Testen, testen, testen!
Wie viel bringt das „+“ in 2G+?
Bild: CC0
Symbolbild

Testpflicht auch für doppelt Geimpfte ist der neue Versuch, die Pandemie einzudämmen. Probleme hat auch diese Lösung einige.

Viel passiert ist in der Lehre seit dem „Offenen Brief der Hochschulleitung“ Anfang Dezember nicht. Die Regelungen zu Präsenz- und Onlinelehre sind weiterhin von Fakultät zu Fakultät, Kurs zu Kurs unterschiedlich. Das ist natürlich insofern sinnvoll, dass somit auch in jedem Fall entschieden werden kann, wie wichtig Präsenzveranstaltungen für die Vermittlung der Materialien und Kenntnisse sind, sorgt in der Realität jedoch für viele Studierende für ein kaum überschaubares hin und her an Lösungen. Die ersten Wochen nach den Winterferien werden zeigen, ob dieses neue Konzept funktioniert, und ob es überhaupt ausreicht.
Währenddessen sind 2G+-Regelungen auch in NRW immer verbreiteter: Für Indoor-Sport und Gastronomie müssen auch doppelt geimpfte Personen nun einen negativen Schnelltest haben. Laut neuen Vorschlägen soll diese Testpflicht jedoch durch die Boosterimpfung entfallen. Das gilt nun auch für den Hochschulsport an der Ruhr-Uni. Wer die Indoor-Sportstätten nutzen will, muss beim Check-In neben Impfnachweis und Ausweis auch ein negatives Schnelltest-Ergebnis (nicht älter als 24h) oder PCR-Test-Ergebnis (nicht älter als 48h) vorlegen.

Gleichzeitig steht die Frage im Raum, wie genau Schnelltests bei einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind. Eine Studie aus den USA zeigt, dass aktuelle, übliche Antigen-Tests eine Infektion mit dieser Variante erst mit einer mehrtägigen Verzögerung erkennen. Das deutsche Bundesgesundheitsministerium hält die Tests nach eigener Überprüfung jedoch für weiterhin leistungsfähig genug. Bereits beim Thema der geringeren Viruslast bei Impfdurchbrüchen wurde eine verringerte Genauigkeit der Antigen-Tests befürchtet und teilweise bestätigt. Das stellt natürlich auch in Frage, wie sinnvoll es ist, eventuelle Schließungen und Einschränkungen mit mehr Tests zu ersetzen. Deutlich sicherere Ergebnisse, und Bestätigung von positiven sowie Entkräftung von falsch-positiven Schnelltests, liefern weiterhin PCR-Tests, die jedoch nur in bestimmten Fällen kostenfrei sind. Die Testlabore befürchten durch die neue Variante, die höchst infektiös ist, jedoch seltener zu besonders schweren Krankheitsverläufen führt, eine Überlastung ihrer Kapazitäten. 

 

Meinung

Überlastete Labore und Gesundheitsämter, fragwürdige Genauigkeit bei Schnelltests, fehlende Intensiv-Betten, steigende Inzidenzen… Die Liste an Problemen wird nicht kürzer. Und das große Sträuben vor Schließungen scheint genau dazu beizutragen. Mehr Testen scheint die Devise zu sein, „Lockdowns“ und ähnliche Einschränkungen auf jeden Fall vermeiden. Was das auch heißt: Solange beispielsweise die Gastronomie noch geöffnet hat, wenn auch unter strengen Auflagen, gibt es auch keinen Anspruch auf Unterstützung durch den Staat. Ob das eingeschränkte Geschäft nun reicht, um Kosten zu decken und – besonders wichtig – Angestellte zu bezahlen, ist nebensächlich. Auf Eigenverantwortung zu zählen, heißt oft genug auch, die Leute im Stich zu lassen und in unnötige Gefahrensituation auf der Arbeit und im Alltag zu zwingen.

 

:Jan Krischan Spohr