Kommentar: Assimiliert das hier: Neue Star-Trek-Serie – nur leider nicht im Free TV
Wir sind Trekkies und keine Dukatenscheißer!
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Raumschiffe, Spielfiguren – neue Inhalte: Ist die geplante Serie nur ein weiterer Schritt, um die Cash Cow Star Trek ordentlich zu melken? Foto: lux
Raumschiffe, Spielfiguren – neue Inhalte: Ist die geplante Serie nur ein weiterer Schritt, um die Cash Cow Star Trek ordentlich zu melken?

Zum (fast) 50. Geburtstag des Star-Trek-Universums gibt es gute und schlechte Nachrichten für alle Trekkies und Trekker: Die gute ist, dass es ab Januar 2017 eine neue Serie geben soll – die schlechte, dass diese wohl erstmal nur dem zahlungskräftigen US-Markt zugänglich sein soll. Ob und wann die insgesamt siebte Star-Trek-Serie hierzulande zu sehen sein wird, ist bisher noch ungewiss.

Als am 2. November bekanntgegeben wurde, dass eine neue Serie in Planung sei, begannen die Spekulationen. Was würde es wohl werden: Prequel, Sequel oder ganz was anderes? Vielleicht konzentriert sich die neue Serie ja auf die Ferengi, eine Spezies im Star-Trek-Universum, die berühmt-berüchtigt dafür ist, dass sie für genügend Geld so ziemlich alles verkaufen würde – getreu der Ferengi-Erwerbsregel Nr. 10: „Gier ist unendlich“. Das würde jedenfalls erklären, warum die Serie zunächst nur für KundInnen des kostenpflichtigen CBS-Ablegers CBS All Access zugänglich sein wird (5,99 Dollar pro Monat).

Darf’s noch ein Anbieter mehr sein?

Streaming und Video on Demand sind in der heutigen Zeit eigentlich ein Fortschritt – dank Netflix und Co. muss man nicht mehr DVDs horten oder sich der Sendezeit-Diktatur des Fernsehprogramms ausliefern. Muss man dann allerdings stattdessen Dienste sammeln, um seine Serien zu sehen, läuft auch was schief: Exklusiv geschaffene Serien wie die Amazon-Original-Serie „Transparent“ stellen einen Anreiz dar, sich für genau diesen Video-Service zu entscheiden – oder vielleicht noch für einen mehr?

Handelt es sich bei einer solchen Serie gar um den neuesten Ableger eines beliebten und gut etablierten Franchise, dann kann das schon Probleme geben – und eigentlich ehrliche Menschen zu Internet-PiratInnen machen: Mal ganz abgesehen davon, dass nicht alle Fans sich CBS All Access leisten können, haben alle außerhalb der USA lebenden Trekkies das rote Shirt gezogen: Dort ist der Dienst nämlich gar nicht verfügbar. Bleibt abzuwarten, an welchen Bezahlfernsehsender die Serie dann hierzulande verscherbelt wird – und ob überhaupt.

Lebe lang … und in Frieden?

Wir Trekkies haben seit der Erstausstrahlung der Originalserie 1966 ja schon so einiges durchgemacht – Absetzung der Lieblingsserie, Tod des Lieblings-Trek-Schauspielers (RIP Leonard Nimoy) oder „nur“ die Geschmacksverirrungen der FilmemacherInnen (Schlafanzüge in Pastell sind keine Uniformen!). Wir haben aber auch erlebt, wie Fernsehgeschichte geschrieben wurde: Der Kuss zwischen Uhura und Kirk in der Folge „Platos Stiefkinder“ gilt als der erste Kuss zwischen einer dunkelhäutigen und einer weißen Person im US-Fernsehen.

Überhaupt war Star Trek von Anfang an sehr progressiv: In Zeiten des Kalten Krieges flog ein Russe die Enterprise, die einzelnen Kulturen und Religionen koexistieren friedlich miteinander (zumindest innerhalb der Föderation) und wer mit wem wieviel Sex hatte, interessiert meistens auch nur eifersüchtige Eheleute.

Die Sterne sind das Limit und das Star-Trek-Universum ein Ort, an dem aktuelle Tabuthemen verhandelt und allen zugänglich gemacht werden können. Schade, wenn das durch die eingeschränkte Verfügbarkeit der neuen Serie verloren gehen sollte.

:Stefanie Lux 

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