Initiative Transparente Tierversuche
An wie vielen Tieren wird geforscht?
Symbolbild
Trotz Fortschritten weiterhin essenziell für die Forschung: Nagetiere wie Mäuse und Ratten.

Forschung. Die RUB hat sich an einer Initiative beteiligt, die Tierexperimente offenlegen will.

Tierversuche stehen seit geraumer Zeit in der Kritik. An der RUB haben vermutlich die meisten Studierenden von Versuchen an Primaten gehört. Diese wurden zwar 2012 eingestellt, doch auch heute finden noch Tierversuche, insbesondere in der Medizinforschung statt. Bisher war jedoch nicht immer transparent, in welchem Ausmaß dies geschieht. Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, hat sich die RUB als Erstunterzeichnerin der Initiative „Transparente Tierversuche“ angeschlossen, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bündnis „Tierversuche verstehen“ gegründet wurde. Im Zuge dessen hat die Universität auch eine neue Website erstellt, die künftig über den Einsatz von Tieren in der Forschung informieren soll. So sind beispielsweise Zahlen der jährlich eingesetzten Versuchstiere seit 2018 gelistet. 2020 wurden demnach rund 21.000 Mäuse und 3.800 Ratten sowie 43 Vögel, 57 Krallenfrösche und 340 Zebrafische für die Forschung eingesetzt.

Das Ziel der Initiative, die von 53 Forschungseinrichtungen aus dem öffentlichen und privaten Bereich unterzeichnet wurde, ist es, transparent über Tierversuche zu informieren und mit der Öffentlichkeit über die ethischen Dimensionen der Tierexperimente in Dialog zu treten sowie über die Einhaltung von tierschutzrechtlichen Bestimmungen zu informieren. Es geht jedoch nicht darum, Tierversuche zu stoppen oder grundlegende Kritik an diesen zu äußern, dazu seien diese trotz Fortschritten zur Reduktion noch zu wichtig insbesondere für die Grundlagen- und Medikamentenforschung. „Leider lassen sich noch nicht alle Tierversuche in der Forschung vermeiden. Jedes Vorhaben wird jedoch im Vorfeld eingehend geprüft und nur dann genehmigt, wenn es keine Alternative gibt und der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn das Leid der Tiere deutlich überwiegt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs der RUB.  Bochumer Wissenschaftler:innen forschen jedoch auch daran, Tierversuche in bestimmten Bereichen zu ersetzen.

Die Info-Website der RUB ist zu finden auf forschung.ruhr-uni-bochum.de/de/tierexperimentelle-forschung, die Initiative auf initiative-transparente-tierversuche.de

:Stefan Moll

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