengeneration ins Gespräch. Die Atmosphäre sei „immer offen und respektvoll“ gewesen, so Uhlenbruch. Die Gruppe habe „interessante Einblicke in die afrikanische Kultur bekommen und konnte angeregt diskutieren“. 

Wissenschaft meets Alltag

Besonders aus linguistischer Sicht lieferte die Zusammenarbeit spannende Ergebnisse. Der Umgang der verschiedenen Generationen mit den unterschiedlichen Sprachen (Englisch, Deutsch und mindestens eine weitere) wurde in Gesprächsaufnahmen analysiert. Beobachtungsschwerpunkt war in diesem Zusammenhang die Nutzung der Sprachen in verschiedenen Kontexten im Alltag. Neben der zweiten wurden auch Gespräche mit der ersten Generation geführt, die oftmals noch an ihren Sprachen festhalten und so ihre Identität bewahren wollen. Das Thema der Identität ist vor allem auch für die Kinder der EinwanderInnen von Relevanz, wachsen sie doch zwischen der hiesigen und der Kultur der Eltern auf. 

Dies ist einer der Aspekte, den der Kulturverein aus Mülheim abdecken möchte. Bei der afrikanischen Gemeinde handele es sich laut Fonkeu um eine Parallelgesellschaft. Es herrsche zu wenig Kommunikation zwischen den verschiedenen Gesellschaften in Mülheim. Diesen Zustand der Koexistenz wolle man brechen: „Wir wollen dazu ermutigen, Teil der Gesellschaft zu werden.“ Aus diesem Grund, und um die Erfahrungen der Immigration und des Asyls weiterzugeben, haben Justin und Bridget Fonkeu Afro Mülheimers gegründet.

Die Ausstellung findet vom 12. Januar bis zum 11. Februar auf der ersten Etage im Raum 09  zu den Öffnungszeiten der UB statt. Der Eintritt ist frei. 

Die Eröffnung ist am 12. Januar um 17 Uhr. Mehrere RednerInnen, darunter Prof. Meierkord und Justin Fonkeu von Afro Mülheimers, sind angekündigt. 

:Andrea Lorenz